Bluttat

Bochumer muss nach Messerattacke auf Ehefrau in Psychiatrie

Das Gericht in Bochum hält den Mann für „gefährlich".

Das Gericht in Bochum hält den Mann für „gefährlich".

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum.   Nach einer schweren Messerattacke auf seine Ehefrau (39) ist ein 49-jähriger Bochumer unbefristet in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Als die Frau sich von ihm hatte trennen wollen, hörte der seit langem an Depressionen erkrankte Mann "Stimmen" - und stach auf seine Frau ein.

Nach einem blutigen Familiendrama ist am Mittwoch ein 49-jähriger Mann aus Altenbochum vom Schwurgericht unbefristet in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden.

Er hatte in der Nacht zum 4. August 2003 zu Hause mit einem Brotmesser sechsmal auf seine zu Beginn der Attacke noch schlafende Ehefrau (39) eingestochen. Die Mutter von drei gemeinsamen Kindern wollte sich nach 20 Ehejahren von ihm trennen. Trotz schwerer Verletzungen überlebte die Frau.

Das Paar hatte sich 1993 über eine Kontaktanzeige kennengelernt. In Brasilien, der Heimat der Frau, heirateten die beiden und zogen schnell nach Bochum. Er hatte eine objektiv gute Arbeitsstelle, war damit aber mehr und mehr unzufrieden. Seit einigen Jahren litt er an Depressionen und ließ sich auch klinisch behandeln. Gleichzeitig verstärkten sich Eheprobleme. Als sie ihn gegen seinen Willen verlassen wollte, verlor er eines Nachts den Verstand.

Schuldunfähig wegen eines „pathologischen Affektzustandes“

Er hörte, wie es im Urteil hieß, „Stimmen“, die ihm befahlen, seine Frau zu töten; sie habe ihn nur ausgenutzt. Richter Josef Große Feldhaus: „Die Aufforderung war so mächtig, dass er widerstreitenden Impulsen nicht mehr Widerstand leisten konnte.“

Der Täter holte damals das Messer aus der Küche, ging ins Schlafzimmer - und stach zu. Die dadurch aufgewachte Frau schrie um ihr Leben. Ein Sohn kam ins Zimmer - und sah den Vater mit dem blutigen Messer. Als dieser halbwegs wieder zur Besinnung kam, rief er selbst den Notarzt. Nun tat ihm seine Frau leid.

Wegen eines „psychotischen Erlebens“ und „pathologischen Affektzustands“ war der Mann nicht steuerungsfähig und somit schuldunfähig. Daher konnte er formal auch nicht „bestraft“ werden. Dennoch hält das Gericht ihn zurzeit für „gefährlich“ - und wies ihn ein. Schon seit der Tat ist der Mann in einer geschlossenen Klinik untergebracht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben