Bus & Bahn

Bogestra-Fahrplan 2020 wirft in Langendreer viele Fragen auf

Wilfried und Margot Lindgraf aus Kaltehardt informieren sich bei den Bogestra-Mitarbeitern Martin Broszio (links) und Heiko Nowicki über das „Netz 2020“.

Wilfried und Margot Lindgraf aus Kaltehardt informieren sich bei den Bogestra-Mitarbeitern Martin Broszio (links) und Heiko Nowicki über das „Netz 2020“.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Ab 15. Dezember gilt im Stadtgebiet der neue Bogestra-Fahrplan. In Langendreer ändert sich fast alles. Das verwirrt vor allem ältere Menschen.

Wo fährt der 355er künftig her? Mit welcher Linie komme ich demnächst in den Ruhrpark? Wie gelange ich in Zukunft von Kaltehardt nach Witten? Die drei Mitarbeiter der Bogestra, die mit dem Service-Mobil auf dem Markt in Langendreer stehen, werden am Freitagmorgen mit Fragen wie diesen geradezu bombardiert. Klar, es gilt ja auch, den neuen Fahrplan der Bogestra zu erklären, der ab 15. Dezember in Kraft tritt.

Es ändert sich fast alles in Langendreer

Und dieses „Netz 2020“ wirft weiterhin viele Fragen bei den Nutzern des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) auf. Kein Wunder, denn laut Bogestra-Mitarbeiter Martin Broszio „ändert sich ja auch fast alles – Streckenführungen, Linienbezeichnungen, Haltestellen“. Speziell in Langendreer, wo erschwerend hinzu kommt, dass die Straßenbahn 310 mit Greifen des neuen Fahrplans nicht mehr über Kaltehardt fährt.

Zusammen mit seinen Kollegen Susanne Pawlofsky und Heiko Nowicki hat Broszio alle Hände voll zu tun, denn der Andrang am Service-Mobil ist groß. Rolf Willhardt von der Langendreerstraße fühlt sich „abgehängt“, weil seines Wissens mit dem Fahrplanwechsel künftig kein Bus mehr über diese Straße fahren wird. „Stimmt nicht“, kann Martin Broszio nach ein paar Minuten Recherche („Auch für uns Mitarbeiter bedeutet der neue Fahrplan eine große Umstellung“) beruhigen. „In Zukunft wird der 355 über die Langendreerstraße fahren.“

Viele Kunden fahren zufrieden nach Hause

Rolf Willhardt fährt deutlich entspannter nach Hause, als er angereist ist. „Zumindest habe ich jetzt schon mal was verstanden“, freut er sich und nimmt gleich eine Übersicht des neuen Liniennetzes mit. Viele andere Bogestra-Kunden tun es ihm an diesem Vormittag gleich, decken sich mit Info-Material ein und stellen Fragen zu den Linien, die sie regelmäßig nutzen. „Fährt der 355er weiterhin den Ruhrpark an?“, will eine Frau wissen. „Nein“, antwortet Martin Broszio, „das übernimmt in Zukunft der 379.“

„In den meisten Fällen können wir so helfen, dass unsere Kunden zufrieden wieder nach Hause gehen“, sagt Susanne Pawlofsky in einer kurzen Verschnaufpause, während ihre beiden Kollegen beraten und beraten und beraten. Schon gleich früh um 7 Uhr, beim Aufbau, sei das Service-Mobil umlagert worden. „Da waren es meist Eltern, die ihre Kinder gerade in den Kindergarten oder die Schule gebracht haben“, berichtet Pawlofsky. Jetzt, am späteren Vormittag, sind vor allem Senioren hier.

Zwei Linien bedienen Kaltehardt

Große Verunsicherung herrscht vor allem in Kaltehardt, wo ab 15. Dezember die Straßenbahn nicht mehr fährt. „Auch hier lassen wir niemanden im Regen stehen“, verspricht Martin Broszio. „Anstelle der 310 fahren ab Sportplatz künftig die Linien 364 und 355 über verschiedene Routen durch Langendreer, die Stadt und schließlich bis nach Castrop-Rauxel bzw. nach Dahlhausen.“

Kritik an schlechter Verbindung nach Witten

Dem Ehepaar Lindgraf bringt dies wenig, wenn es nach Witten ins Marienhospital muss. „Noch steigen wir dazu in die 310 und sind in 14 Minuten da“, sagt Margot Lindgraf. „In Zukunft müssen wir über ,Ost-Preußen’ fahren . . . Für uns in Kaltehardt bedeutet der neue Fahrplan eine deutliche Verschlechterung.“ Ja, ohne Umsteigen wird es künftig nicht gehen, bestätigt Broszio und schlägt vor: „Mit dem 355er zum Markt fahren und dann nach Witten umsteigen oder den 364er zur Unterstraße nehmen und dort umsteigen.“

Mehr Info, mehr Beruhigung

„Es gibt immer Gewinner und Verlierer“, weiß Susanne Pawlofsky, dass es die Bogestra mit dem neuen Fahrplan nicht allen recht machen kann. Aber sie hat das Gefühl, mit zunehmender Information auch für mehr Beruhigung sorgen zu können. Vielleicht in Kürze auch bei den Lindgrafs. Trotz aller Unzufriedenheit haben sie sich Info-Material mitgenommen. „Den Plan werde ich jetzt erstmal studieren“, sagt Wilfried Lindgraf. „Ist ja alles doch ziemlich verwirrend.“ Susanne Pawlofsky nickt zustimmend – und wird schon mit der nächsten Frage konfrontiert.

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