Lebensmittelladen

Bürger in Grumme kämpfen für „ihren“ Lebensmittelladen

Die Botschaft der Findling-Kunden hängt um ihren Hals: „Unser Laden muss bleiben – für den Erhalt der Lebensqualität“.

Die Botschaft der Findling-Kunden hängt um ihren Hals: „Unser Laden muss bleiben – für den Erhalt der Lebensqualität“.

Foto: Stefan Arend

Bochum-Grumme.   „Lebensmittel Findling“ in der Flüssesiedlung steht vor dem Aus. Sehr zum Ärger der Kunden. Die VBW sorgt jetzt aber für einen Hoffnungsschimmer.

Viele Anwohner der Flüssesiedlung, insbesondere die älteren, sind sauer. Und in großer Sorge. Denn der einzige Lebensmittelladen in ihrer näheren Umgebung schließt zum Monatsende. Dann gibt es im Viertel keine Möglichkeit mehr, Kartoffeln, Getränke, Toilettenartikel, Tiefkühlware, frische Lebensmittel und Konserven zu bekommen.

All dies hat Petra Findling in ihrem Sortiment. Dass sie aufhört, war geplant. Nicht aber, dass es im Anschluss kein Lebensmittelgeschäft in der Ladenzeile an der Ennepestraße mehr geben wird. „Ich hatte sogar einen Nachfolger zur Hand“, sagt Petra Findling, „der genauso weitermachen wollte wie ich. Nur mit mehr Obst und Gemüse“. Findling stellte den Nachmieter der Immobilien-Eigentümerin VBW vor, erhielt aber eine Absage. „Mir wurde gesagt, man plane in dem Laden eine Art Info-Point. Und ich wurde gebeten, dem Nachfolger selbst abzusagen.“

Schnell machte diese Nachricht in der Flüssesiedlung die Runde. Und die aufgebrachten Kunden um Barbara Naglatzki formieren sich jetzt zum Widerstand. Rund 200 Unterschriften für den Erhalt eines Lebensmittelgeschäfts wurden schon gesammelt. Für den Termin mit der Zeitung erschienen viele Nachbarn mit Zetteln um den Hals. Aufschrift: „Unser Laden muss bleiben – für den Erhalt der Lebensqualität.“ Denn davon werde mit dem Wegfall der Einkaufsmöglichkeit ein gehöriges Stück fehlen, schimpfen die Grummer.

Lieferservice für Senioren

Gerade für die älteren Grummer ist der Weg zu den nächstgelegenen Supermärkten viel zu weit. Aus diesem Grund hatte Petra Findling auch viele Senioren regelmäßig beliefert. „Viele von ihnen machen bei uns ihren ganzen Einkauf“, weiß die 56-Jährige, die aus gesundheitlichen Gründen nach sieben Jahren kürzertritt. Eigentlich wollte sie bei ihrem Nachfolger noch ein bisschen arbeiten, dieser wollte auch einige ihrer vier Angestellten übernehmen. „Nun musste ich ihnen kündigen“, sagt Findling.

Vielleicht gibt es doch noch eine Lösung, die alle zufrieden stellt. Denn die VBW sorgt jetzt für einen Hoffnungsschimmer. „Uns ist sehr daran gelegen, einen passenden Nachmieter zu finden“, sagt Pressesprecherin Lisa Marie Köhling. „Wir hätten auch vorrangig den Wunsch, weiter dort Einzelhandel zu haben.“ Es müsse halt passen, „mit nachhaltigem Konzept und dem finanziellen Background“. Diese Voraussetzungen seien bei dem aktuellen Interessenten aus Sicht der VBW nicht gegeben. „Wir sind aber nach wie vor gesprächsbereit“, verspricht Köhling. Es müsse allerdings kurzfristig eine Lösung her, „denn auch wir müssen ja planen.“

Als Alternative zum Lebensmittelladen hat die VBW tatsächlich ein Service-Büro im Blick, in dem ihre Mitarbeiter auch nachbarschaftliche Dienstleistungen anbieten, wie die Annahme von Paketen. So, wie Petra Findling es seit Jahren auch tut.

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