Jahreswechsel

Bochumer Neujahrsbaby ist ein syrisches Flüchtlingskind

Das Bochumer Neujahrsbaby: Souzan Alkassab und Hani Nassar sind Flüchtlinge aus Syrien. In der Augusta-Geburtsklinik freuen sie sich über ihre Tochter Retag.

Das Bochumer Neujahrsbaby: Souzan Alkassab und Hani Nassar sind Flüchtlinge aus Syrien. In der Augusta-Geburtsklinik freuen sie sich über ihre Tochter Retag.

Foto: Klaus Pollkläsener

Bochum.  Das Bochumer Neujahrsbaby ist ein Flüchtlingskind. Ein Ehepaar aus Syrien freut sich in der Augusta-Klinik über die Geburt seiner ersten Tochter.

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Die Augusta-Klinik hat das Rennen um den Pampers-Cup 2017 in Bochum gewonnen – mit sage und schreibe drei Näschenlängen Vorsprung! Bis Sonntagmittag erblickten drei Neujahrsbabys das Licht der Welt. Bis dahin hatte sich im St.-Elisabeth-Hospital noch kein neuer Erdenbürger blicken lassen.

Für die beiden Bochumer Geburtskliniken ist es alle Jahre wieder ein ehrgeiziger, wenngleich kollegial ausgetragener Wettbewerb: In welchem Kreißsaal ertönt der erste Schrei des Jahres? 2013, 2014 und 2016 konnte das „Elli“, wenn auch nur knapp, die erste Geburt verkünden. 2015 lag die Augusta-Klinik vorn.

Diesmal ließ das Geburtshilfe-Team an der Bergstraße der Konkurrenz an der Bleichstraße keine Chance. Kurz nach 3 Uhr wurde es ernst. Um 10.04 Uhr war (vorerst) Schluss. Drei Babys binnen sieben Stunden wurden geboren. Heißt: Das komplette Premieren-Podium 2017 wird von Augusta-Babys besetzt.

„Elli“ diesmal chancenlos

Die Nummer 1 ist ebenso rosig wie drollig und heißt Retag, was soviel bedeutet wie großes Tor. Souzan Alkassab (28) brachte ihren kleinen Sonnenschein nachts um 3.21 Uhr zur Welt. 2530 Gramm Körpergewicht und 48 Zentimeter groß: Bochums Neujahrsbaby ist propper. kerngesund – und vielleicht ja ein Zeichen der Hoffnung. Denn seine Eltern sind Flüchtlinge.

Die Mutter stammt ebenso wie der Vater Hani Nassar (39) aus Syrien. 2013 flohen sie vor dem Krieg in ihrer Heimat, fanden zunächst im Schwarzwald Obdach und leben seit zehn Monaten Am Gartenkamp in Riemke. „Es ist unser erstes Kind“, sagt der glückliche Papa, ein gelernter Trockenbauer, in gutem Deutsch. Sein größter Wunsch ist erfüllt. Ein zweiter soll möglichst bald in Erfüllung gehen: ein Arbeitsplatz, ein gutes Einkommen und damit eine sichere Perspektive für die kleine Familie.

Während im Augusta am Sonntag schon dreifach gefeiert wurde, war im Elisabeth-Hospital noch keine Neujahrsgeburt abzusehen. Dabei hatte an den letzten beiden Tagen 2016 noch Hochbetrieb im Kreißsaal geherrscht. Kliniksprecher Jürgen Frech hat gleichwohl eine Erfolgsmeldung parat: Im vergangenen Jahr gab es im Elli 1324 Geburten: „ein historischer Rekord.“

Knallen bleibt ohne böse Folgen

Keine neue Bestmarkte hat das Schauspielhaus zu verbuchen. Geht auch nicht: Die Silvesterparty ist von jeher ausverkauft. Auch in diesem Jahr vergnügten sich nicht nur passionierte Theatergänger im Foyer, wo eine Live-Band aufspielte. Farbenprächtig war der Panoramablick, der sich um Mitternacht zu den Klängen u.a. von Herbies „Bochum“ bot. Auf dem Vorplatz wurde eines der größten Feuerwerke der Stadt gezündet – zwar nicht mehr wie früher vom Schauspielhaus selbst, wohl aber von Hunderten Bochumern, die sich traditionell zum großen Knallen am Schauspielhaus einfanden.

Polizei und Feuerwehr sprechen von einem „normalen Jahreswechsel“

Dort sowie auch stadtweit herrschten zwar reichlich Jubel und Trubel. Mancherorts gab es Randale und Sachbeschädigungen. Die Polizei spricht in einer ersten Bilanz jedoch von einem „weitgehend normalen Jahreswechsel“ ohne größere Ausschreitungen. „Es hielt sich alles im Rahmen“, hieß es bei der Leitstelle.

„Keine besondereren Vorkommnisse“, melden auch Feuerwehr und Rettungsdienst. Es gab Silvester und Neujahr insgesamt 35 Brandeinsätze. „Dabei handelte es sich bei 28 Alarmierungen um Kleinbrände“, teilte die Feuerwehr gestern mit.

>> FEUERWEHRMANN IN RIEMKE DURCH BÖLLER VERLETZT

  • In Riemke wurde in der Neujahrsnacht gegen 0.36 Uhr ein Feuer auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses gemeldet. Das Übergreifen der Flammen auf die Wohnung konnte durch die Feuerwehr noch rechtzeitig verhindert werden.


  • Bei dem Einsatz wurde ein Feuerwehrmann der Freiwilligen Feuerwehr durch einen Feuerwerkskörper leicht verletzt.

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