Werner Feld

Bürgerinitiative Werner Feld bereitet Protestschreiben vor

Thomas Boos (links), FDP-Fraktionsvorsitzender im RVR, beim Besuch des Werner Feldes. Rechts Nadja Zein-Draeger von der Bürgerinitiative.

Thomas Boos (links), FDP-Fraktionsvorsitzender im RVR, beim Besuch des Werner Feldes. Rechts Nadja Zein-Draeger von der Bürgerinitiative.

Foto: Socrates Tassos

Werne/Langendreer.  Die Bürgerinitiative Werner Feld will eine Bebauung des Werner Feldes in Bochum verhindern. Rat dafür holen sie sich bei Experten.

Es ist soweit. Jahrelang hat der Regionalverband Ruhr (RVR) an seinem Entwurf für den Regionalplan Ruhr gebastelt. Dieser legt fest, wie sich das Gebiet des RVR zwischen dem Kreis Wesel im Westen und dem Kreis Unna im Osten in den nächsten 25 Jahren entwickeln soll. Jetzt liegt dieser Entwurf vor. Seit Ende August können Bürger mitreden – im sogenannten formellen Beteiligungsverfahren.

Stichhaltige Argumente gesammelt

Dieses will die Bürgerinitiative Werner Feld um deren Initiatorin Nadja Zein-Draeger unbedingt nutzen, um eine Bebauung des Werner Feldes zu verhindern. Im Entwurf wird die 16 Hektar große Fläche zwischen Werner Hellweg und Provinzialstraße als mögliches Wohnbauland vorgeschlagen. Zein-Draeger & Co. haben die Sommerferien genutzt, um ein Protestschreiben vorzubereiten – als Eingabe in besagtes formelles Beteiligungsverfahren. „Es ist soweit fertig, wir lassen es aber noch von ein paar Experten prüfen und optimieren es gegebenenfalls“, sagt Nadja Zein-Draeger. „Das Schreiben soll Mitte Oktober an den RVR geschickt werden.“ Und an den Petitionsausschuss des Landtages.

Die Bürgerinitiative ist sicher, dem RVR einige stichhaltige Argumente liefern zu können, die gegen eine Bebauung des Werner Feldes sprechen. „Wir haben vier Ziele und elf Grundsätze aus der Landesentwicklungsplanung gefunden, gegen die ein solches Vorhaben verstoßen würde“, sagt Nadja Zein-Draeger, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen. Sie möchte dem endgültigen Entwurf des Schreibens nicht vorgreifen.

Ortstermin auf dem Werner Feld

Rat holte sich die Bürgerinitiative jetzt auch direkt beim RVR. Bei einem von der Fraktion FDP und Stadtgestalter organisierten Ortstermin auf dem Werner Feld schaute sich Thomas Boos, Vorsitzender der FDP-Fraktion beim RVR, die Lage mal vor Ort an. Das macht er gerade an vielen neuralgischen Punkten im RVR-Gebiet. Boos, von Beruf Architekt, war schon im Kreis Unna, im Ennepe-Ruhr-Kreis, am Niederrhein – und nun auch in Bochum-Werne. „Überall sammle ich wichtige Eindrücke für die weiteren Beratungsausschüsse“, sagt er.

Jetzt, wo die Regionalplanung konkret werde, wolle er auch die Betroffenen vor Ort hören. Im Falle des Werner Feldes kann Thomas Boos die Bedenken der Bebauungsgegner verstehen. „Durch die Windverhältnisse ist das Gebiet klimatisch ganz wichtig für die Siedlungen drumherum. Und es wird von den Menschen hier sehr genutzt.“

Der Bürgerinitiative rät Thomas Boos, sich weiter einzumischen. Erst recht, wenn das Werner Feld im Regionalplan Ruhr bleiben sollte. Dann müsse Druck auf Politik und Stadt ausgeübt werden, denn die haben dann die Planungshoheit. Der Regionalplan sichert den Kommunen die Möglichkeit, die ausgewählten Flächen bei Bedarf zu bebauen. „Und der Bedarf ist da“, sagt Thomas Boos. Deshalb würden im Regionalplan auch mehr Flächen als nötig geführt – „für mehr Handlungsfreiheit“.

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