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Bochumer Rock’n’Roll-Tänzerinnen sammeln Geld für Spiegel

Hoch das Bein! Die jungen Tänzerinnen des T.T.C. Rot-Weiß-Silber trainieren fleißig. Die Rock'n'Roll-Tanzgruppe startete jetzt eine Fundraisingkampagne im Internet.

Hoch das Bein! Die jungen Tänzerinnen des T.T.C. Rot-Weiß-Silber trainieren fleißig. Die Rock'n'Roll-Tanzgruppe startete jetzt eine Fundraisingkampagne im Internet.

Foto: Dietmar Wäsche / FFs

Bochum-Wiemelhausen / Innenstadt.  Rock‘n‘ Roller des T.T.C. Rot-Weiß-Silber sammeln Geld für mobile Spiegel. Sie sollen für mehr Synchronität sorgen – kosten aber eine Menge.

Im Team sind sie schon längst in einem Takt: Schließlich vereint Mia (10), Lena (12), Sinja (12) und Pia (9) die Leidenschaft zum Rock’n‘ Roll: „Es ist total abwechslungsreich, die Musik gibt Power und man kann bei den Themen-Choreographien in eine andere Rolle schlüpfen“, sagen die Tänzerinnen einstimmig. Aktuell arbeiten sie an einer Formation zum Film „Rocky“ – und trainieren dafür fleißig Drehfiguren, Box-Einlagen und Zick-Zack-Läufe.

„Es dauert etwa ein Dreivierteljahr, bis die Abläufe sitzen, wir tanzen die Choreographie dann zwei Jahre und treten damit auch in Wettkämpfen an“, erklärt Trainer Andre Beuthner. Um dort ganz vorne mit dabei zu sein, muss sich eins aber definitiv noch verbessern: die Synchronität der Tänzerinnen. „Das ist ein Hauptbewertungskriterium auf Turnieren“, sagt Beuthner.

Spiegel nur im Clubhaus

Gleichzeitig in Körperwellen gehen oder in einer Schlange exakt abgestimmt die Arme heben – das ließe sich dafür am besten vor einem Spiegel trainieren. Problem nur: Der fehlt der Rock’n‘ Roll-Abteilung des T.T.C. Rot-Weiß-Silber. Eine Fundraising-Kampagne, mit der die Tänzerinnen seit einigen Wochen online Geld sammeln, soll das ändern. „In unserem Clubhaus an der Wohlfahrtstraße gibt es zwar Spiegel, aber dort können wir aus anderen Gründen nicht trainieren: Da haben wir keine Turngeräte, und die Decken sind zu niedrig“,erklärt Trainerin Ilka Fernández-Lao.

In der Turnhalle der Grundschule in der Vöde ist für akrobatische Einlagen, bei denen die Tänzerinnen schnell über vier Meter in die Höhe fliegen, hingegen Platz. „Hier können wir auch an den Sprossenwänden trainieren und Balance-Übungen machen“, sagt Fernández-Lao weiter.

Seit nun schon fünf Jahren lautet der Wunsch der Rock’n’Roller, zu denen rund 80 Tänzerinnen und Tänzer (davon 60 Kinder) zählen, deshalb: eine mobile Spiegelwand in der Turnhalle in der Vöde. Fünf mal zwei Meter lang soll sie sein, einklapp- und abschließbar sowie auf Rollen.

Kostenpunkt: etwa 3500 Euro

Auch Bruchsicherheit muss gegeben sein. Kostenpunkt: 3500 Euro. „Wir haben in der Abteilung sieben Teams – von der tänzerischen Früherziehung bis hin zu Backbeats Minis, Performers oder Masters. Die Jungen-Gruppe Athletics trainiert nur Akrobatik. Alle würden profitieren“, erklärt die Trainerin. Von Seiten des Schuldirektors, des Hallenwarts und des Schulamtes hat der Verein schon das Okay, die Spiegel in der Vöde für das mehrmalige Training pro Woche lagern zu dürfen.

Beuthner betont: „Kinder lernen über das Schauen und Wiederholen. Es ist schwierig, die Tanzfiguren einfach zu erklären, sie müssen sich dabei sehen.“ Einen 90-Grad-Winkel beispielsweise könnten vor allem die kleinen Rock’n’Roller am besten im Spiegel erkennen. „Zwar haben wir schon Videos aufgenommen, um später Fehler zu entdecken, aber das ist spiegelverkehrt und man merkt es auch nicht direkt“, sagt Lena.

Auch Tänzerin Anna (16) ist sich sicher: „Spiegel würden die Trainingsqualität verbessern, und unsere Chancen bei Turnieren würden steigen.“ Über den Wunsch nach Spiegeln sind sich also alle einig – nur die Finanzierung fehlt noch.

Umlage auf Eltern nur schwer möglich

„Eine Tanzsaison belastet das Portemonnaie der Eltern generell“, gibt Beuthner zu. Vereinsbeiträge, Trikots, Fahrtkosten, Hotelübernachtungen bei Turnieren, verschiedene Tanzschuhe – einiges käme so zusammen. „Rein über die Eltern können wir die Spiegel deshalb nicht finanzieren“, meint Beuthner. Bei 80 Tänzern und 3500 Euro Kosten ergeben sich knapp unter 45 Euro pro Vereinsmitglied. „Bei uns tanzen aber auch viele Geschwisterkinder. Nicht alle Familien können sich das leisten“, gibt Beuthner zu bedenken.

Über die Website „Go Fundme“ sind bislang jedoch erst 250 Euro zusammengekommen. „Bochum richtet im November 2021 im Ruhr-Congress wieder die Deutschen Meisterschaften für Rock’n’Roll-Formationen aus“, sagt Fernández-Lao. Schon im letzten Jahr schaffte es ein Team des T.T.C. in die Endrunde. Um bei der nächsten Meisterschaft vielleicht noch weiter vorn zu landen, gelte: „Jedes Training zählt, am besten mit Spiegel“, so die Trainerin.

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