Kunst auf Zeit

Bochumer „Kultur-Uhle“ bietet Platz für Kunst, die fordert

 Janna Banning und Krzysztof Gruse vor zwei ihrer großformatigen Arbeiten.

 Janna Banning und Krzysztof Gruse vor zwei ihrer großformatigen Arbeiten.

Foto: BO-Marketing/Molatta

Bochum.  Janna Banning und Krzysztof Gruse stellen in der „Kultur-Uhle“ aus. Ihre Kunst will Leidenschaft und vibrierende Gefühle vermitteln.

Das ehemalige Restaurant „Uhle“ am Dr.-Ruer-Platz hat sich für eine Übergangszeit in die „Kultur-Uhle“ verpuppt. Bildende Künstler bieten hier, mitten in der Stadt, die Gelegenheit zur Kontaktaufnahme. Bis 23. Juni lädt eine Doppelausstellung von Janna Banning und Krzysztof Gruse ein. Ihren Titel „Wenn du wüsstest, wie wild mein Herz schlägt“ trägt die Schau nicht zu Unrecht.

„Harmonie macht schläfrig“

Denn beiden Künstlern ist gemein, dass sie in ihrer Malerei, in ihren Mixed-Media-Arbeiten, Installationen und Fotografien das Unverbindliche meiden und Sperrigkeit statt Harmonie anstreben, „denn Harmonie macht schläfrig“, wie Janna Banning sagt. Die junge Künstlerin steht für expressive, vieldeutige Porträt- und Interieur-Malerei, aber auch für eine dezidiert politische Haltung. Ihre Konzeptarbeit „Gentrifizierung gratis“ ist eine so tief gehende wie erhellende künstlerische Stellungnahme zum Phänomen der Verdrängung einkommensschwächerer Haushalte durch Wohlhabende in „angesagten“ historischen Stadtquartieren.

Krzysztof Gruse zeigt figurative Gemälde, denen eine gewisse Melancholie innewohnt, aber auch abstrakte Collagen, die, auf Holz oder Karton geklebt, durch Übermalung ins Objekthafte abtauchen. Die Bildinhalte sind nicht sogleich zu entschlüsseln, sie versprühen einen moderat surrealen Touch.„Leidenschaft und vibrierende Gefühle“ wollen die beiden Künstler wecken. Das „wilde Herz“, mit dem sie ihre Arbeiten geschaffen haben, möchte sich auf das Gefühl der Besucher übertragen. Banning und Gruse sind donnerstags von 17 bis 19 Uhr und freitags von 18 bis 21 Uhr anwesend und freuen sich auf den Austausch mit Neugierigen. Eintritt frei.

Helge Salnikau spielt ein Solo

Am 14. Juni, 20 Uhr, gibt es in der Kultur-Uhle ein Solo von Schauspieler Helge Salnikau, „Alleine macht Teilen mehr Spaß“. Die „Mitte der Welt“, von der aus er seinen Redefluss über die „Mehrheit der Minderheiten“ startet, ist ein schmucker Jan-Kath-Teppich.

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