Wohltätigkeit

Bochumer Helfer eröffnen in Indien „Chance auf Leben“

Regelmäßig reist Rita Römert-Steinau (re.) nach Indien, um sich vor Ort über die Hilfsprojekte ihres Vereins „Chance auf Leben“ zu informieren.

Regelmäßig reist Rita Römert-Steinau (re.) nach Indien, um sich vor Ort über die Hilfsprojekte ihres Vereins „Chance auf Leben“ zu informieren.

Foto: Chance auf Leben

Bochum.  Eine „Chance auf Leben“ eröffnet der gleichnamige Bochumer Verein Tausenden Mädchen und Frauen in Indien. Nun gibt es eine prominente Helferin.

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Es falle zunehmend schwerer, ausreichend Spenden zu gewinnen, beobachtet Rita Römert-Steinau nicht ohne Sorge. Doch: „Seriöse Arbeit wird anerkannt. Vertrauen ist alles. Bei uns können die Spender gewiss sein, dass jeder Cent ankommt und hilft.“ Und das seit 16 Jahren. So lange unterstützt der Bochumer Verein „Chance auf Leben“ Mädchen und junge Frauen in Indien.

Die Förderung der weiblichen Dorfbevölkerung in Indien hat die ehemalige Stewardess aus Wiemelhausen zum Lebenswerk erkoren. Rund 900.000 Euro hat sie als Gründerin und Vorsitzende von „Chance auf Leben“ mit ihrem Team seit 2003 gesammelt. Tausenden Mädchen und Frauen am Rande der 12-Millionen-Metropole Mumbai wurden Wege aus Armut und Elend geebnet: u.a. durch Patenschaften (aktuell 250), den Bau von Ausbildungszentren und die Finanzierung von Sozialarbeitern.

Schwerpunkt wird weiter aufs Land verlagert

Die Arbeit trägt Früchte. „Es ist großartig zu sehen, welchen Weg viele Mädchen nehmen“, sagt die 66-Jährige. Im Slum, ohne Unterstützung von außen, wären sie weiterhin Unterdrückung ausgesetzt, ausgebeutet und zwangsverheiratet worden, häufig auch Opfer sexueller Gewalt geworden. „So aber haben viele unserer Schülerinnen einen Bachelor-Abschluss gemacht und auskömmliche Berufe gefunden. Ohne unsere Spender wäre das niemals möglich gewesen.“

Nunmehr verlagert der Verein seinen Schwerpunkt weg von Mumbai, weiter aufs Land, hinein in die abgelegenen Dörfer, in denen es mitunter noch keinerlei Ausbildungs- und Sozialstrukturen gibt. Es gelte, möglichst viele Mädchen ab Klasse 10 zu erreichen. „Denn Bildung ist der Schlüssel, sich aus der Not und Abhängigkeit zu befreien“, bekräftigt Rita Römert-Steinau. Die Dankbarkeit sei überwältigend, der Aufwand für unsere Verhältnisse überschaubar: „Zehn Euro im Monat reichen für die schulische und berufliche Ausbildung in aller Regel aus.“

Margie Kinsky hilft mit Auftritten

Mit ihren Vorstandskolleginnen Claudia Schaefer, Birgit Ruhe, Lisa Frerick-Overmeyer und Christiane Weger will Rita Römert-Steinau in Indien viele weitere Chancen auf ein besseres Leben eröffnen. Dafür hat der Verein eine prominente Mitstreiterin gefunden: Die Kabarettistin Margie Kinsky steht den Bochumern mit regelmäßigen Benefiz-Auftritten zur Seite.

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