Soziales

„Café Grenzenlos“ lädt Generationen und Nationen ein

Kontakte macht die offene Atmosphäre im Café Grenzenlos einfach für die Besucherin Ursula Tautenhahn.

Kontakte macht die offene Atmosphäre im Café Grenzenlos einfach für die Besucherin Ursula Tautenhahn.

Foto: Bastian Haumann

Werne.  In Bochum-Werne laden Flüchtlingsbüro und Seniorenbüro regelmäßig zum „Café Grenzenlos“ ein. Das frühere Amtshaus Am Born wurde umgestaltet.

Barrierefrei heißt beim Bürgerhaus Am Born nicht nur, dass eine kleine Rampe hineinführt in den hell gestalteten Flur zum Flüchtlingsbüro. Die sachliche Amts-Atmosphäre ändert sich sofort hinter der Tür zum „Besprechungsraum“, denn hier ist ganz deutlich keine Schwelle. Das „Café Grenzenlos“ spricht erst einmal alle mit etwas Neugier auf andere Menschen und etwas Weltoffenheit an.

Deshalb heißt es zur Premiere auch gleich: „Schieben wir doch ‘mal die Tische zusammen und machen eine große Tafel auf. Dann kommen wir auch einfacher ins Gespräch“, meint Silke Wellner vom städtischen Flüchtlingsbüro noch, da kommt gleich die Antwort: „Sind wir doch schon.“

Man kennt sich schon, manche jedenfalls.

Vier Nationen sind vertreten

Für das erste Café hier im umgebauten, früheren „Vetter-Haus“ von Flüchtlingsbüro und Seniorenbüro haben die Damen ein Blech mit Kuchen, Plätzchen und Thermoskannen mit Kaffee und Tee bereitgestellt, auf die kleinen Besucher wartet eine bunt bestückte Spiele-Ecke. Aber die Besucherinnen haben auch etwas mitgebracht, Obstteller zieren umgehend die zusammengeschobene Tafel, eine kleine Orchidee kommt auf die Fensterbank.

„Mal sehen, vier sind es wohl“, Kathrin Engel vom Seniorenbüro blickt einmal in die Runde auf die Frage, wie viele Nationen denn schon dabei sind, „Ägypten, Syrien, Sri Lanka, Türkei.“ Die Männer sind mit gerade einmal zwei deutlich in der Unterzahl, außerdem ist bei der Vorbereitung des ersten Cafés irgendwie durchgerutscht, dass ja die islamische Fastenzeit, der Ramadan, begonnen hat. Und schließlich ist heute auch noch der St. Georgs-Tag „qingji“, wie schnell gegoogelt wird, das höchste Fest der Roma. Vielleicht, dass deswegen nicht gleich so viele Gäste da sind.

Flüchtlinge wollen hier die deutsche Sprache üben

„Die Idee zur Zusammenarbeit der Büros hatten wir schon länger, denn gerade die Seniorinnen hatten schon klar gemacht, dass sie Zeit und Lust hätten, sich mit anderen zu unterhalten,“ schildert Kathrin Engel schmunzelnd, „und das vor allem völlig unabhängig von Herkunft, Religion oder Kultur.“

„Und auf der anderen Seite wussten wir von unseren Flüchtlingen, dass viele die deutsche Sprache im direkten Gespräch üben und vor allem mit Deutschen in Kontakt kommen wollen,“ fügt Silke Wellner dazu.

Tischspiele oder Ausflüge

Viele der Flüchtlinge waren ohnehin früher schon in den Heimen an der Krachtstraße und am Wiebuschweg untergebracht, bis die geschlossen wurden und die Menschen in Wohnungen unterkamen. Aber im Stadtteil hatten sie schon etwas Fuß gefasst.

Als die Idee dann gereift war, haben die Helferinnen Aushänge über das Stadtteilbüro WLAB als Werbung für das „Café Grenzenlos“ verteilt, die Hausmeister der Wohnanlagen angesprochen oder auch einfach die Flüchtlinge auf der Straße, die sie aus der Betreuung schon kannten.

„Und wir wollen erst einmal offen lassen, ob es hier auch noch Programm geben wird, vielleicht Tischspiele oder mal Ausflüge“, meinen Engel und Wellner. Die Atmosphäre ist jedenfalls schon heimelig.

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