Bauprojekt

Denkmalgeschütztes Bochumer Gehöft soll Pferdehof werden

Die neuen Besitzer Christoph Dewender und Pia Legsding haben viel vor mit dem Kabeisemannshof. Im Hintergrund das rund 200 Jahre alte westfälische Langhaus

Die neuen Besitzer Christoph Dewender und Pia Legsding haben viel vor mit dem Kabeisemannshof. Im Hintergrund das rund 200 Jahre alte westfälische Langhaus

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  Auf dem Gelände des historischen Kabeisemannshofes tut sich was. Mit schwerem Gerät wird das Gelände gesichert und Schutt beiseite geräumt.

Der Kabeisemannshof, einer der ältesten noch erhaltenen Bochumer Bauernhöfe, ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Auch wenn er keine 100 Jahre wie im Märchen währte, sondern nur 18, sind die Folgen des Leerstands und vor allem eines verheerenden Feuers an dem unter Denkmalschutz stehenden Gehöft unübersehbar. Doch das spornt die neuen Besitzer Christoph Dewender und seine Lebensgefährtin Pia Legsding nur an. „Wir haben vor, hier einen Reiterhof zu errichten“, sagt das Paar.

Ende Mai haben die beiden die Gebäude und rund 3,5 Hektar Land von Hans-Josef Dewender erworben. Dieser hatte bereits 2005 das komplette Anwesen mit rund 52 Hektar Land gekauft. Der ursprüngliche Plan: Aus dem Bauernhof in Zusammenarbeit mit Aral einen großen Autohof mit Lkw-Anlage und Restaurant zu errichten. Doch dieses Projekt scheiterte an verschiedenen Gründen, unter anderem gab es Proteste aus der Nachbarschaft. Auch der Versuch von Aral, auf einem gegenüberliegenden Grundstück eine kleinere Variante mit Rastplätzen für 60 Lkw zu schaffen, wurde schließlich verworfen.

Jetzt tut sich was auf dem Gelände. „Wir haben bereits zwei Scheunen, die in den letzten Jahren immer mehr verfallen sind, gesichert“, berichtet Christoph Dewender. Der selbstständige Unternehmer hat selbst den Blaumann angezogen und setzt sich auch ins Führerhaus des Baggers, wenn es sein muss. „Wir haben viele Freunde, die uns bei diesem Projekt unterstützen. Wir wollen viel in Selbsthilfe schaffen“, so ergänzt Legsding. Schon vorbereitet werden die Flächen für zwei Pferdekoppeln. Drei bis vier Jahre Zeit hat das Paar eingeplant. Derzeit laufen die Aufräum- und Vermessungsarbeiten. Auch eine Architektin ist an Bord. Bei einigen Gebäuden, etwa einem riesigen alten Schweinestall, sei noch nicht klar, ob sie erhalten werden können.

Die Bedeutung des historischen westfälischen Langhauses, das vermutlich aus dem Jahr 1853 stammt aber auf wesentlich älteren Grundmauern steht, ist unbestritten. 2002 sorgte der Denkmalpfleger Hans Hanke dafür, dass die Anlage unter Schutz gestellt wird. Chroniken und alte Flurkarten legen nahe, dass dieser Ort bereits im 9. Jahrhundert besiedelt worden ist. Eine Wassermühle, die über Jahrhunderte von den Bauern des Bochumer und Wattenscheider Raumes genutzt wurde, stand noch Anfang des 20. Jahrhunderts.

Kontakt mit der Denkmalbehörde

Christoph Dewender hat bereits Kontakt mit der Stadt als Untere Denkmalbehörde aufgenommen. Der Erhalt des historischen Gehöftes, in dessen Keller uralte, möglicherweise aus dem Mittelalter stammende Sandsteinquader zu ahnen sind, ist ihm sehr wichtig. Nach der provisorischen Sicherung nach dem Feuer vor acht Jahren geht es nun um eine nachhaltige Planung für die nächsten Jahrzehnte. Genaueres will Dewender nach Abschluss der weiteren Aufräum- und Sicherungsarbeiten bekannt geben.

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