Wahl

CDU-Parteitag: Bochumer Delegierte sind noch unentschlossen

Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn bei der Regional

Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn bei der Regional

Foto: Fabian Bimmer

Bochum.   Beim Bundesparteitag am Freitag wählen auch drei Bochumer Delegierte einen neuen CDU-Vorsitzenden. Einen Kandidaten schließen sie klar aus.

So gespannt wie dieses Mal sei er noch nie gewesen, sagt Klaus Franz, und das obwohl der 65-jährige Ex-Oberbürgermeisterkandidat seit 20 Jahren zu CDU-Bundesparteitagen fährt. 18 Jahre nach der Wahl Angela Merkels wird am Freitag in Hamburg ein neuer Parteivorsitzender gewählt.

Der Bochumer Kreisverband schickt neben Klaus Franz den Kreisvorsitzenden Christian Haardt und den stellvertretenden Ratsfraktionsvorsitzenden Marcus Stawars als Delegierte in die Hansestadt. Sie alle seien noch unentschlossen, wem sie ihre Stimme geben – sagen aber mehr oder weniger deutlich, wem sie sie nicht geben: Jens Spahn.

Jens Spahn sei zu schnell auf Karriere fokussiert

„Er hat im Vergleich zu den anderen deutlich weniger Erfahrung“, begründet Klaus Franz seine Ablehnung. Zudem findet er, dass Spahn „zu schnell darauf fokussiert ist, Karriere zu machen“. Zwischen den anderen beiden Kandidaten, Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer sei er noch unentschlossen, will sich erst noch die Vorstellungen auf dem Parteitag anhören. „Aber ich tendiere in eine Richtung.“

Weniger dezidiert äußert sich Christian Haardt. „Es gibt gute Gründe dafür, warum diese Wahl geheim ist“, sagt der Kreisvorsitzende. Für ihn komme allerdings auch ein Kandidat „nicht in Betracht“. Welcher das ist, will er nicht verraten, rechnet jedoch Kramp-Karrenbauer dicht gefolgt von Merz die höchsten Chancen aus. „Am wichtigsten ist es, wer gut für das Profil der Partei ist und das Standing der CDU verbessert.“ Und letztlich eben auch: Wer die besten Ergebnisse bei der nächsten Bundestagswahl erzielen kann.

Debatte über Merz’ Gehalt sei „unsäglich“

Für Marcus Stawars „gehört es zur Fairness, sich nicht öffentlich zu äußern, wen ich wähle“. Auch er habe einen Favoriten, sei aber noch nicht festgelegt und wolle sich die Reden der Kandidaten anhören. Er prognostiziert ein Endspiel zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz und glaubt, dass viele Delegierte noch nicht hundertprozentig entschieden sind.

Die Debatte über Merz’ Gehalt fand Stawars „unsäglich“. In einem Interview hatte Merz gesagt: „Heute verdiene ich rund eine Million Euro.“ Stawars sagt: „Wir können froh sein, dass jemand, der woanders erfolgreich war, wieder zurückkommt in die Politik.“

Bei der Regionalkonferenz vor einer Woche in Düsseldorf habe Merz „unglaublich beeindruckt“ und sei dort der „herausragende Kandidat“ gewesen. Letztlich würden vermutlich „Nuancen“ den Ausschlag geben, wer am Freitag das Rennen macht. „Wir sind in einer Luxussituation, drei so gute Kandidaten zu haben.“

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