WAZ-Serie Best Ager

Das Ehepaar Lohof steht mitten im Leben

Best Ager: Petra und Bernd Lohof stehen mitten im Leben.

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Best Ager: Petra und Bernd Lohof stehen mitten im Leben. Foto: FUNKE Foto Services

Bochum.  Sie stehen mitten im Leben: Petra und Bernd Lohof gelten als Prototypen der Best-Ager-Generation. Die Eheleute sind vielfältig aktiv und engagiert.

1998 waren sie das Stadtprinzenpaar. Dabei hatte sie ihren Traumprinzen schon 20 Jahre zuvor gefunden: „im ,Miners Club’ am Südring.“ Seither sind Petra und Bernd Lohof nicht nur ein harmonisches Paar, sondern im fortgeschrittenen Alter auch typische Protagonisten der Best-Ager-Generation.

Mittendrin statt nur dabei.

Noch immer, quatsch: mehr denn je gesegnet mit der puren Lust am prallen Leben.

Sie 58, er demnächst 60: Wenn es noch eines Beweises bedarf, dass Liebe jung hält, können die Altenbochumer als Vorzeige-Exemplare dienen. Da ist zu allererst das private Glück. Als Ehepartner. Als Eltern von Pascal (28) und Veronique (33). Als stolze Großeltern von Sonnenschein Justus, den ihre Tochter vor einem Jahr zur Welt brachte. Da ist der berufliche Erfolg, den Bernd Lohof als renommierter Arbeitsrechtler hat. Und da ist das liebevolle familiäre Rund-um-die-Uhr-Kümmern von Petra Lohof als „Hausmanagerin“, wie sie ihren Job selbst nennt.

Ein Großteil der Best-Ager-Zufriedenheit indes nährt sich durch die vielfältigen sozialen Kontakte, durch das rege Engagement. Es beschert den Lohofs einen Freundes- und Bekanntenkreis, der gemeinhin für mehrere Leben reicht.

Rollenspiele bei den „Zwergen“

Die „Zwerge“ spielen die vielleicht größte Rolle. In den 80er Jahren hatte das junge Ehepaar erstmals bei den Pfarrfesten der Christ-König-Gemeinde mitgemischt. Daraus erwuchsen „Die Zwerge von Christ König“: ein bis heute ebenso fleißiger wie kreativer Kanevalsverein, in dem die Lohofs seit 30 Jahren eine bedeutende Rolle spielen. Genauer: etliche Rollen. Sie u.a. als Nonne, Miss Sophie, Can-Can-Tänzerin und – in dieser Session – als Cleopatra, er als Hähnchen und Helene Fischer (!): Das jecke Treiben liegt dem Ehepaar wie auch dem Rest der Familie im Blut. Bunt bei den Zwergen. Seriös als Präsident bzw. Geschäftsführerin des Festausschusses Bochumer Karneval, in dem sie seit 2003 die Doppelspitze bilden.

„Wir machen gern alles zusammen. Anders ginge es auch nicht“, betont Petra Lohof und listet einige weitere Aktivitäten auf: Christ-König-Förderverein, Mitgliedschaft in mehreren Karnevalsklubs, gemeinsames Skifahren in Südtirol, überhaupt: Reisen, wann immer es die Zeit zulässt (besonders gern in die USA und zu alten Freunden in Sizilien), japanisches Essen, das Varieté et cetera, die Maischützen, der VfL und das jährliche Doppelkopf-Benefiz-Turnier mit über 12.000 Euro Erlös in 25 Jahren.

Hobbys und soziale Kontakte pflegen, eine positive Lebenseinstellung behalten, nicht nur in die Glotze gucken: Das geben die Lohofs allen Best Agern auf den Weg.

Prinz und Prinzessin: Sie haben sich für immer gefunden.

Netzwerk „Zwar“ bringt Ü-55-Generation zusammen

Das Ehepaar Lohof bewältigt es mit Bravour (Bericht oben). Doch längst nicht allen Männern und Frauen gelingt es, ab Mitte/Ende 50 ein erfülltes Leben mit sozialen Kontakten zu genießen. „Zwar“ will helfen: das Netzwerk „Z wischen Arbeit und Ruhestand“.

Das Landesprojekt ist in Nordrhein-Westfalen seit Jahrzehnten etabliert. In mehr als 60 Kommunen gibt es 171 Zwar-Gruppen. Menschen ab 55 treffen sich dort vor Ort, um gemeinsam und in Eigenregie ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. „Alles ist möglich, was von den Teilnehmern gewollt und organisiert wird: vom gemütlichen Beisammensein über Kartenspielen und Kochen bis zu Kino- und Konzertbesuchen oder gemeinsamen Reisen“, schildert Elke Heerich vom Zwar-Büro (Dortmund).

Warum, vermag die Zentralstelle nicht schlüssig zu beantworten. Aber: Bochum ist auf der Zwar-Landkarte bislang nur spärlich vertreten. Anfang des Jahres wurde in Wattenscheid das stadtweit erste Netzwerk geknüpft. Der Basisgruppe Höntrop folgte im vergangenen Monat die zweite Bochumer Gruppe für die Stadtbezirke Gerthe/Hiltrop/Bergen. Das Interesse ist groß. „Plötzlich kommt die Rente und dann stehst du da – vor einem gewissen Nichts“, sagt Martin Watholsky, der in Gerthe zu den 70 Teilnehmern des Gründungstreffens zählte, gleichfalls unter Federführung des Seniorenbüros. Die nächste Zusammenkunft ist am 24. November um 18.30 Uhr im Wohnpark Hiltroper Landwehr 52.

„Wir hoffen, dass die Stadt auf uns zukommt und weitere Gruppen folgen. In Bochum ist noch Luft nach oben“, so Elke Heerich.

Infos über die Zwar-Treffen und weitere Best-Ager-Angebote in unserer Stadt auf www.bochum.de

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