St.-Josefs-Hospital

Corona: Krankenhaus in Bochum-Linden bleibt vorerst erhalten

Bleibt vorerst erhalten: Das St.-Josefs-Hospital in Bochum-Linden.

Bleibt vorerst erhalten: Das St.-Josefs-Hospital in Bochum-Linden.

Foto: Dietmar Wäsche / Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Linden.  Eine gute Nachricht und in Corona-Zeiten auch nur logische Entscheidung: Das St.-Josefs-Hospital in Bochum-Linden wird vorerst nicht geschlossen.

Große Freude bei den CDU-Ortsunionen in Bochum-Linden und -Dahlhausen: Ihr gemeinsamer Vorstoß, die beschlossene und bevorstehende Schließung des St.-Josefs-Hospitals in Bochum-Linden aufzuschieben, war von Erfolg gekrönt. „Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass die Helios Kliniken GmbH den Beschluss zur Schließung des Krankenhauses vorerst außer Kraft gesetzt hat“, teilen die beiden Vorsitzenden Fabian Schütz (Dahlhausen) und Hans Neubauer (Linden) in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Diese gute Botschaft hätten die CDU-Ortsverbändedirekt vom Helios-Regionalleiter Reiner Micholka erhalten.

St.-Josefs-Hospital in Bochum-Linden bleibt geöffnet – bis auf Weiteres

Vorausgegangen war eine Initiative der beiden Ortsverbände am Freitag, 13. März, vorerst von einer Schließung abzusehen. Ziel der Initiative war es, in der aktuellen Corona-Krise die örtliche medizinische Versorgung in den Fokus zu stellen und daher auf einen Abbau von Krankenhausbetten zu verzichten.

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Das St.-Josefs-Hospital in Linden erfülle „einen wichtigen und jetzt in Krisenzeiten notwendigen Versorgungsbeitrag, indem es durch Betten, Radiologie und Notfallambulanz auch andere Krankenhäuser entlastet“, schrieben die beiden Ortsunionen an jenem Freitag an die Helios Klinik GmbH. Zumal der Pandemiegipfel im Bundeskanzleramt einen Tag zuvor gezeigt habe, „dass wir derzeit keine Krankenhausbetten abbauen können“.

Argumente, die in Berlin, dem Hauptsitz der Helios Klinik GmbH, offenbar Gehör fanden. „Wir sind Helios für das Handeln in der Krisenzeit sehr dankbar und sehen darin ein starkes Zeichen, dass Krankenhauskonzerne in Krisenzeiten sich verantwortungsvoll zeigen“, so die CDU.

Helios: „Sind dem ausdrücklichen Wunsch der Bochumer Politik gefolgt“

Die Helios Klinik GmbH bestätigt. „In dieser herausfordernden Zeit und der aktuell nicht absehbaren Entwicklung haben wir uns dazu entschlossen, dem ausdrücklichen Wunsch der Bochumer Politik zu folgen und das Helios St.-Josefs-Hospital Linden bis auf Weiteres weiterzuführen, um auch die anderen Bochumer Krankenhäuser mit unseren derzeit bestehenden personellen und räumlichen Ressourcen zu entlasten“, teilt Unternehmenssprecherin Marina Dorsch auf WAZ-Anfrage mit.

In welchem Umfang dies möglich sein wird, sei noch offen. Marina Dorsch: „Dazu sind wir aktuell mit den Fachbereichen und weiteren Standorten in der Region im Austausch.“ Eine Schließungsabsicht bestehe weiterhin. „Zum zeitlichen Rahmen und der weiteren Entwicklung der Pandemie können wir derzeit keine Einschätzung geben.“

Betroffen von der Schließung sind etwa 160 Beschäftigte, die in der Somatik arbeiten. Nicht betroffen sind die 140 Mitarbeiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Während diese gut ausgelastete und in einem eigenen Haus untergebrachte Abteilung fortbestehen wird, wird das Allgemeinkrankenhaus seinen Betrieb beenden.

Es gebe „kein tragfähiges Konzept für die Weiterführung des gesamten Standortes“, hieß es Anfang März in einer Mitteilung des Unternehmens. Als kleinste Klinik in der Region mit 159 stationären Planbetten sei es schwierig gewesen, sich im Wettbewerb zu behaupten, so die Helios-Leitung. Der Rückgang an Patienten und die fehlende Grundauslastung zeigten, „dass es durch die Dichte der umliegenden, weit größeren und spezialisierten Krankenhäuser für das Hospital keinen ausreichenden Bedarf mehr gibt.“ Es sei denn, eine Corona-Pandemie breitet sich aus.

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