Nahverkehr

Bogestra-Netz 2020 wird von Senioren kritisch hinterfragt

Luca Heydemann von der Bogestra kennt sich bereits aus im neuen Liniennetz 2020.  Er stellt den Fahrplan im Seniorenbüro Ost vor.

Luca Heydemann von der Bogestra kennt sich bereits aus im neuen Liniennetz 2020. Er stellt den Fahrplan im Seniorenbüro Ost vor.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Im Nahverkehrsplan ändert sich zum 15. Dezember einiges. Besonders die Linie 310 bietet Gesprächsstoff beim Infotreff im Bochumer Osten.

Luca Heydemann muss sich bei der Informationsveranstaltung zum neuen Fahrplan der Bogestra ganz schön vielen Fragen und Kommentaren stellen. Er ist Auszubildender als Fachkraft im Fahrbetrieb und gibt zusammen mit Busfahrer Pascal Duda aus Gelsenkirchen eine Einführung in die Änderungen, die ab dem 15. Dezember in Kraft treten. Obwohl das ganz schön viele sind, haben beide detaillierte Informationen parat und können ausführlich auf persönliche Fragen eingehen. Der Name „Netz 2020“ kursiert schließlich schon seit einiger Zeit, nun konnten Interessierte im Seniorenbüro Ost genauere Informationen erhalten.

Linie 310 sorgt für Gesprächsstoff

Besonders die Umbauarbeiten und Umstellung der Linie 310 und damit verbunden die Verkehrsmöglichkeiten in der Ortschaft Kaltehardt sind wichtig für die anwesenden Senioren. „Ich wohne in Kaltehardt und weiß, dass sich viele dort abgehängt fühlen“, sagt Kornelia Horstmann. „Ich bin hergekommen, um zu erfahren, ob und wie der Streckenabschnitt der 310 ersetzt wird.“ Die modernen Niederflurbahnen können auf dem Abschnitt, der über Kaltehardt führt, nicht fahren. Die alten Bahnen dürfen jedoch nicht mehr genutzt werden.

Wer von dort aus nach Witten möchte, muss nach dem neuen Fahrplan erst einmal ins Dorf herunterfahren. Dafür biete sich etwa die neue Buslinie 378 an, die auf dieser Strecke quasi die aktuelle Linie 377 ersetze. Am Markt kann dann in die Straßenbahn 310 umgestiegen werden – zumindest ab voraussichtlich September 2020. Denn: „Wir starten die Umstrukturierung im Prinzip gleich mit Baumaßnahmen“, sagt Luca Heydemann entschuldigend. Den Abschnitt zwischen Langendreer Markt und Witten Crengeldanz werden ab Mitte Dezember Busse als Schienenersatzverkehr befahren.

Taktung wird merklich verbessert

Für die älteren Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel ist das keine ideale Lösung. Von mehreren Seiten wird kommentiert, dass gerade das Umsteigen problematisch sei. Was die anfängliche Aufregung jedoch etwas beruhigt, ist die Tatsache, dass fast alle Buslinien im neuen Fahrplan enger getaktet sind.

„Im Stundentakt dürfte von Montag bis Freitag nichts mehr fahren“, sagt Pascal Duda. 20-Minuten-Takte würden nun auf 15-Minuten-Takte umgestellt, Linien, die nicht so stark frequentiert sind, führen in der Regel im 30-Minuten-Takt.

Neue Linien sollen mehr Direktverbindungen gewährleisten

Außerdem gibt es neue Linien, etwa die 358, die nun von der Universität über Langendreer und Altenbochum zum Ruhrpark fährt. Generell werden viele Ortsteile, wie durch diese Linie zum Beispiel Goy, mit dem neuen Netz direkt an den Ruhrpark angebunden. Einzig Somborn verliert seine Direktanbindung. Eine weitere Neuerung ist die Ringlinie 369, die zwischen Langendreer und Lütgendortmund verkehrt. „Die Umstellung basiert auf Analysen des Fahrverhaltens und soll Direktverbindungen und eine bessere Taktung gewährleisten“, sagt Luca Heydemann.

Allein, um Fragen für den Bochumer Osten zu klären, brauchen Luca Heydemann und Pascal Duda eine gute Stunde. „Der 15. Dezember wird sicherlich chaotisch, da das auch für uns Fahrer eine große Umstellung ist“, sagt Pascal Duda. Das Datum wurde übrigens gewählt, da zu diesem Zeitpunkt die Deutsche Bahn ihren Fahrplan umstellt und die stadtinternen Anschlüsse weiterhin gewährleistet werden sollen.

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