Bildung

Bochumer Schüler tüfteln jetzt an alten Nokia-Tischen

Fleißig gearbeitet wird im neuen Schülerlabor des zdi-Netzwerks in Bochum-Langendreer. Hier sollen künftig regelmäßig Workshops und Technik-Kurse stattfinden.

Fleißig gearbeitet wird im neuen Schülerlabor des zdi-Netzwerks in Bochum-Langendreer. Hier sollen künftig regelmäßig Workshops und Technik-Kurse stattfinden.

Foto: zdi

Bochum-Langendreer.  In der Bücherei Bochum- Langendreer ist ein zdi-Schülerlabor eingerichtet worden. Hier sollen junge Menschen ihren Spaß an Technik entdecken.

Das ist Technik, die begeistert: In der Bücherei Bochum-Langendreer ist ein neues zdi-Schülerlabor eingeweiht worden. Vom Erstklässer bis zum Abiturienten sollen Schüler aller Altersstufen hier ab jetzt regelmäßig ihre technischen Talente entdecken können – und dies weit über Langendreer hinaus. Das Angebot richtet sich nicht nur an Schulen, sondern auch an Privatpersonen: „Wenn der Opa mit dem Enkel vorbeikommen möchte, um gemeinsam mit ihm einen 3D-Drucker oder Lasercutter kennenzulernen, dann wird das in unseren generationsübergreifenden Kursen demnächst möglich sein“, verspricht zdi-Landeskoordinator Klaus Trimborn.

Die Abkürzung „zdi“ steht für „Zukunft durch Innovation“. Das Netzwerk, das seit 2006 aktiv ist, arbeitet mittlerweile flächendeckend in NRW, um junge Menschen für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu interessieren. Ein weiteres zdi-Schülerlabor findet sich im Schulzentrum Gerthe. Das zdi-Netzwerk nimmt ebenfalls Teil am Bochumer „MINT-Cluster“, an dem sich u.a. auch das Planetarium, die Sternwarte und die Hochschule Bochum beteiligen. Mit dieser Initiative sollen die sogenannten „MINT“-Fächer wie Naturwissenschaften und Technik gefördert werden.

Junge Leute für technische Berufe begeistern

Und dies scheint durchaus angebracht, denn die Studienzahlen etwa im Bereich der Ingenieurwissenschaften gelten gemeinhin als ausbaufähig. Insbesondere Mädchen tun sich mit dem Erlernen technischer Berufe oft schwer: Auch für sie soll das neue zdi-Schülerlabor ein echter Anreiz sein, um Lust zu bekommen aufs Tüfteln, Löten und Programmieren.

Das Labor hat seinen festen Platz ab jetzt im Untergeschoss der Bücherei Langendreer an der Unterstraße. Mit der Einrichtung ist dem zdi-Netzwerk ein echter Coup gelungen, denn die Montagemöbel stammen aus dem ehemaligen Nokia-Werk, das vor zwölf Jahren schließen musste. „Wir haben damals die Chance bekommen, einige der hochwertigen Einrichtungsgegenstände übernehmen zu können“, sagt Trimborn.

„Da schwingt ein Teil Bochumer Geschichte mit“

„Die sind super erhalten und standen die letzten Jahre im Keller der Heinrich-von-Kleist-Schule. Seither waren wir immer auf der Suche nach einer neuen Verwendung.“ Dass die Möbel jetzt gewissermaßen der nächsten Technik-Generation zur Verfügung stehen, freut Trimborn ganz besonders: „Vom Ambiente her ist das schon etwas anderes als ein normaler Schulraum“, sagt er. „Da schwingt auch ein Teil Bochumer Geschichte mit.“

Und so werden in Bochum ab sofort wieder Handys gelötet – wenn auch nur in einem Schülerworkshop. Zur Eröffnung programmieren die Schüler im Rahmen eines Ferienkurses sogenannte Arduino-Microcontroller, mit denen sich im „Smart Home“ etwa Alarmanlagen oder Lichtschalter fernsteuern lassen. Nicht nur Schüler aus Langendreer nahmen daran teil: „Wir hatten auch Besuch und Köln und Hamm“, freut sich Klaus Trimborn.

Workshops für Schulen und Privatpersonen

Künftig sollen in dem Schülerlabor zahlreiche Workshops für Schulen und Privatpersonen angeboten werden. Von den Grundlagen des Programmierens bis hin zu komplexeren Kursen soll eine Menge stattfinden: „Alles richtet sich natürlich nach dem Alter der Teilnehmer“, sagt Trimborn. „Wir wollen niemanden überfordern, sondern Spaß an Technik vermitteln.“ Auch die Programmierung von Robotern von der Grundschule bis in die gymnasiale Oberstufe gehören künftig zum Angebot. Die Bibliothek selber plant zudem eigene Kurse. Die Sparkasse unterstützt den Aufbau des Schülerlabors mit 18.000 Euro.

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