Hundestaffel der Polizei

Bochumer Polizeihunde leisten rund 1000 Einsätze im Jahr

Hundestaffel-Leiter Jürgen Klement mit Castor (li.), dem ältesten aktiven Diensthund in NRW, und Rosa.

Foto: Ingo Otto

Hundestaffel-Leiter Jürgen Klement mit Castor (li.), dem ältesten aktiven Diensthund in NRW, und Rosa. Foto: Ingo Otto

Bochum/Herne/Witten.   Energiegeladen, tatendurstig, treu, gehorsam, neugierig, respekteinflößend und zupackend – das sind die 14 Schäferhunde der Bochumer Polizei.

Diese 14 Polizeikräfte sind Kraftwerke und Leistungsträger: energiegeladen, tatendurstig, neugierig, respekteinflößend und zupackend. Ein gutes Näschen für die Lösung von akuten Kriminalfällen und das dazugehörige Misstrauen haben sie auch. Und nicht zuletzt fallen sie durch absoluten Gehorsam und durch Treue zu ihrem Dienstherrn auf.

Insgesamt elf Diensthunde und drei Hunde in der Probephase stehen der Polizei in Bochum, Herne und Witten rund um die Uhr zur Verfügung, wenn es darum geht, Einbrecher zu stellen, Rauschgift und Sprengstoff zu finden oder gesuchte Menschen ausfindig zu machen.

Diese Polizeikräfte haben rund um die Uhr ihren Chef an ihrer Seite, sieben Tage die Woche. Denn die Hundeführer nehmen die Tiere nach Dienstschluss mit nach Hause, ja sogar mit in den Urlaub. „Ein Familienhund, der mit arbeiten geht“, formuliert es die Hundeführerin Sandra Trippe. Beide bleiben immer zusammen, bis zur letzten Stunde.

Einsatz auch im Streifendienst

Gut 1000 Mal pro Jahr werden die Bochumer Hunde eingesetzt: bei Demos, Fußballspielen, politischen und anderen Großveranstaltungen, bei Drogenfahndungen und im regulären Streifendienst. Wenn es Sinn machen könnte, sogar bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, denn allein die bloße Anwesenheit eines Polizeihundes kann unter den Beteiligten manchmal blitzartig für viel Ruhe und Vernunft sorgen.

Bei ihren Einsätzen sind die Hunde absolute Spezialisten, teilweise auf mehreren Gebieten. Chica zum Beispiel, ein holländischer Schäferhund (Hollandse Herder), kann Einbrecher und andere Straftäter stellen, verbellen und im Notfall natürlich auch beißen, er kann Menschen aufgrund ihrer jeweils einzigartigen Gerüche aufspüren, und er kann Opium, Kokain, Heroin, Marihuana, Hasch, Amphetamine und Ecstasy erschnüffeln.

Hochdifferenzierter Geruchssinn

„Der Hund hat die Fähigkeit, einen Drogenstoff in seine verschiedenen Bestandteile zu zerlegen und die einzelnen Stoffe abzuspeichern“, sagt der Leiter der Diensthundestaffel, Jürgen Klement. Die Tiere hätten „eine 100-prozentige Trefferquote“. Beim Versteckspielen haben Dealer und Drogenkonsumenten gegen Chica und ihre Kollegen keine Chance.

Seit 1994 sind die Hunde auf einem alten Bauernhof am Kohlleppelsweg stationiert, ganz in der Nähe des Ruhrparks. Dort trainieren sie auch, auf einem Außenplatz und in einer Scheune. Fast alles sind Malinois, belgische Schäferhunde. Vor rund 15 Jahren hat sich diese Rasse gegen den bis dahin von der Polizei eingesetzten deutschen Schäferhund durchgesetzt. Der „Mali“, sagt Peter Kuchta, seit 23 Jahren Hundeführer, sei gesundheitlich weniger anfälliger, vom Wesen her agiler, arbeitsfreudiger und robuster.

Ausbildung ohne Strafe

Kuchta und seine Kollegen gehen mit ihren Hunden nicht nur arbeiten, sie bilden sie auch aus. „Ein Hund muss 70 Mal etwas wiederholen, dann hat er es gelernt. Und nach 2000 Wiederholungen ist es in seinem Langzeitgedächtnis abgespeichert.“

Kollege Klement ergänzt: „Wir bilden grundsätzlich ohne Strafe aus. Der Hund soll ja Spaß haben und etwas nicht aus Zwang tun.“ Klement („Ich hatte immer einen Hund“) hält übrigens den ältesten Polizeihund, der in NRW noch im Dienst ist: Kastor. Auch mit zwölf Jahren riecht der Malinois-Rüde noch jedes noch so schwierige Drogenversteck, auf das ihn sein Herrchen ansetzt.

>> Hunde kommen aus Holte-Stukenbrock

  • Gezüchtet werden die Polizeihunde an der Polizeischule Holte-Stukenbrock im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Oder sie werden gekauft.
  • Ihre Blütezeit haben Polizeihunde zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr; dann sind sie am kernigsten. In Rente gehen sie im Regelfall kurz vor ihrem zehnten Lebensjahr. Einmal im Jahr wird der Gehorsam der Hunde von externen Polizeihundeführern überprüft. Klappt das nicht, werden solche Hunde aussortiert. Schließlich können sie gefährlich werden und schwere Verletzungen anrichten.
  • Mindestens zwölf Stunden im Monat müssen die Hunde trainieren. In Bochum wird aber mehr trainiert. Jeder Hundeführer hat seinen eigenen Diensthund. Untereinander tauschen sie nicht.
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