Neubaugebiet

Bürger fürchten Verkehrskollaps durch Neubaugebiet

Dort, wo früher die Erich-Kästner-Gesamtschule stand (Brachfläche), sollen vier große Wohnblöcke gebaut werden. Dazu eine neue Sporthalle, eine Kita und ein Gebäude für Gewerbe.

Dort, wo früher die Erich-Kästner-Gesamtschule stand (Brachfläche), sollen vier große Wohnblöcke gebaut werden. Dazu eine neue Sporthalle, eine Kita und ein Gebäude für Gewerbe.

Foto: Gero Helm

Süd.   Vier Wohnblöcke sollen neben der Erich-Kästner-Schule entstehen. Anwohner stehen dem Neubaugebiet skeptisch gegenüber und haben viele Fragen.

Sehr emotional ging es auf der Informationsveranstaltung zum geplanten Neubaugebiet neben der Erich-Kästner-Gesamtschule (EKS) zu. Vier große Wohnblöcke sollen auf der neun Hektar großen Brachfläche an der Ecke Markstraße/Stiepeler Straße gebaut werden. Dazu eine neue Kita, eine neue Sporthalle für die Uni und ein Gebäude für Gewerbe. Am Ende der zum Teil ausufernden Diskussion ist klar: Viele Anwohner stehen dem Bauvorhaben skeptisch gegenüber. Insbesondere, weil sie einen Verkehrskollaps in der Umgebung – Stiepel, Querenburg und Wiemelhausen – fürchten. Vor allem aber vor der eigenen Haustür.

Noch steht die Stadt ganz am Anfang des Bebauungsplanverfahrens. Und so gibt es auch noch nicht viel Konkretes. Ein bisschen immerhin schon: Drei bis vier Geschosse hoch sollen die Wohnblöcke sein und zwischen 300 und 400 Wohnungen bieten. Es sind Tiefgaragen, ebenerdige Besucherparkplätze und ein Parkplatz mit ca. 160 Stellplätzen zur Markstraße hin geplant – alles zu erreichen über eine Ringstraße von der Stiepeler Straße.

Gesundes Wohnen und Leben

Das neue Stadtquartier soll – passend zum benachbarten Gesundheitscampus – unter dem Motto „Gesundes Wohnen und Leben“ gebaut werden. Dementsprechend ist das Ansiedeln von gesundheitsorientierten Dienstleistern vorgesehen. Von einem gesunden Leben könne mit dem Realisieren des Projektes kaum die Rede sein, monieren einige Anwohner. Das Neubaugebiet sorge für zusätzlichen Verkehr, für noch höheren Parkdruck in der Nachbarschaft und außerdem für noch mehr Lärm.

Schon jetzt sei der Zustand vor allem morgens, wenn die Schule beginnt, unerträglich. Die Nebenstraßen würden zugeparkt, zumal den 130 Mitarbeitern der EKS lediglich 25 Parkplätze auf dem Schulgelände zur Verfügung stehen. Stadtplaner Klaus Kleine verspricht, dass das Thema Parken und Verkehr ein sehr zentrales bei der weiteren Planung sein wird und alle Einwände der Bürger dort mit einfließen.

Stiepeler Straße wird umgestaltet

Ebenso der Einlass von Heidi Hopkins vom Landschaftsbeirat der Stadt, die dafür plädiert, die Autos völlig aus dem neuen Quartier rauszunehmen. „Das wäre mal was Neues“. Was Kleine und Kollegen allerdings vor Probleme stellen würde: „Auf der einen Seite soll es möglichst wenig zusätzlichen Verkehr geben, auf der anderen Seite drumherum auch kein Parkchaos.“ Da den goldenen Mittelweg zu finden, sei schwierig.

Eine Umgestaltung der Stiepeler Straße auf Höhe des Neubaugebietes – wie von einem Anwohner gefordert – ist angedacht. Dann soll es auch Radwege geben. In welcher Form, kann Klaus Kleine noch nicht sagen. „Dies ist nicht Bestandteil des Bebauungsplanes; eine fertige Planung liegt auch noch nicht vor.“ Dem Vorwurf, die Bebauung sei zu dicht, hält Kleine entgegen, dass das Gelände schon vorher bebaut gewesen sei (mit der alten EKS). Außerdem: „Lieber hier dichter bauen als dieselbe Menge an Wohnungen auf mehrere Stellen im Stadtbezirk verteilt errichten.“

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