Tourismus

Bochumer Weltenbummler gründen Wanderfirma „Abora“

René Bode und Antje Hemmer haben zahlreiche Andenken von ihren Reisen mitgebracht.

René Bode und Antje Hemmer haben zahlreiche Andenken von ihren Reisen mitgebracht.

Foto: Kerstin Buchwieser

Bochum.  Quer über den Kontinent sind Antje Hemmer und René Bode bereits gereist. Nun wollen die beiden Entdecker Touristen nach La Gomera locken.

Dass Antje Hemmer und René Bode ein Wanderunternehmen gründen, liegt auf der Hand. Denn seit 20 Jahren macht sich das Bochumer Paar regelmäßig auf den Weg in entlegene Gebiete. Alleine in Südamerika sind sie 17 000 Kilometer mit dem Rad gefahren. Nun wollen die beiden Urlauber die Faszination der spanischen Insel La Gomera per pedes näherbringen.

Bis Mitte 20 haben Hemmer und Bode das geführt, was man gemeinhin als ein unaufgeregtes Leben beschreiben würde. Er war Schreiner, sie Grafikdesignerin. Hin und wieder fuhren sie ganz normal in Urlaub: „Aber diese 14 Tage oder drei Wochen haben uns nicht das gegeben, was wir suchten“, so Bode. Denn das Gefühl, eine Landschaft wirklich kennen zu lernen, hatten sie so nicht.

Also kündigten die Bochumer 1998 ihre Jobs, packten Fahrrad und Isomatte ein und flogen für drei Monate nach Neuseeland. Viel geplant war nicht: Sie schlugen in der Wildnis ihre Zelte auf und erkundeten die Insel auf eigene Faust. Hier wurde den beiden klar: Es musste sich etwas ändern im Leben. Wieder zurück in Bochum, betätigte sich Hemmer bald als Künstlerin, Bode machte eine Zusatzausbildung zum Wildwasser- und Bergsporttrainer und führte Expeditionen in aller Welt.

Gletscher sorgten für Staunen

In ihrer freien Zeit zog es die beiden immer wieder raus aus der Großstadt. In Chile sahen sie beispielsweise im Nationalpark Torres del Paine den größten zusammenhängenden Gletscher außerhalb der Pole: „Überall war zu lesen, dass das ein ganz schwieriger Passübergang sei“, so Bode.

Allerdings kam es ganz anders, sagt Hemmer: „Als wir dann oben standen, war schönstes Wetter.“ Ein anderes Mal wollten die Abenteurer von Düsseldorf nach Bukarest fliegen. Allerdings fiel der Flug aus. „Also sind wir vom Flughafen aus mit dem Fahrrad nach Bukarest gefahren“, erzählt der 46-Jährige. Auf Bus und Auto zu verzichten, ist für die Wanderer ein wichtiger Aspekt. Nur so könne man sich die Landschaft wirklich erschließen, sind sie überzeugt.

Kooperation mit Einheimischen

Mittlerweile hat sich das Paar auf La Gomera einen Zweitwohnsitz erschlossen. Hier haben sie ihr Paradies gefunden, das sie nun auch anderen zugänglich machen wollen – zu Fuß: „Es bietet sich mehr an, hier zu wandern, als das Rad zu nehmen“, so der Dahlhauser. Im Juni haben sie das Unternehmen „Abora“ ins Leben gerufen, am 13. Oktober steht die erste Reise an. In Zukunft sind dann beispielsweise Kooperationen mit Einheimischen und noch mehr mögliche Wanderwege geplant. Persönlich soll es für die beiden als Nächstes in die Mongolei gehen.

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