Forschung

Bochumer Forscher macht die Energieforschung transparenter

Forschungsprojekte zu Energiethemen gibt es viele.  

Foto: R. Hackenberg

Forschungsprojekte zu Energiethemen gibt es viele.   Foto: R. Hackenberg

Bochum.   RUB-Forscher Dr. Hermann-Josef Wagner war am Projekt Enargus beteiligt. Es stellt Informationen über Forschungsprojekte in Deutschland bereit.

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Dieser Satz über eine neue Internetseite, auf der sich Informationen über die Energieforschung in Deutschland finden lassen, fällt auch nicht jedem ein. Bei Professor Dr. Hermann-Josef Wagner, Leiter des Lehrstuhls für Energiesysteme und Energiewirtschaft an der Ruhr-Uni aber wirkt er glaubwürdig. Er war an dem Projekt, das die Infos sammelte und veröffentlichte, dem Enargus-Projekt, beteiligt. „Das ist wunderschön“, sagt er über das neue Online-Wiki, das Internet-Lexikon, das Politikern, Projektträgern und der Öffentlichkeit helfen soll, den Überblick über die mehr als 22 000 Forschungsprojekte im Energiesektor zu behalten, die seit 1970 mit Bundesmitteln gefördert wurden.

„Ja“, sagt Wagner, das sei auch etwas für den normalen Bürger. „Er kann sich über Energiefragen umfassend informieren.“ Vorkenntnisse würden helfen, er bekomme dann auch Antworten auf Fragen, die er vielleicht so zunächst nicht stellen würde. Wie viel Geld fließt in die Erforschung der Windenergie? Wer forscht zu Treibhausgasemissionen? Wer fördert das?

Verschiedene Datenbanken sind verknüpft

„In der Vergangenheit mangelte es an Transparenz und Schnittstellen in der Förderpolitik“, sagt Wagner. „Deshalb kam aus dem Bundestag der Hinweis: Erstellt mal eine Übersicht. Auf der Internetseite sind verschiedene Datenbanken von Energieforschungsvorhaben inhaltlich miteinander verknüpft. Das war nicht nur eine technische Herausforderung. Weil wir interdisziplinär gearbeitet haben, musste eine gemeinsame Sprache her.“

Die neue Seite, die Enargus-Datenbank, ermögliche nun eine effiziente und quellenübergreifende Suche nach thematisch ähnlichen Vorhaben. „Wissenschaftler, die ein neues Projekt beantragen wollen, können sich so über den Stand der Forschung informieren und geeignete Kooperationspartner finden. Politiker finden schnell Antworten auf Fragen wie: Wie viel Geld ist den vergangen zehn Jahren in die Entwicklung erneuerbarer Energien geflossen?“

Buch zum Online-Wiki ist fast vergriffen

Nur die Aktualisierung gestaltet sich schwieriger. Genau wie beim Internet-Lexikon Wikipedia müssen die Einträge stimmen, kann nicht jeder, sondern können nur ausgewählte Institutionen überhaupt Einträge machen. „Aber ich bin erst mal froh“, sagt Wagner, „dass es so eine Auflistung gibt.“

Das Online-Wiki enthält außerdem mehr als 2200 Artikel zu Energietechnik und -wirtschaft. Der Fraunhofer-Verlag hat sie als 1300 Seiten starkes Buch unter dem Titel „Energiekompendium“ herausgegeben. „Das ist eine tolle Sache“, sagt Wagner. Er findet auch das Buch „wunderschön“. Darin sei aber nur ein Teil dessen abgebildet, was gemacht worden sei. „Viele Exemplare gibt es zudem davon derzeit nicht mehr“, sagt Wagner. „Wir warten auf den zweiten Druck.“

>>> Förderung durch das Bundesministerium


Das Enargus-Projekt startete 2011 und endete 2017. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.


Koordiniert wurde das Projekt vom Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik. Neun Institute aus den Bereichen Informatik, Sprachwissenschaft und Energieforschung waren dabei.

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