Waldspaziergang

Bochumer Stadtförster entführt Politiker ins Unterholz

Mitglieder des Umweltausschusses spazierten durchs Weitmarer Holz und informierten sich über Waldpflege, sondern auch über Naturschutz.

Foto: Ingo Otto

Mitglieder des Umweltausschusses spazierten durchs Weitmarer Holz und informierten sich über Waldpflege, sondern auch über Naturschutz. Foto: Ingo Otto

Bochum.  Der Bochumer Stadtförster Martin Erben zeigt Politikern das Weitmarer Holz. Er erklärt vor Ort, welche Bäume zu „Zukunftsbäumen“ werden.

Die Politik über die Bewirtung und Pflege des Stadtwaldes informieren: Das ist das erklärte Ziel des neuen Stadtförsters Martin Erben, der Mitglieder des Umweltausschusses jetzt durch das Weitmarer Holz führte.

Erben informierte die Teilnehmer über seine Arbeit. Dazu gehören nicht nur die Pflege und Beschneidung der Bäume, sondern auch Wegepflege, reichlich Büroarbeit und eine Vielzahl organisatorischer Aufgaben. So kommt es oft vor, dass der Förster rund die Hälfte seiner Arbeitszeit im Büro verbringt, ehe er in den Wald hinausfährt.

Vier Kriterien sind entscheidend

Zudem erklärte Erben den Politikern, nach welchen Kriterien er zu fällende Bäume auswählt. „Nur sogenannte Zukunftsbäume werden gefördert. Diese werden anhand von vier Eigenschaften bestimmt. Die Vitalität, Qualität, Verteilung und Baumart sind entscheidend, ob ein Baum gefördert wird oder nicht. Bei einem Wildapfel beispielsweise denke ich gar nicht nach. Der wird erhalten!“, so Erben und betont: „Wir pflegen den Wald für die Bürger. Es soll ein Stadt- und Erholungswald sein.“

Oliver Buschmann (Die Grünen) nahm an diesem ungewöhnlichen Spaziergang teil, weil er „einen Einblick in die Arbeit des Stadtförsters erhalten möchte“, erklärte er. „Es ist wichtig, sich die Lage mal vor Ort anzusehen, damit man weiß, worüber man redet“, ergänzte SPD-Ratsmitglied Jörg Czwikla.

Rund 1000 Hektar Waldgebiet

Dass das Thema Wald in der einstigen Industriestadt Bochum eine große Rolle spielt, lässt ein Blick auf die Zahlen erahnen. Immerhin verfügt Bochum über insgesamt rund 1000 Hektar Wald, die auf etwa 150 Flächen verteilt sind. Die kleinste Fläche ist nur etwa 0,2 Hektar groß, die größte Waldfläche rund 80 Hektar.

Martin Erben hofft, dass der Spaziergang mit den Kommunalpolitikern und die Aufklärung über die Tätigkeit des Forstbetriebs künftigen Missverständnissen vorbeugt. „Es besteht eben manchmal die Notwendigkeit, auch alte Bäume zu beschneiden, um andere zu retten.“

Tag der Stadtnatur im Juni

Am Biotop Stadtwald interessierte Bürger können sich am „Langen Tag der Stadtnatur“ am 9. / 10. Juni informieren. Es sind einige Aktivitäten und Angebote anlässlich des Internationalen Tags der Umwelt geplant. Nähere Informationen hierzu werden demnächst online unter www.bochum.de/langertagderstadtnatur abrufbar sein.

Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik