Urbane Kunst

Bochumer Zeche 1 versteht sich als Kunst-Labor

Sabine Reich, Projektleiterin, und  Zekai Fenerci, künstlerischer Leiter.

Sabine Reich, Projektleiterin, und Zekai Fenerci, künstlerischer Leiter.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  Das Zentrum für urbane Kunst im Kreativ-Quartier Prinz Regent legt einen vielversprechenden Start hin. WAZ-Gespräch mit dem Leitungs-Duo.

Die Herner Initiative Pottporus/Renegade hat ein neues Heim in Bochum. Anfang November startete das „Zentrum für urbane Kunst“ in der „Zeche 1“ im Kreativ-Quartier Prinz Regent. Die WAZ sprach mit dem künstlerischen Leiter Zekai Fenerci (Pottporus) und Projektleiterin Sabine Reich.

Wie ist Zeche 1 angelaufen?

Sabine Reich: Es haben in der Eröffnungswoche vom 6. bis 15. November täglich Veranstaltungen stattgefunden, die gut besucht waren. Schön zu sehen war, wie der Austausch der Künstler untereinander auf Anhieb funktionierte.

Was ist die Besonderheit?

Zekai Fenerci: Pottporus schafft einen Raum für Tanz, Musik, Performances, Gastspiele und eigene Produktionen. Dafür arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen: z.B. dem Institut für Zeitgenössischen Tanz, dem Institut für Populäre Musik der Folkwang Universität, den Theaterwissenschaftlern der RUB.


Reich: Zentraler Kooperationspartner ist das Schauspielhaus, es stellt den Raum zur Verfügung, betreut das Ticketing und nimmt die Zeche 1-Veranstaltungen in sein Programm-Leporello auf.

Verschiedene Institutionen und Künstler arbeiten hier zusammen?

Fenerci: Es geht um eine Laborsituation, in der
Vieles ausprobiert werden kann. Zeche 1 ist weder ein Tanzhaus, noch eine Art Theater; vielmehr eine Plattform für das Experiment. Die urbane Kunst hat sich vielfältig entwickelt, dem wollen wir Rechnung tragen. Und das auch zeigen: Das Publikum ist aufgefordert, zu kommen, neugierig zu sein, sich überraschen zu lassen, was der neue Kunstbegriff alles umfasst.

Reich: Das Ganze ist ein Projekt, das von den Partnern mit Leben gefüllt werden soll. Wir sind eher koordinierend tätig. Alle Gruppen, die in die urbane Bühnenkunstform passen, sind eingeladen, sich zu beteiligen. Außerdem könnten die beteiligten Institute und Ensembles ihre Lehrveranstaltungen, Vorlesungen und Workshops in die Zeche 1 verlegen.

Die Idee ist in Kooperation mit Anselm Weber, dem Intendanten des Schauspielhauses, entstanden und umgesetzt werden. Weber geht 2017 ans Theater Frankfurt. Was wird dann aus der Zeche 1?

Reich: Die Signale der Stadt Bochum sind deutlich, dass man das Zentrum langfristig erhalten möchte, es ist ausdrücklich ein neuer Schwerpunkt der Bochumer Kulturpolitik. Das wurde von politischer Seite auch während der Eröffnungsveranstaltungen betont.

Fenerci: Die hier geboten künstlerische Qualität, aber auch die unbedingte Zukunftsfähigkeit des Projekts zwingen dazu, sich damit auseinandersetzen. Das, was in der Zeche 1 geschieht, ist Kulturförderung im besten Sinne. Ich bin sicher, dass der neue Intendant/Intendantin sich dessen bewusst sein wird.

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