Ruhrlandheim

Bochumer Ruhrlandheim feiert 25-jähriges Bestehen

Die Gäste blicken beim Festakt auf die Geschichte des Ruhrlandheimes zurück.

Die Gäste blicken beim Festakt auf die Geschichte des Ruhrlandheimes zurück.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  Beim Festakt des Bochumer Ruhrlandheims für Menschen mit Behinderungen blickt man auf die besondere Geschichte zurück – und verkündet Neuerungen.

Nicht immer hatten Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, im Ruhrgebiet und damit in der Nähe ihrer Familien zu leben. „Das Ruhrgebiet war bis 1994 eine behindertenfreie Zone“, erzählt Eckhard Sundermann auf der Jubiläumsfeier des Ruhrlandheims der Diakonie Ruhr. Vor 25 Jahren wurde es in Bochum als eines der ersten Schwerbehindertenheime in Deuschland eröffnet und ist seitdem ein Zuhause für 51 Personen.

Vor der Errichtung erster Behindertenheime waren Menschen mit Behinderung meist in psychiatrischen Kliniken fernab ihrer Heimat untergebracht, in NRW beispielsweise im sauerländischen Warstein oder in Bethel. Eckhard Sundermann, ehemaliger Fachbereichsleiter der Psychosozialen Hilfen der Diakonie, engagierte sich in den 1990ern für eine heimatnahe Betreuungsmöglichkeit abseits zentraler Einrichtungen.

Das Ruhrlandheim ist ein geschichtsträchtiger Ort

Unterstützung bei seinem aufwendigen Projekt erhielt Sundermann vor allem von Werner Neveling, dem ehemaligen Geschäftsführer der Diakonie Ruhr und dem späteren Leiter des Ruhrlandheims, Jürgen Münstermann. Nachdem der Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL) der Diakonie seine Kooperation zugesichert hatte, begann die Suche nach einer passenden Immobilie, dabei fiel die Wahl auf das Ruhrlandheim in Stiepel, welches schon damals eine bewegte Geschichte aufweisen konnte.

Nachdem der Landwirt Friedrich Voeste das Grundstück dem Stadtverband der evangelischen Jugendvereine in Bochum überlassen hatte, etablierte sich dort ein Stützpunkt des Hilfswerks für jugendliche Arbeitslose. Zur Zeit des Nazi-Regimes diente es als Ausflugsziel der bekennenden Kirche, danach wurde es zum Obdachlosenheim, bald zum Altenheim, dann zur Freizeiteinrichtung und Unterbringungsmöglichkeit für Geflüchtete. Seit 1994 ist es nun ein Wohnheim für Menschen mit schwerer Behinderung.

Diakonie errichtet zwei neue Heime in Linden und Hamme

Bald wird es im Gebäude des Ruhrlandheims eine Nutzungsänderung geben, denn die Diakonie entschied schon 2015, das Ruhrlandheim aufgrund mangelnder fachlicher Standards aufzugeben und stattdessen zwei neue Heime an der Lewackerstraße in Linden und an der Haldenstraße in Hamme zu errichten. An diesen Standorten, die Anfang 2022 bezogen werden sollen, seien die Bedingungen ideal und zudem eine bessere Vernetzung mit den Anwohnern möglich.

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