Hilfsaktion

Bochumer unterstützen arme Kinder auf einer Insel in Ecuador

Die freiwilligen Helfer in Ecuador mit den Kindern auch Weihnachten.

Die freiwilligen Helfer in Ecuador mit den Kindern auch Weihnachten.

Foto: WAZ

Bochum.   8000 Menschen leben auf der Insel Muisne an der Nordwestküste Ecuadors. Die Armut ist groß, die Not ebenso. „Vor allem Kinder leiden unter Mangelernährung und den miserablen hygienischen Zuständen“, wissen Eva Becke und Thomas Dircksen. Der Name ihres Vereins ist Programm: Nueva Sonrisa – ein „Neues Lächeln“ für Muisne.

Aufbrechen, helfen, fremde Kulturen kennenlernen: Nach dem Abitur absolviert Thomas Dircksen 2006 ein Freiwilliges Soziales Jahr in Ecuador im Nordwesten Südamerikas. Er landet in Muisne, wo er in einem Kindergarten arbeitet. Niemand muss hungern. Doch das Elend, das der damals 19-Jährige erleben und ertragen muss, lässt ihn nie wieder los. Weil es fast ausschließlich Reis und Bananen, kaum Gemüse gibt, entwickeln die Kinder Blähbäuche. Sauberes Leitungswasser sucht man vergebens. Spielzeug für die Jungen und Mädchen? „Da war gar nichts.“

Zurück in Bochum, beginnt Thomas Dircksen ein Spanisch-Studium. Muisne bleibt im Kopf, bleibt im Herz. 2009 folgt Eva Becke dem Vorbild ihres Freundes. Die angehende Gymnasiallehrerin fliegt ebenfalls nach Ecuador, hilft in Muisne ehrenamtlich, arbeitet sieben Monate an einer Schule: „36 Schüler zwischen 12 und 18 Jahren, alle in einer Klasse.“

10.000 Euro Startkapital

Nachdem Thomas Dircksen ein Auslandssemester in der Hauptstadt Quito studiert hat, steht der Entschluss fest: „Wir müssen etwas für die Menschen in Muisne tun.“ Dauerhaft. Nachhaltig. Das Paar mobilisiert Freunde, Verwandte, Firmen. Thomas’ Schulfreund, der ehemalige VfL-Kicker Dennis Grothe, spendet ebenso wie Unternehmen und Privatpersonen.

Mit einem Kapital von 10.000 Euro wird 2010 der „Nueva Sonrisa e.V.“ gegründet. Seither geht es vielen Insel-Bewohnern besser. Mit Kooperationspartnern vor Ort unterhält der Verein aktuell sieben Projekte auf Muisne: u.a. ein Institut für behinderte und schwerkranke Kinder (sie waren zuvor meist ihrem Schicksal überlassen) und eine Organisation, die sich für die (bis dahin kaum vorhandenen) Rechte von Mädchen und Frauen stark macht. Wichtigste Aufgabe ist die Unterstützung der Schulkinder, die regelmäßig mit Heften, Stiften und Blöcken ausgestattet werden.

Thomas Dircksen (28) war als Vorsitzender bisher fünfmal in Muisne, Eva Becke (28) dreimal. Ihre Hilfe kommt an – auch dank der 15 Freiwilligen, die der Verein mit Sitz in der Wohnung des Paares an der Universitätsstraße seit 2010 für bis zu ein Jahr auf die Insel geschickt hat. Aktuell sind es u.a. die Bochumerinnen Dorothee Hoffknecht und Isabel Barth, die den Dienst verrichten. Sie sorgen mit dafür, dass die Menschen in Muisne das Lächeln wiedergefunden haben.

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