Kultur

Bochumer Kulturfabrik möchte sich in der Szene etablieren

Die „Kulturfabrik“ (von links Andi Nowak, Malte Kahmann und Mirco Schleiting) möchte ihren Verein in der Bochumer Kulturszene etablieren.

Die „Kulturfabrik“ (von links Andi Nowak, Malte Kahmann und Mirco Schleiting) möchte ihren Verein in der Bochumer Kulturszene etablieren.

Foto: Joachim Hänisch

Bochum-Mitte.   Kreative Gruppe hat in einem Ladenlokal am Kortländer ihre erste Heimat gefunden. „Provisorium“ soll zum Ort des herzlichen Miteinanders werden.

Bislang ist es noch ein zartes Kulturpflänzchen, das hier heranwächst. Doch es wird mit viel Liebe gepflegt und könnte eines Tages wohlgewachsen da stehen: Die Kulturfabrik, vor rund zwei Jahren von einer Gruppe kreativer Freigeister in Bochum gegründet, hat jetzt ihren ersten eigenen Raum gefunden.

In einem leer stehenden Ladenlokal an der Dorstener Straße in unmittelbarer Nähe zum Szenetreff am Kortländer sind die Bochumer Künstler (zumindest vorübergehend) heimisch geworden. Das „Provisorium“, so der Name, soll der umtriebigen Gruppe in nächster Zeit als Treff und Basis dienen.

Ziel: Ein verlängertes Wohnzimmer einrichten

„Der Plan war, hier eine Art verlängertes Wohnzimmer einzurichten“, erzählt Andi Nowak von der Kulturfabrik. „Wer vorbei kommen möchte, um unseren Verein zu unterstützen, oder wer einfach nur eine entspannte Zeit unter netten Leuten erleben möchte, ist herzlich willkommen.“

Die Kulturfabrik wurde 2016 als gemeinnütziger Verein ins Leben gerufen. Mittlerweile zählt die Gruppe 50 Fördermitglieder. Der harte Kern besteht etwa aus zwölf Leuten, darunter sind viele Studenten, aber auch Künstler und Selbstständige. Vom „Höhenkletterer bis zum Arbeitslosen“ sei alles vertreten, sagt Mirco Schleiting.

Die Gruppe mischt sich auch politisch ein

Die Idee: „Wir wollen einen Raum schaffen, der Platz bietet für ein harmonisches Miteinander und einen politischen und kulturellen Austausch“, sagt Andi Nowak. Genau das habe bislang in Bochum gefehlt. Ausstellungen, Punk-Konzerte, Lesungen und Parties stellt die Gruppe auf die Beine – und mischt sich auch politisch ein. So war die Kulturfabrik Mitorganisator der „Seebrücke“-Demo im Oktober vor dem Hauptbahnhof und macht am 8. März beim Internationalen Frauenkampftag in der Innenstadt mit. Ende März soll es eine Fahrt zur Gedenkstätte nach Buchenwald geben.

Karisama-Partys immer beliebter

Immer beliebter werden zudem die Karisma-Partys, die die Kulturfabrik ins Leben rief. Mit ballerndem Techno-Gewitter und mitreißendem Pop genießen die Partys unter Nachtschwärmern einen exzellenten Ruf (nächstes Mal am 23. Februar ab 23 Uhr in der Rotunde).

Im „Provisorium“ hat der Verein, der ehrenamtlich arbeitet und sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert, eine erste Heimat gefunden. Gemütliche Sitzecken und eine Theke aus Spanplatten haben sie schon eingerichtet, der Raum hat Charme. Allein: Wie lange sie hier bleiben können, ist ungewiss. „Der Vermieter hat uns zu echt günstigen Konditionen hier rein gelassen, weil er die kreative Szene vor Ort fördern möchte“, meint Andi Nowak. „Wettbüros gibt es ja schon genug.“ Doch weil sich solche Pläne schnell ändern können, wissen die sympathischen Künstler nicht, wie lange sie ihr „Provisorium“ nutzen können. „Da schauen wir uns natürlich weiter um“, meint Mirco Schleiting.

Jetzt wollen sie sich erstmal in der Nachbarschaft vorstellen und zum schönen, bunten Teil ihres Stadtteils werden. „Alles weitere wird sich dann zeigen. Wir stehen noch ganz am Anfang und werden nichts übers Knie brechen.“

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