Verbrechen

Brutaler Täter überfällt Fußgänger und begräbt ihn lebendig

Auf diesem Parkplatz wurde das schwer verletzte Opfer mit faustgroßen Verbundsteinen, einer Palette und Säcken voller Split bedeckt. Das Material war dort gelagert.

Foto: Ingo Otto

Auf diesem Parkplatz wurde das schwer verletzte Opfer mit faustgroßen Verbundsteinen, einer Palette und Säcken voller Split bedeckt. Das Material war dort gelagert. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Ein unbekannter Mann hat in Bochum-Langendreer einen Fußgänger überfallen, schwer verletzt und ihn lebendig unter Steinen begraben. Er überlebte.

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So ein bizarres und schauriger Verbrechen hat die Polizei in Bochum wohl noch nie erlebt. Ein Obdachloser (55) wurde in Langendreer brutal überfallen, mit Steinen beworfen und dann in schwer verletztem Zustand unter einem Haufen weiterer Steine sozusagen lebendig begraben.

„Die Ermittlungen gehen in Richtung versuchter Mord“, sagte Polizeisprecher Volker Schütte am Mittwoch der WAZ. „Der Überfall ist einer der brutalsten, den ich in 40 Jahren Dienstzeit erlebt habe.“ Das Tatmotiv ist bisher völlig offen.

Zunächst suchte Kripo ohne Fotofahndung

Die ungeheure Tat ereignete sich bereits in der Nacht zum 9. November (Donnerstag). Erst suchte die Kripo den Täter ohne Fotofahndung, doch ohne Erfolg. Am Mittwoch nun veröffentlichte sie ein Bild des Täters; es stammt aus dem Video einer Überwachungskamera. Der 55-jährige Bochumer war in der Tatnacht gegen 1.30 Uhr im Bereich der S-Bahn-Überführung an der Ümminger Straße 2 unterwegs, an der Bushaltestelle Langendreer-West.

Der Täter folgte ihm zunächst auf den dortigen Parkplatz einer Ditib-Moschee gegenüber der Alten Bahnhofstraße. Dort schlug er ihn zu Boden und warf faustgroße Verbundsteine auf ihn, die dort in größerer Menge gelagert sind. „Anschließend bedeckte der Täter das augenscheinlich bewusstlose Opfer fast komplett mit weiteren Steinen, einer Palette sowie mehreren Säcken mit Split“, sagt Schütte. Mehrere Minuten habe das gedauert. Danach sei der Täter geflüchtet.

Opfer konnte sich nicht befreien

Für den 55-Jährigen muss es die Hölle gewesen sein: mehrere Rippenbrüche, stark unterkühlt, völlig allein gelassen und wegen der schweren Lasten auf seinem Körper bewegungsunfähig. Mehrere Stunden konnte er sich aus seinem nasskalten Gefängnis nicht selbst befreien.

Erst gegen 3.50 Uhr wurde er von einem Anwohner gehört. „,Hilfe! Hilfe!’ hat er gerufen“, sagte der Zeuge am Mittwoch am Tatort zur WAZ. „Ich habe dann den Rettungswagen gerufen.“ Rettungskräfte brachten den Schwerverletzten ins Krankenhaus. Dort wurde er zunächst auf der Intensivstation behandelt. Mehrere Tage musste er stationär behandelt werden.

Das Opfer, sagte der Zeuge, habe sich jeden Tag dort aufgehalten und sei immer betrunken gewesen. Auch Mittwochmittag saßen dort mehrere Männer herum, die teilweise in beklagenswertem Zustand waren.

Fotos aus der Überwachungskamera ist verschwommen

Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen den Täter nur sehr verschwommen. Er ist zwischen 20 und 30 Jahre alt, schlank, trägt eventuell einen Vollbart und war mit einer hellen Jacke bekleidet, deren Schulterbereich sowie Seiten- und Brusttaschen dunkel abgesetzt sind.

Die Polizei sucht auch nach einem Pärchen. Kurz vor der Tat ist es dem Täter auf dem Gehweg der Ümminger Straße entgegengekommen, es muss ihn gesehen haben. Dieses Pärchen, aber auch weitere Zeugen, werden gebeten, sich beim Kommissariat für Kapitalstrafsachen zu melden. Telefon 0234/909-4106 oder -4441 (Kriminalwache).

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