Bochum Strategie 2030

Bündnis beklagt: Bochum-Strategie hat Lücken

Angebote wie die kostenlose Hausaufgabenhilfe sollten ausgebaut werden und finanziell gesichert sein. Das und vieles mehr, so das Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit, müsse in die Bochum Strategie einfließen.

Foto: Michael Korte

Angebote wie die kostenlose Hausaufgabenhilfe sollten ausgebaut werden und finanziell gesichert sein. Das und vieles mehr, so das Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit, müsse in die Bochum Strategie einfließen. Foto: Michael Korte

Das Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit fordert, den Aspekt „Soziales“ in der Bochum-Strategie mehr zu berücksichtigen. Sieben Felder.

Bochum will sein Profil schärfen – als Stadt des Wissens und des Wandels. Die dafür entwickelte Strategie hat jedoch Schwächen, klagt das Bochumer Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit, einem seit 2010 bestehenden Zusammenschluss örtlicher Gruppen, Einrichtungen und Organisationen.

Der Aspekt „Soziales“ findet sich nach seiner Einschätzung in der Bochum-Strategie 2030 nur spärlich wieder. Das müsse sich ändern, so Bündnis-Sprecher Stefan Marx, DGB-Chef in der Region Ruhr-Mark. Im Rahmen einer Konferenz mit dem Titel „Soziales Bochum – alternative Strategien“ hat das Bündnis auf sieben Feldern Handlungsbedarf ausgemacht.

Leben im Alter

Mehr als ein Viertel aller Bochumer, 103 000 Menschen, sind 60 Jahre und älter. „Dieser Anteil wird wachsen“, so Thomas Röll, Geschäftsführer des „Paritätischen“. Aufgebaut werden müsse ein „flächendeckendes Netz an Quartierszentren und Nachbarschaftshäusern“, wo Generationen sich treffen und helfen können. Ansätze dafür gebe es, problematisch sei die befristete Finanzierung.

Wohnungspolitik

Sechs Forderungen hat der Workshop „Kommunale Wohnungspolitik“ im Rahmen der Sozialkonferenz erarbeitet. Dazu gehört, dass die Stadt die Wohnungsgesellschaft VBW zu ausschließlich gemeinnützigem Wirtschaften verpflichten sollte, dass städtische Grundstücke nur noch in Erbpacht und für preiswerten Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden und ein Leerstandskataster aufgebaut werden sollten.

Freie Kultur

„Nur vier Prozent von Bochums Kulturetat fließen in die freie Kultur. Das ist zu wenig“, beklagt Uwe Vorberg vom Bahnhof Langendreer. Die Mittel sollten breiter verteilt und eine Produktionsstätte für Kulturschaffende aller Sparten errichtet werden. Außerdem müsse die freie Kulturszene eine ständige Vertretung im Kulturausschuss haben und beteiligt werden bei der Gestaltung eines Kulturentwicklungsplans.

Migration

Migration und Integration müssen als Schwerpunkte in die Bochum-Strategie aufgenommen werden, so Sebastian Hammer, stellvertretender IFAK-Geschäftsführer. Bochums Integrationskonzept müsse überarbeitet und seine Umsetzung regelmäßig kontrolliert werden. Vor allem müssten Migranten besser beteiligt und ein „Dialog auf Augenhöhe“ (O-Ton) geführt werden. Derzeit planten etwa 15 Bochumer Organisationen die Gründung eines Vereins, der deren Interessen bündeln und vertreten soll.

Kinder, Jugendliche, Familie

Etwa 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Stadt wachsen in Familien auf, die von Hartz IV leben. Sie „sind auf außerschulische Bildungs- und Freizeitangebote angewiesen“, so Rolf Geers vom Jugendring. Die bestehenden Angebote müssten noch ausgebaut und vor allem ihre Finanzierung dauerhaft gesichert werden.

Beschäftigte in der Gesundheitsversorgung

Dringend bräuchten die Beschäftigten in den zwölf Krankenhäusern der Stadt Entlastung, um die Gesundheitsversorgung in der Stadt dauerhaft sicherzustellen. Dazu gehöre u.a. ein bedarfsgerechter Personalbestand. Notwendig sei eine soziale Infrastruktur für Krankenhäuser, angefangen von Wohnraum für Azubis bis Azubis-Tickets für den ÖPNV.

Langzeitarbeitslosigkeit

21 000 von 27 000 Arbeitslose in der Stadt beziehen Hartz IV, die meisten sind langzeitarbeitslos. Mit ihnen müssten Arbeitsangebote entwickelt werden, so Rose Richter vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche. Die in Rede stehende Beschäftigungsgesellschaft sei ein Schnellschuss. Mit Hilfe vorhandener Beschäftigungsträger müsse Beschäftigung für Langzeitarbeitslose langfristig finanziert werden.

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