Denkmalpflege

Denkmaltag stellt sieben besondere Bochumer Bauten vor

Blick in die denkmalgeschützte Johannes-Kirche am Glockengarten.

Blick in die denkmalgeschützte Johannes-Kirche am Glockengarten.

Foto: Dietmar Wäsche / FFS

Bochum.  Der Tag des offene Denkmals lädt am 8. September zum Besuch historischer Bauten ein. Dazu zählen nicht nur Kirchen, sondern auch ein Kriegsbunker.

Von Osten nach Westen, von Norden nach Süden - Tausende Denkmale öffnen am 8. September. Der Tag des offenen Denkmals, bundesweit koordiniert durch die Stiftung Denkmalsschutz, ist Deutschlands größte Kulturveranstaltung. Auch in Bochum kann man einen Tag lang dem kulturellen Erbe nachspüren.

8.000 historische Bauten

8.000 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten sind deutschlandweit am ersten Septembersonntag gelistet - immerhin sieben in Bochum. Zwar steht der Denkmaltag anlässlich des 100-jährigen „Bauhaus“-Jubiläums unter dem Motto: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“, aber viel „Bauhaus“ gibt es, jedenfalls hier vor Ort, nicht gerade zu sehen. Gleichwohl gilt auch für Bochums Baudenkmäler der Modernitätsbegriff, der gern mit dem „Bauhaus“ verbunden wird. Denn auch wenn sie uns heute selbstverständlich erscheinen, waren zu ihrer Entstehungszeit immer auch zeitgemäß und revolutionär. Also: auf zur Spurensuche!

Viele Kirchen dabei

In Werne wartet der Hochbunker Boltestraße auf Entdecker. Das Kriegsrelikt dient nach Umbau in ein Kunst- und Kulturzentrum und Aufarbeitung der NS-Historie heute als friedliches Denk- und Mahnmal. Führungen finden am Denkmal-Tag alle 20 Minuten statt.

Weit im Norden kann man der Christuskirche Gerthe an der Lothringer Straße einen Besuch abstatten. 1910 erbaut, sind vor allem der markante Turm und die Malereien im Innern bedeutend. Um 15 Uhr gibt’s eine Führung speziell für Kinder.

Auch die Christuskirche in der Innenstadt (Platz des Europäischen Versprechens) lohnt den Besuch. Sie wurde 1879 gegründet, 1943 zerstört und im Mai 1957 neu gegründet. Das Ensemble des Architekten Dieter Oesterlen zählt bundesweit zu den epochalen Sakralbauten der Moderne.

Zeugnisse aus den Lagern

Ein besonderes „Alleinstellungsmerkmal“ bietet die Heimkehrer-Dankes-Kirche in Weitmar-Mark , Karl-Friedrich-Straße. Sie wurde 1958/59 auf Initiative des Spätheimkehrers Vikar August Halbe errichtet und zeigt Dokumente aus der Kriegsgefangenschaft deutscher Soldaten in Russland und dem Lagerleben, meist in den Lagern handgefertigt.

Auch die St. Johannes in Wattenscheid-Leithe hat Qualitäten. Die Kirche an der Kemnastraße ist baugeschichtlich und künstlerisch wertvoll, da sie von der Entwicklung der Bauernschaft Leithe zu einem von Bergbau und Industrie geprägten Umfeld zeugt.

Zumal die von Hans Scharoun entworfene Johanneskirche ist ein architektonische Kleinod, die futuristisch und zugleich schlichte „Scharoun-Kirche“ am Glockengarten wurde 2012 zum „Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung“ erklärt.

Unverkennbare Landmarke

Eine unverkennbare Landmarke ist die Lutherkirche Langendreer mit ihrem 70 Meter hohen Turm. Rückläufige Gemeindemitgliederzahlen und Bauschäden führten zur Entwidmung 2011. Nun gibt es Überlegungen zur denkmalgerechten Umnutzung der 1904/05 am Alten Bahnhof errichteten Gotteshaus.

Der Tag des Denkmals wird seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert. Ziel ist das Erlangen von Aufmerksamkeit für die Denkmalpflege in Deutschland. Vor Ort gestaltet wird der Tag von unzähligen Veranstaltern – von Denkmaleigentümern, Vereinen und Initiativen bis hin zu hauptamtlichen Denkmalpflegern.

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