Senkrechtstarter

Bochumer Senkrechtstarter im Zeichen der Digitalisierung

Die Gewinner des Senkrechtstarter-Wettbewerbs: Die OpenPhase Solution GmbH mit Johannes Gortler und Matthias Stratmann freuen sich über ihren Erfolg.

Die Gewinner des Senkrechtstarter-Wettbewerbs: Die OpenPhase Solution GmbH mit Johannes Gortler und Matthias Stratmann freuen sich über ihren Erfolg.

Foto: Joachim Hänisch

Bochum.   Beim Gründungswettbewerb der Wirtschaftsentwicklung wurden zwölf Start-Ups ausgezeichnet. Die Sieger sind zwei Studenten von der Ruhr-Uni.

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Sie haben getüftelt, geplant und alles gegeben, um ihren Traum zu verwirklichen – jetzt wollen Bochums Jungunternehmen durchstarten. Die Bochum Wirtschaftsentwicklung hat den hoffnungsvollsten Start-Ups wieder unter die Arme gegriffen, beim 11. Senkrechtstarter-Wettbewerb wurden vor 280 Zuschauern in der Rotunde zwölf Ideen mit Geldprämien bis zu 15 000 Euro ausgezeichnet. Die ersten drei Plätze stammen alle aus dem Hochschulumfeld und stehen im Zeichen der Digitalisierung.

„Die Qualität der Gründungsprojekte auf den ersten drei Plätzen zeigt, wie Bochum vom Wissen seiner Hochschulen profitiert“, sagt Ralf Meyer, Geschäftsführer der Bochum Wirtschaftsentwicklung.

96 Start-Ups haben sich beworben

Insgesamt 96 Start-Ups hatten sich mit ihren Ideen beworben, gewonnen haben zwei Maschinenbau-Studenten der Ruhr-Uni: Matthias Stratmann und Johannes Görler haben mit OpenPhase eine Software entwickelt, die kleinste Strukturen von Stoffen sichtbar macht. Durch die Erzeugung virtueller Modelle kann festgestellt werden, ob das Material der Belastung standhält. Dadurch können Produktionsprozesse optimiert und sogar neue Werkstoffe entwickelt werden. Für die Industrie könnte das ein Quantensprung sein.

„Das Geld wollen wir in die Gründung der Firma investieren. Wir wollen im nächsten Monat starten und haben schon Anfragen aus aller Welt. Die Software wird zunächst in den Beta-Test gehen“, sagt Stratmann. Auch auf Platz zwei (10 000 Euro Prämie) hat es eine Software geschafft: „Sentin“ will Unternehmen helfen, die datengesteuerte Revolution in der Produktionsfertigung besser zu meistern. Die Erfindung der fünf Jungunternehmer Kai Lichtenberg, Christian Els, Maximilian Topp, Arkadius Gombos und Nils Jannasch löst Aufgaben der Datenanalyse, die sonst durch seltenes Fachpersonal durchgeführt werden müssten.

Erstmal zwei Sonderpreise

Den dritten Platz mit je 5000 Euro haben sich zwei Teams geteilt. „Inzept3D“ (Sascha Sohn, Dominik Kratz, Markus Mönig) hat die Jury aus Bochumer Unternehmen, Banken und Institutionen mit einer Visualisierungs- und Kommunikationslösung für Architekten begeistert. Die komplette Dokumentation wird dabei digitalisiert und Pläne können dank 3D-Technik erlebbar gemacht werden. Marvin Panek, Maximilian Camp und Felix Vreden haben den elektrischen Scooter „Steereon“ erfunden, der zusammengefaltet werden kann und extrem leicht ist, aber trotzdem 25 km/h auf die Straße bringt.

Erstmals wurden zusätzlich zwei Sonderpreise vergeben (je 1500 Euro). Für urbane Produktion wurde „ChargAire“ ausgezeichnet, ein Handy-Ladegerät, das durch einfaches Auflegen den Akku wieder voll macht. Christoph Martinetz und Felix Krewerth setzen dabei auf hochwertige Produkte aus Holz, Leder und Edelstahl, die alle Unikate sind und im Ruhrgebiet gefertigt werden. Der Sonderpreis für Nachhaltigkeit ging an „Fairnica“ (Info-Box).

>>Siebenmal je 3000 Euro für den vierten Platz

Der Senkrechtstarter ist ein branchenoffener Gründungswettbewerb. In sechs Monaten führt die Wirtschaftsentwicklung die Teilnehmer von der Idee zum ausgereiften Businessplan.

Platz vier, je 3000 Euro: „Easy vita“ (digitale Patientenakte), „ExpoTor.com“ (Online-Marktplatz), „Fairnica“ (Kleidung zum Verleih), „Mr. Pawty“ (Hundeboutique), „nutrilini.com“ (Ernährungs-Tool für Eltern), „Videocrowdstar“ (Erklärvideo-Plattform), „youngperspectives.ruhr“ (Denkfabrik Ideen von morgen)

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