Coronavirus

Coronavirus: Zahl der Infizierten in Bochum steigt weiter

"Jetzt kämpft ihr vorderster Front - Bochum ist stolz auf euch. Danke!, steht auf einem Transparent, das am Haupteingang des St.-Josef-Hospitals in Bochum angebracht wurde. Von wem es stammt, weiß die Klinik nicht. Die Freude ist dennoch groß.

"Jetzt kämpft ihr vorderster Front - Bochum ist stolz auf euch. Danke!, steht auf einem Transparent, das am Haupteingang des St.-Josef-Hospitals in Bochum angebracht wurde. Von wem es stammt, weiß die Klinik nicht. Die Freude ist dennoch groß.

Foto: Katholisches Klinikum Bochum / WAZ

Bochum  Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Bochum steigt weiter. Die Stadt meldet nun 81 Infizierte. Ein Verbot für Treffen aller Art rückt näher.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen steigt in Bochum weiter an. Nach einer Sitzung des Krisenstabes am Freitagmorgen meldet die Stadt aktuell 81 Erkrankte. Am Donnerstag waren es 61.

Den Anstieg führen die Behörden vor allem auf die neu eingerichtete Drive-in-Teststelle am Harpener Feld zurück. Dort werden seit Dienstag täglich bis zu 200 Personen per Selbstabstrich getestet: allesamt Bürger, die befürchten, sich angesteckt zu haben. An der Corona-Hotline 0234/910 55 55 haben sie einen Termin erhalten. Der ist für den Test zwingend erforderlich. Die Drive-in-Stelle ist auch am Samstag in Betrieb.

Coronavirus in Bochum: Bald 29 Mitarbeiter an der Hotline

Wegen des ungebrochenen Ansturms auf die Hotline mit täglich mehreren tausend Anrufen wird das Beratungsteam nochmals massiv aufgestockt: von jetzt 18 auf 29 Mitarbeiter, darunter auf Vermittlung des Katholischen Klinikums auch Klinik- und Fachärzte sowie Mediziner im Ruhestand, die anhand der telefonischen Angaben entscheiden, ob ein Test in Harpen erforderlich erscheint. Bisher sind 32 Ärzte an der Hotline wechselweise im Einsatz. Auch hier soll es in Kürze Verstärkung geben.

Mit Blick auf das zwar kühle, aber sonnige Wochenende bekräftigen die Behörden ihren dringenden Appell an alle Bürger, zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Vor allem Jugendliche hatten sich zuletzt etwa im Westpark oder Stadtpark in größeren Gruppen getroffen. Der Begriff "Corona-Ferien" macht die Runde.

Warnung vor "Corona-Ferien"

Ein verhängnisvolles Fehlverhalten, dem die Stadt mit verschärften Kontrollen begegnen will. Ein Verbot wie in Leverkusen sei auch in Bochum diskutiert worden, berichtet Stadtsprecher Thomas Sprenger. In Leverkusen sind mit sofortiger Wirkung alle Zusammenkünfte unter freiem Himmel außerhalb von Familien und Wohngemeinschaften untersagt. "Wir setzen aber auf ein gemeinsames Vorgehen in NRW", so Sprenger.

Nach wie vor müssen zwei der Corona-Erkrankten stationär im St.-Josef-Hospital versorgt werden. Sie werden auf der Infektionsstation betreut. In der Klinik entsteht derzeit eine komplett neue Intensivstation. Ziel: die Zahl der Intensivbetten von 38 auf 51 und die Zahl der Beatmungsplätze von 22 auf 41 zu erhöhen.

Klinikum plant 87 Intensivbetten

Insgesamt strebe das Katholische Klinikum (St.-Josef- und St.-Elisabeth-Hospital, Marien-Hospital und Martin-Luther-Krankenhaus Wattenscheid) an, "perspektivisch" über insgesamt 87 Intensivbetten zu verfügen, heißt es in einer Mitteilung. Aktuell sind es 54. Die Zahl der Beatmungsplätze soll konzernweit von 31 auf 70 mehr als verdoppelt werden. Problem: Es gibt dafür nicht ausreichend Personal. "Zurzeit laufen umfangreiche Schulungsmaßnahmen, um Mitarbeiter für die neue Aufgabe zu schulen", teilt der Klinikverbund mit.

Die Hochschule für Gesundheit (HSG) leistet unterdessen wertvolle Hilfe bei der Ausstattung, an der es vielerorts mangelt. "Wir haben unseren gesamten Bestand an Infektionsschutzmaterialien an das Diagnostikzentrum der Stadt übergeben", teilt die derzeit für den Lehrbetrieb geschlossene Hochschule mit. Dabei handelt es sich um Desinfektionsmittel, Mundschutze, Schutzkittel oder Einmalhandschuhe, die für die praktische Ausbildung der Pflegestudenten gedacht sind.

Trickbetrüger sind unterwegs

Derweil warnt die Stadt vor skrupellosen Trickbetrügern. Sie geben sich bei älteren Bewohnern als Mitarbeiter der Feuerwehr oder des Gesundheitsamtes aus: angeblich, um als Vorsorge vor dem Coronavirus Fieber zu messen. So wollen sie sich Zugang zur Wohnung verschaffen. Zwar seien tatsächlich mobile Test-Teams des Gesundheitsamtes unterwegs, erklärt Stadtsprecher Sprenger. "Aber die besuchen die Bürger niemals ohne vorher einen Termin abgestimmt zu haben."

Tapfer sein müssen Brautpaare, die sich in diesen Corona-Zeiten das Ja-Wort geben. Waren zur standesamtlichen Zeremonie bislang zumindest ausnahmsweise auch Trauzeugen zugelassen, müssen Braut und Bräutigam in Bochum nun ohne jede Begleitung heiraten.

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