Forschung

Der Riesenfisch lockt Experten an

Helmut Leich (93) hat in der Zeitschrift Fossilium vom „Riesenfisch aus den Solnhofener Plattenkalken“berichtet.

Helmut Leich (93) hat in der Zeitschrift Fossilium vom „Riesenfisch aus den Solnhofener Plattenkalken“berichtet.

Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

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Bochum.Es ist 28 Jahre her und Helmut Leich – er wird im Oktober 94 Jahre alt – erinnert sich noch an jedes Detail des Fundes, den er mehrere Wochen lang in den Nächten präparierte, in dem Jahr, in dem seine Enkelin geboren wurde. Zum Beispiel erinnert er sich an die „Barteln“ und die große Serie kleinster Zähne im Maul des riesigen Knochenfisches, der jetzt in der Fachwelt höchste Anerkennung findet.

Heute besitzt der Fossiliensammler nur noch zehn Prozent Sehkraft und die nun erwachsene Enkelin hilft ihm, wenn wieder einmal ein Fachartikel in der Zeitschrift Fossilien von ihm erscheint, wie Anfang 2013 über den „Riesenfisch aus den Solnhofener Plattenkalken“. 1985 hatte ihn Leich in zwei Teilen im Privat-Pkw vom Mayer’schen Steinbruch in Eichstätt nach Stiepel transportiert. Jüngst kamen zwei europäische Wissenschaftler nach Bochum. Leichs Fund lockte den Schotten Jeff Liston und den Holländer Paul Lambers. Sie staunten über die hervorragend herausgearbeitete Fossilie.

Lebenswerk im Tierpark

Vielen Bochumern ist der freundliche Helmut Leich, der viele Ehrenämter mit Leben gefüllt hat, und dessen Lebenswerk zum größten Teil im Fossilium des Tierparks Bochum zu sehen ist, seit Jahren bekannt. Seit 1946 lebt er für seine Passion, war jedes Jahr zwei- bis dreimal in den Steinbrüchen im fränkischen Solnhofen – auch oft mit der Enkelin.

In 60 Jahren hat Helmut Leich über 3000 Fossilien präpariert. Davon schenkte er rund 1500 Stück dem Fossilium: „Ich habe viele Dissertationen zu den Tieren in der Zeit des Jura gelesen. Ich weiß, wo ich in den Kreideplatten ansetzen muss, um Knochen und Federn freizulegen.“ Der Präparator und Fossiliensammler hat sich ein enormes Wissen über die versunkene Welt angelesen. Er ist Autodidakt. Einer der seit Jahrzehnten in der Fachwelt anerkannt ist.

Reise 150 Millionen Jahre zurück

Und das, was in den Dissertationen drin steht, kann Leich heute noch exakt aus dem Kopf wiederholen. Auch die Fossilien, die er präparierte, hat er detailliert im Kopf abgespeichert. Enkelin Mareike Leich staunt, wenn ihr Großvater ihr beispielsweise jede Feder beschreiben kann, die er aus einem Kalkplattenfund vor 30 Jahren freilegte.

Das Riesenfisch-Präparat - es handelt sich um einen „Asthenocormus titanius (Wagner)“ - haben sich Jeff Liston aus Schottland und Paul Lambers aus Utrecht im Fossilium des Tierparks untersucht - und waren begeistert über die sichtbar gewordenen Details unter anderem in dem riesigen Fischmaul. Was Helmut Leich „im Kalk „aufgedeckt“ hat, liefert wertvolle Erkenntnisse über eine vor 150 Millionen Jahren versunkene Tierwelt.

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