Urteil

Brandstiftung an Bochumer Moschee: Haft auf Bewährung

Der Angeklagte, hier neben seinem Verteidiger Rainer Rogalla, vor dem Bochumer Amtsgericht.

Der Angeklagte, hier neben seinem Verteidiger Rainer Rogalla, vor dem Bochumer Amtsgericht.

Foto: B.Ki.

Bochum.  Weil er Feuer am Küchengebäude einer Moschee gelegt hatte, ist ein Bochumer verurteilt worden. Als Motiv gab er Verärgerung über zu viel Lärm an.

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Er habe sich über die Lautstärke der vielen Moschee-Besucher geärgert, sagte der Brandstifter (58) am Montag vor dem Amtsgericht. Deshalb hatte er in dem zum Gebetshaus gehörenden Küchengebäude an der Ümminger Straße in Langendreer Feuer gelegt. Dafür wurde er zu 14 Monaten Haft auf Bewährung und 200 Sozialstunden verurteilt. „Wie blöd kann man eigentlich sein“, sagte Richter Dr. Axel Deutscher über die Tat.

Der Angeklagte hatte am 2. Juli dieses Jahres um 23.30 Uhr Toilettenpapier in das auf Kipp stehende Küchenfenster gestopft und es angezündet. Zu diesem Zeitpunkt feierten in der Moschee direkt nebenan knapp 100 Gläubige, darunter viele Flüchtlinge, das Fastenbrechen. Das Feuer ging von alleine aus, ohne Zutun Dritter. Es entstand starker Rauch, außerdem waren der Fensterrahmen und der -flügel angekokelt. Verletzt wurde niemand.

58-Jähriger war zur Tatzeit alkoholisiert

Der Angeklagte, ein langzeitarbeiterloser Handwerker, ist unmittelbarer Nachbar der Moschee. Er sagte, dass er nichts gegen Moslems habe. „Überhaupt nicht.“ Nur die Lautstärke an dem Abend habe ihn gestört. Ihm sei allerdings bewusst gewesen, dass das Küchengebäude auch habe abbrennen können. „Hätte schlimm sein können.“ Zur Tatzeit war er alkoholisiert.

Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund liegen nicht vor. „Er gehört nicht zur rechtsradikalen Szene, sondern zur Trinkerszene am Alten Bahnhof“, sagte Verteidiger Rainer Rogalla. Als Täter identifiziert wurde sein Mandant, der wegen Wodka-Diebstahls, Betrugs, Trunkenheit auf dem Fahrrad (2,29 Promille) und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vorbestraft ist, über eine Videokamera einer benachbarten Spielhalle. Vor Gericht bat er den Moschee-Vorstand um Entschuldigung. „Tut mir leid.“

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