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Bochumer Musikforum sorgt immer noch für Misstöne

Glanzvoll präsentiert sich das neue Anneliese Brost Musikforum Ruhr. Monate nach der Fertigstellung bleibt das Haus aber ein politischer Zankapfel.

Glanzvoll präsentiert sich das neue Anneliese Brost Musikforum Ruhr. Monate nach der Fertigstellung bleibt das Haus aber ein politischer Zankapfel.

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Noch einmal teurer wird das Bochumer Musikforum. Über die Gründe dafür und für vermeintliche Alleingänge der Verwaltung wird im Rat debattiert.

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Das „Anneliese Brost Musikforum Ruhr“ ist fertig, die Debatteum seinen Bau und um die Kosten aber immer noch nicht beendet. Neuerliche Rechnungen in Höhe von 700 000 Euro (die WAZ berichtete) sowie vermeintliche Alleingänge der Verwaltung sind der Grund für Misstöne und eine weitere Aussprache zwischen Politik und Verwaltung in der Ratssitzung an diesem Mittwoch. Wegen mehrerer Anfragen aus den Reihen der Ratsfraktionen war die ursprünglich schon im Haupt- und Finanzausschuss in der vergangenen Woche vorgesehene Aussprache verschoben worden.

Um etwa 18 Prozent teurer geworden als ursprünglich geplant ist das Musikforum, voraussichtlich kostet es nun 38,9 statt 32,9 Millionen Euro. Gründe dafür sind unter anderem der nachträglich geplante Verwaltungstrakt, Kosten für die Beseitigung von Benzol im Boden, für Schäden und Verzögerungen sowie für Maßnahmen, mit denen ausstehende Arbeiten beschleunigt werden sollten (Grafik). Insgesamt 44 zusätzliche Leistungen wurden beauftragt. Am Ende könnte es noch teurer werden, die Schlussrechnung liegt voraussichtlich im Juni vor.

Allerdings rechnet die Verwaltung nicht mehr mit Nachforderungen „im größeren Umfang“. Offen ist noch der Ausgang des Streits mit dem ursprünglich beauftragten Heizungsbauer. Von diesem fordert die Stadt 127 000 Euro, die sie zuviel bezahlt habe und die Schäden ausgleichen sollen. Die Firma wiederum hat auch Forderungen erhoben, Gerichte haben beide Parteien bislang noch nicht bemüht.

Verschleierungstaktik befürchtet

Irritiert hatten Teile der Politik vermeintliche Alleingänge der Verwaltung. So fragt die Fraktion FDP/Stadtgestalter: „Weshalb wurde nicht wenigstens für die Beschleunigungsmaßnahmen, die naturgemäß zu einer Verteuerung führen mussten, vorab der erforderliche Ratsbeschluss eingeholt?“ Sie beantragt nun eine „Sonderprüfung sämtlicher Vorgänge“, die im Zusammenhang mit dem Bau des Musikzentrums stehen, durch das Rechnungsprüfungsamt. Die Soziale Liste wittert gar eine Verschleierungstaktik. „Ich habe den Eindruck, dass das Ausmaß der Fehlentwicklungen bis nach der Landtagswahl verschleiert werden soll“, so Ratsmitglied Günter Gleising. Die Berichterstattung zum Musikforum-Bau sei mangelhaft. Zudem fordert er Einblick in die Dokumentation der Bauüberwachung.

Deutlich mehr Abonnenten

Unbeschadet der Debatte über Kosten und Kompetenzen gibt es auch Erfreuliches. So ist die Zahl der Abonnenten deutlich gestiegen. Anfang 2017 lag sie bei 2274 – ein Zuwachs um gut 27 Prozent gegenüber 2016 (1786). Der Projektsteuerer, das Ingenieurbüro Convis aus Berlin, geht davon aus, dass die Hochrechnung für die Betriebskosten von jährlich 650 000 Euro eingehalten werden. Außerdem, so die Verwaltung, sei die Bauzeit mit zwei Jahren und zehn Monaten insgesamt „äußerst kurz“ ausgefallen.

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