Bogestra

Bogestra investiert 110 Millionen Euro in Flotte und Schiene

Sechs neue U-Bahn-Wagen hat die Bogestra beim Schweizer Unternehmen Stadler bestellt. Von 2021 an soll dann die bestehende U-Bahn-Flotte modernisiert werden.

Sechs neue U-Bahn-Wagen hat die Bogestra beim Schweizer Unternehmen Stadler bestellt. Von 2021 an soll dann die bestehende U-Bahn-Flotte modernisiert werden.

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Neue U-Bahnwagen hat die Bogestra bestellt, die bestehende Flotte wird modernisiert. Beides ist Teil des bis 2041 laufenden Verkehrsauftrags.

Sechs neue U-Bahn-Wagen vom Typ „Tango“ hat die Bogestra beim Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler für den Betrieb auf der Campus-Linie U35 zwischen Ruhr-Uni und Herne-Strünkede bestellt. Wenn die Stadtbahnwagen im Frühjahr 2021 ausgeliefert werden, beginnt die umfassende Modernisierung der 25 bislang eingesetzten Fahrzeuge des Typs B80D durch Stadler. Dies soll bis 2025 dauern. Mindestens 58,5 Millionen Euro wird das Nahverkehrsunternehmen in den Kauf und die Modernisierung investieren.

Es wird nicht die einzige große Investition in den nächsten Jahren sein. Weitere 49,5 Millionen Euro wird die Bogestra für die Schieneninfrastruktur und etwa 1,9 Millionen Euro für die Businfrastruktur ausgeben. Das Unternehmen trägt damit dem langjährigen Auftrag Rechnung, für den öffentlichen Nahverkehr in Bochum, Gelsenkirchen und in angrenzenden Städten zu sorgen. Vom 1. Juli 2019 an tritt der entsprechende öffentliche Dienstleistungsauftrag mit einer Laufzeit von 22,5 Jahren in Kraft. Er gibt den betreffenden Kommunen und der Bogestra Planungssicherheit bis zum Jahr 2041.

93 Fahrzeuge von Stadler

Der Vertrag verpflichtet das Unternehmen, wie schon bislang die Verkehrsmittel und die Infrastruktur vorzuhalten und zu betreiben, um die in den Nahverkehrsplänen hinterlegten Anforderungen und Leistungen erfüllen zu können. Die Stadträte von Bochum und Gelsenkirchen hatten Anfang 2016 entsprechende Grundsatzbeschlüsse getroffen.

Mit der Neuanschaffung der sechs Tango-Wagen setzt die Bogestra die Verjüngung ihrer Fahrzeugflotte fort. Von den bislang insgesamt 139 Bahnen sind 93 Fahrzeuge aus dem Haus Stadler. Die ältesten Wagen der Bogestra-Flotte, die fast 42 Jahre alten Modelle M6, sollen Ende des Jahres ausrangiert werden, so Finanz-Geschäftsbereichsleiter Dimitri Springer in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Beteiligung und Controlling.

WLAN und USB-Ladebuchsen

Der nun bestellte Tango-Wagen ist ein dreiteiliges Zweirichtungsfahrzeug, das auf einer vollständig stufenlos begehbaren Länge von 28 Metern bis zu 172 Fahrgästen, 66 davon auf Sitzplätzen, Platz bietet. „Gesondert ausgewiesene Multifunktionsbereiche erleichtern die Beförderung von Kinderwagen und Fahrrädern, zwei Bereiche sind dabei für Rollstuhlfahrer vorgesehen“, so der Hersteller. Das Fahrgastinformationssystem ermögliche zusammen mit der WLAN-Ausstattung die minutengenaue Aktualisierung der individuellen Fahrtplanung.

Moderne Bildschirme geben Auskunft über Endhaltestelle, Liniennummer und Linienverlauf. „Die Ausstattung der Tango-Bahnen der zweiten Generation sind wieder mit WLAN und erstmals auch mit USB-Ladebuchsen ausgestattet, so dass die etwa 94.000 Kunden werktäglich in den U-Bahnen kostenlos surfen können – und das mit einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu 100 MBit pro Sekunde sowie einem Datenvolumen von bis zu 5 Gigabyte“, sagt Bogestra-Vorstandsmitglied Andreas Kerber. „Wir arbeiten seit vielen Jahren sehr gut und erfolgreich mit Stadler im Bereich Neufahrzeuge zusammen. Daher haben wir uns entschlossen, die Zusammenarbeit mit dem unterzeichneten Vertrag auch auf die Modernisierung unserer Bestandsflottenfahrzeuge der Serie B80D zu erweitern“, so Kerberr.

U-Bahnwagen sind bis zu 30 Jahre alt

Sobald die neuen Fahrzeuge im Einsatz sind, werden ab Frühjahr 2021 die 25 Stadtbahnwagen des Typs B80D modernisiert. Die bis zu 30 Jahre alten Fahrzeuge erhalten eine umfassende optische und technische Rundumerneuerung. So werden die Wagenkästen unter anderem neu lackiert und der Fahrgastbereich umfangreich aufgearbeitet. Der Fahrerarbeitsplatz wird unter Berücksichtigung aktueller ergonomischer Erkenntnisse neu gestaltet. Darüber hinaus erhalten die Fahrzeuge moderne Fahrgasttüranlagen, die den Standards der Neufahrzeuge entsprechen. Auch die Leit- und Antriebstechnik wird ausgetauscht und erneuert.

Die Bogestra-Busflotte besteht derzeit aus 231 Fahrzeugen – 156 Gelenk-Kombinationen und 75 Solowagen, so Dimitri Springer bei der Vorstellung des gesamten Fuhrparks im Beteiligungsausschuss. Die Fahrzeuge sind durchschnittlich 6,7 Jahre alt. In Vorbereitung ist die Bestellung von 20 Elektrobussen, für die die Bogestra Fördergelder in Höhe von gut zehn Millionen Euro erhält. Noch, so Springer, habe sich das Unternehmen nicht für ein Modell entschieden. Vergeben werden soll der Auftrag im Juli.

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