Kino

Bochumer Filmfestival erzählt Geschichten aus dem Ruhrgebiet

Szene aus dem Kurzfilm „Faxen“: Eine Frau steht am Rande eines Sportfeldes – und gestikuliert. Warum genau? Die Antwort gibt’s amMittwoch, 21. November, ab 19.30 Uhr im Kino Endstation.

Szene aus dem Kurzfilm „Faxen“: Eine Frau steht am Rande eines Sportfeldes – und gestikuliert. Warum genau? Die Antwort gibt’s amMittwoch, 21. November, ab 19.30 Uhr im Kino Endstation.

Foto: Lisa Domin

Bochum.  Das Filmfestival „Blicke“ bietet vom 21. bis 25. November im Kino Endstation ein spannendes Programm. Filmemacher schauen aufs Leben im Revier.

Einblicke und Ausblicke ganz unterschiedlicher Couleur bietet das so beliebte wie aufregende Filmfestival „Blicke“ – und dies seit verlässlichen 26 Jahren.

Am Mittwoch (21.) beginnt der nächste Reigen mit Dokumentar- und Experimentalfilmen im Kino Endstation am Wallbaumweg 108: Fünf Tage lang dürfen sich Cineasten auf aufschlussreiche Vorstellungen freuen. Wie immer können nicht nur Filme angeschaut werden – diesmal sind 32 im Wettbewerb vertreten. Es gibt auch Filmgespräche, Treffen mit den Regisseuren und vieles mehr.

Überraschende und einzigartige Einblicke

Und es gibt wie immer ganz viel zu entdecken: Wo sonst erfährt man zum Beispiel etwas von der Arbeit pakistanischer Lkw-Fahrer, vom Besuch einer Großfamilie einer kalifornischen Kleinstadt oder lauscht den Visionen eines quer durch die Welt telefonierenden Liebespaars? Eben! „Blicke“ macht’s möglich.

Dabei ist das Ruhrgebiet stets präsent. Die einzige Voraussetzung für eine Teilnahme am Festival ist, dass die Filmemacher entweder einen Bezug zum Ruhrgebiet haben oder Geschichten aus dem Revier erzählen. „In diesem Jahr haben uns überraschend viele Beiträge erreicht, die das Ruhrgebiet zum Thema haben“, freut sich die Festivalleiterin Gabi Hinderberger. „Woran das liegt, wissen wir nicht. Vielleicht ist das Leben im Ruhrgebiet für viele Filmemacher wieder interessanter geworden.“

So erzählt Matthias Grünewald in „Diese furchtbare Straße Teil 2“ von den Menschen, die entlang der Lebensader des Ruhrgebiets leben: der A40. Für manche ist sie ein Graus, für andere liebgewonnene Geräuschkulisse. Über 20 Jahre nach seinem ersten Film über die A 40 kehrte Grünewald zurück (am Donnerstag um 18 Uhr).

In ihrem Dokumentarfilm „Highway Confessions“ erzählt Elsbeth Fraanje Geschichten aus einer Autobahnkirche in Hamm, die unterschiedliche Menschen anzieht: ob religiös oder nicht (am Donnerstag um 20 Uhr). „Made in Langendreer“ erzählt von einem Tüftler, der mehr als 2000 Stunden damit verbrachte, ein Fahrrad aus Eibenholz zu bauen (am Mittwoch um 19.30 Uhr). Und „Der Letzte seiner Art“ begleitet einen ehemaligen Bergmann beim Gang durch eine verlassene Bergwerksiedlung (am Samstag um 15.45 Uhr).

Bewegendes Jahr

Der Neuauflage von „Blicke“ ging ein bewegendes Jahr hinter den Kulissen voraus: Im Januar starb Wolfgang Kriener, der zu den Gründern des Festivals gehörte und es entscheidend prägte. „Weitermachen ohne Wolfgang ist schwer, er fehlt als Co-Leiter, Grafik-Mitgestalter, als Freund“, sagt Gabi Hinderberger. „So musste sich das Team neu aufstellen. Es hat sich erweitert. Veränderungen und ein neues Erscheinungsbild standen auf der Tagesordnung.“ Trotzdem bleibt „Blicke“ seinem guten Ruf treu: Es ist ein innovatives Treffen für Film- und Medienkunst mit einem Herz für Experimentelles.

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