Firmenjubiläum

Das Care Center bietet seit 100 Jahren Hilfe für Versehrte

Care-Center-Mitarbeiter Karsten Knüppel zeigt eines der mobilen Hilfsmittel, die die Firma im Angebot hat.

Care-Center-Mitarbeiter Karsten Knüppel zeigt eines der mobilen Hilfsmittel, die die Firma im Angebot hat.

Foto: Klaus Pollkläsener

Bochum.   Früher half das Care Center verwundeten Kriegsopfern und Bergleuten, heute ist es ein High-Tech-Unternehmen. 3-D-Drucker werden eingesetzt.

Streng genommen kommt die Feier am Donnerstagabend in der Turbinenhalle der Jahrhunderthalle exakt eine Woche zu spät. Aber wer will bei einem 100. Firmengeburtstag schon kleinlich sein. Am 1. November 1918 begann die Geschichte des Care-Center Rhein-Ruhr. Damals gliederte das Bergmannsheil seine Abteilung für die Versorgung von Bergleuten mit Unfallschäden und für Kriegsversehrte aus.

„Das geschah, um die zunehmende Zahl von Betroffenen vernünftig zu versorgen“, sagt Care-Center-Geschäftsführer Uwe Brockmann (55). 100 Jahre später ist aus der Kunstgliederwerkstatt zwar ein High-Tech- und Dienstleistungsunternehmen mit 170 Beschäftigten und 20.000 Kundenkontakten jährlich geworden. Aber die wesentlichen Aspekte seien gestern wie heute die gleichen, so der Geschäftsführer.

Durch Unfall oder Krankheit eingeschränkt

„Unser Ziel ist es, möglichst viele Versicherte wieder in Arbeit zu bekommen oder ihnen eine maximale Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.“ Und dafür sei wie früher Können, handwerkliches Geschick und viel Empathie gefragt. Wer ein Bein verloren habe, durch Unfall oder Krankheit nur noch eingeschränkt mobil sei, „der muss sich erst einmal mit seiner Lage auseinandersetzen“. Und das erfordere ein hohes Einfühlungsvermögen von den Care-Center-Mitarbeitern.

Die indes sind heute nicht nur damit beschäftigt, orthopädische Hilfsmittel zu bauen und anzupassen. Das Angebot reicht über Reha-Technik, Schuhtechnik und Beratung bis zur Versorgung der Versicherten zu Hause. „Wir sind Vollsortimenter“, sagt der Betriebswirt.

Neues Zentrum für 50 Mitarbeiter

Nächstes Jahr soll ein weiterer Baustein dazukommen – die Gehschule. Schräg gegenüber dem Firmensitz an der Sinterstraße beginnt bald der Bau des neuen Zentrums für Orthopädietechnik. Etwa 3,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen in das zweigeschossige Gebäude mit einer Fläche von etwa 2500 Quadratmetern.

Dort sollen die 50 Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz bekommen, die bislang im in die Jahre gekommenen Altbau unweit des Bergmannheil arbeiten. „Wir werden auch personell noch zulegen“, kündigt der Geschäftsführer bereits an.

„Die Gesundheitsbranche boomt“

Aus seiner Sicht ist die Wahl eines Berufs in der Gesundheitswirtschaft, insbesondere im Orthopädie- und Reha-Bereich, eine gute Entscheidung. „Die Branche boomt.“ Das Personal dafür bildet das Care-Center mit seinen neun Meistern schon seit geraumer Zeit sowohl im gewerblichen wie im kaufmännischen Bereich nur noch selbst aus. Das – und die große Zahl an Meistern – sei ebenso ein Qualitätsmerkmal wie die Beteiligung an Entwicklungen.

Gemeinsam mit der FH Münster arbeitet das Unternehmen etwa am Einsatz von 3D-Druckern in der Orthopädie-Technik. „Und wenn unser neues Zentrum fertig ist, werden wir damit auch arbeiten“, kündigt der Care-Center-Chef an.

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