Woche der Behinderung

Bochumer Kfz-Werkstatt stellt Azubis mit Handicap ein

Agenturleiterin Regine Schmalhorst, Kfz-Meister Michael Dittmar, Azubi Pascal W., Arbeitsvermittlerin Stephanie Graul und Inklusionsberater Andreas Pauls werben dafür, Menschen mit Handicap eine Chance zu geben.  

Agenturleiterin Regine Schmalhorst, Kfz-Meister Michael Dittmar, Azubi Pascal W., Arbeitsvermittlerin Stephanie Graul und Inklusionsberater Andreas Pauls werben dafür, Menschen mit Handicap eine Chance zu geben.  

Foto: Anja Greiter

Bochum.   „Eine Behinderung muss kein Hindernis sein“, sagt Kfz-Meister Michael Dittmer. Er hat einen hörgeschädigten Azubi eingestellt.

Die Schule mit der Fachoberschulreife beendet, dann ab ins Berufsleben. Aber Pascal W. (23) ging es wie etlichen anderen Auszubildenden auch. Es passte nicht, er brach die Ausbildung ab. Das unterscheidet ihn nicht von vielen anderen jungen Leuten. Anders ist allerdings: Er hat ein Handicap. Pascal W. ist hörgeschädigt. Und das erschwert seinen Weg ins Berufsleben.

„Dabei sind Menschen mit einer Behinderung Menschen mit Potenzial“, sagt Regine Schmalhorst, Leiterin der Agentur für Arbeit Bochum. Zur in diesen Tagen laufenden Woche der Behinderung wirbt sie dafür, Menschen mit Handicap eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben: „Sie bringen genauso Kompetenzen und Qualifikationen mit wie Menschen ohne Behinderung. Darüber hinaus sind sie häufig hoch motiviert. Die Unternehmen sollten ihre Chancen nutzen und bei der Einstellung von Personal nicht auf diese Bewerber verzichten.“

Agentur zahlt Ausbildungszuschuss

Die Kfz-Werkstatt „Dittmar und Stachowiak“ hat diese Chance genutzt und Pascal W. (23) eingestellt, der in Weitmar eine assistierte Ausbildung absolviert und dabei intensiv begleitet wird. Dafür erhält der Arbeitgeber von der Agentur für Arbeit einen Ausbildungszuschuss.

„Wir sind rundum zufrieden“, sagt Kfz-Meister Michael Dittmar. „Eine Behinderung muss kein Hindernis sein. Behinderte Menschen gehören zu unserer Gesellschaft, also gehören sie auch in den Arbeitsmarkt integriert. Wir haben mit unserem neuen Auszubildenden eine gute Wahl getroffen.“ Pascal W. ist seit seiner Kindheit gehörgeschädigt und hat eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Kommunikation und Hören besucht, die er mit der Fachoberschulreife abgeschlossen hat. Er gilt im Betrieb als gleichwertige Ausbildungskraft. In der Berufsschule erleichtert ihm eine Anlage das Hören im Unterricht.

Vielfältige Hilfen für die Integration

Diese und andere Hilfen dienen der Integration auf dem Arbeitsmarkt. Die Agentur für Arbeit unterstützt die Inklusion mit einer Vielzahl von Dienstleistungen und Programmen. Sie reichen von der Berufsorientierung für Jugendliche über die Beratung von Unternehmen bis hin zu passgenauen finanziellen Hilfen.

Einige junge Menschen mit Behinderung suchen derzeit in Bochum noch einen Ausbildungsplatz. 1527 arbeitslose Behinderte bemühen sich um einen Arbeitsplatz.

>> NETZWERK UNTERSTÜTZT MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Für die Vermittlung von behinderten Menschen ist eine intensive Netzwerkarbeit hilfreich.

Das Netzwerk „Arbeit & Inklusion Mittleres Ruhrgebiet“ wurde 2013 von der Arbeitsagentur ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, Menschen mit Behinderung stärker in den Fokus zu rücken und sie gleichzeitig besser in der Arbeitswelt zu integrieren.

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