Rückblick

Bochums berühmte Putzfrau blickt auf das Jahr 2018 zurück

Mal Engelchen, mal Teufelchen: Bochums berühmteste Putzfrau Waltraud Ehlert wartet zum Jahreswechsel mit Wallis Wahrheiten auf.

Mal Engelchen, mal Teufelchen: Bochums berühmteste Putzfrau Waltraud Ehlert wartet zum Jahreswechsel mit Wallis Wahrheiten auf.

Foto: Michael Grosler

Bochum.   Zu Silvester hat Esther Münch als Waltraud Ehlert ein paar Weisheiten aufgeschrieben: ein wilder Ritt durch das Zeitgeschehen in Bochum.

„Kerl wat war dat ma widda für ein Jahr gewesen...“ So beginnt er, der Jahresrück- und -ausblick von Bochums berühmtester Putzfrau Waltraud Ehlert. „Ja sicha!“, antwortete Esther Münch, als die WAZ sie bat, für unsere Silvesterausgabe wenn nicht in ihren Kittel, so doch in ihre Paraderolle zu schlüpfen und Wallis Weisheiten exklusiv niederzuschreiben.

Hier ist er also, der wilde Ritt der Reinigungsfachkraft durch das Zeitgeschehen in Bochum und drum herum. Viel Spaß!

Hauptsache Bo macht Bäm!

Ich kenn da Leute, die machen drei Kreuze, dat dat Jahr vorbei is und widda andere, die zufrieden sind.

Da ich einen grundsätzlich positiven Menschen bin, is für mich persönlich allet gut. Wat alla-dings nich heißt, dat allet gut war! Schließlich happich mich jede Woche übba wat anderet aufgerecht, manchmal sogar mit schnittfesten grünen Schaum vorre Schnute, den ich nur noch mitte Schüppe abkloppen konnte!

So hat mich die Dikketallesierunk komplett bekloppt gemacht. Nix dagegen, wir leben in moderne Zeiten, da kannze nimehr mitte Buschtrommel kommeneziän. Abba dat wurde sooooo oft beschrieben, besabbelt und für wichtich befunden, dat ich schon aussen Mittelohr geblutet hab. Am besten fänd ich, wenn die Baustellen mal dikketalesiät werden würden. Bei allen Vaständnis für wat allet erneuat werden muss: meine Geduld wurde dieset Jahr auf eine mehr als harte Probe gestellt. Abba Hauptsache Bo macht Bäm, is klar!!

Aufgerecht hat mich au die Bundesbahn, die Anfang 2018 getönt hat, wie viele Millionen sie investiän will und von die Sie und ich nix gemerkt ham. Fahrn se ma nach Spanien, da fahrn die Züge pünktlich und sind sauba. Wieso können die dat und wir nich??

Menschen mit Wischmobhändy

Nächstet Thema war dat Mobilfon odda wie ich imma sach: Wischmobhändy. Egal wo du bis, überall siehße Menschen, die nur noch auf ihr Handy glotzen. Man hält dat Telefon au nich mehr am Ohr, sondan wie innen Krankenhaus die Brechschale vorre Schnute, wat dazu führt, dat du ständig Sachen mitkriss, die dich übahaupt nich interessiän. Dat is für mich akustischen Müll. Den hätt ich gerne mitte Vermeidung belecht.

Apropos Müll, der wird au immer mehr. Ich weiß gannich, wie der USB dat noch schaffen will, Tüten und Plastikbechas überall auffe Straße, wilda Müll inne Wäldas. Mit Besinnen hat dat nix mehr zu tun, höchstens mit Besinnungslosigkeit. Und damit könnt ich noch stundenlang weitamachen.

Ich wünsch mir für 2019 für uns alle mehr Aufmerksamkeit, auf dat wat wirklich wichtich is. Ich wünsch mir ein Stückchen mehr Bremse innet Leben. Ich wünsch mir mehr Geduld miteinander, dat wir uns bessa aushalten und widda zum Zusammenhalten finden. Dann nemmich schaffen wir au die Aufgaben, die auf uns warten!

Und zwischendurch kommen Sie bei mich innet Programm, da können Sie sich bebritzeln und entspannen. Ihre Waltraud Ehlert

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