Gesundheitsreport

DAK: Bochumer sind häufiger krank als im Landesschnitt

Von 1000 Arbeitnehmern waren im vergangenen Jahr in Bochum an jedem Tag durchschnittlich 46 Beschäftigte krankgeschrieben.

Von 1000 Arbeitnehmern waren im vergangenen Jahr in Bochum an jedem Tag durchschnittlich 46 Beschäftigte krankgeschrieben.

Foto: Jens Büttner / dpa

Bochum.  Der Krankenstand in Bochum ist gestiegen, teilt die DAK mit. Von 1000 Arbeitnehmern waren 2018 an jedem Tag 46 Beschäftigte krankgeschrieben.

Der Krankenstand in Bochum ist gestiegen. Von 1000 Arbeitnehmern waren im vergangenen Jahr an jedem Tag durchschnittlich 46 Beschäftigte krankgeschrieben: einer mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK Gesundheit hervor, der am Mittwoch vorgelegt wurde.

22.000 Bochumer sind bei der DAK versichert. „Die Auswertung unserer Krankendaten ist damit durchaus repräsentativ“, sagt Uwe Zulauf, Leiter des Servicezentrums an der Ferdinandstraße.

Muskel-Skelett-Erkrankungen treten am häufigsten auf

Mit dem Krankenstand von 4,6 Prozent findet sich Bochum im unteren Mittelfeld in Nordrhein-Westfalen wieder: schlechter als der Landesschnitt (4,3) und Essen (4,4), besser als Dortmund (4,8), der EN-Kreis (4,9) und das Schlusslicht Gelsenkirchen/Bottrop (5,7).

Muskel-Skelett-Erkrankungen, vornehmlich Rückenbeschwerden, sind in Bochum mit 21,7 Prozent der häufigste Grund für Ausfalltage. Es folgen mit 16 Prozent Erkrankungen der Atemwege: meist Erkältungen und grippale Infekte, die derzeit wieder auf dem Vormarsch sind. Psychische Erkrankungen wie Depressionen liegen mit 14,3 Prozent in Bochum mittlerweile auf Platz 3, auch wenn Krankmeldungen aufgrund seelischer Leiden – anders als landesweit – 2018 um 18 Prozent gesunken sind.

Suchterkrankungen nehmen deutlich zu

„Bedrohliche Entwicklungen“ erkennt DAK-Chef Zulauf bei den Suchterkrankungen. Immer mehr Menschen kämpften mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und neuerdings auch Computerspiele. Das wirkt sich in den Büros und Betrieben aus: Krankenscheine gehen zunehmend auf die Folgen der Sucht zurück.

Alkohol bleibt dabei der Haupt-Krankmacher. Drei Viertel der direkten Krankmeldungen bei Suchtproblemen sind auf Bier und Schnaps zurückzuführen. 13,3 Prozent aller Arbeitnehmer zeigen laut DAK-Untersuchung ein „riskantes Trinkverhalten“. Männern gelten bei täglich mehr als zwei 0,3-Liter-Gläsern Bier, Frauen schon ab einem Glas als gefährdet. Alarmierend: 16,1 Prozent der 18- bis 29-Jährigen liegen über dieser Marke. Trotz aller Appelle schauen viele Jugendliche und junge Erwachsene deutlich zu tief ins Glas.

Online-Spielsucht bereitet große Sorgen

Anders beim Rauchen. 19,3 Prozent aller Arbeitnehmer greifen zur (E-)Zigarette. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es „nur“ noch 16,3 Prozent. Tendenz: weiter rückläufig. „Die jungen Leute haben offenbar dazugelernt“, freut sich Uwe Zulauf. Zum Vergleich: Bei den 40- bis 65-Jährigen gelten rund 25 Prozent als nikotinabhängig.

Als „besorgniserregend“ bewertet die DAK die Online-Sucht. Laut Gesundheitsreport spielen 58 Prozent der Erwerbstätigen regelmäßig am Computer. Knapp sieben Prozent seien suchtgefährdet oder bereits abhängig. Das entspricht in NRW knapp 600.000 Beschäftigten: vor allem in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen (12,4 Prozent), unwesentlich weniger aber auch bei den Älteren bis 39 Jahre (12,3 Prozent).

Die Konsequenzen der Isolation und Alltagsflucht zeigen sich zunehmend auch im Job. Fehlzeiten in Folge des Dauer-Daddelns häufen sich. Und: Die Arbeit leidet. „Jeder elfte Risiko-Spieler ist unkonzentriert oder abgelenkt“, schildert Uwe Zulauf. Kein Wunder: Etliche „Gamer“ spielen nach Erkenntnissen der DAK auch im Dienst.

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