Kino

Bochumer Filmfestival „Blicke 23“ schaut auf das Ruhrgebiet

Szenenfoto aus dem Film „Ruhr Record“ von Rainer Komers, Mülheim.

Szenenfoto aus dem Film „Ruhr Record“ von Rainer Komers, Mülheim.

Foto: Blicke Festival

Bochum.  Das Filmfestival „Blicke 23“ bietet vom 25. bis 29. November ein umfangreiches cineastisches Programm. Spielort ist das Kino Endstation in Bochum.

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Wenn das „Blicke“-Filmfestival am Mittwoch /25.11.) startet, dann werden fünf Tage lang zum 23. Mal Filme aus dem Ruhrgebiet en bloc präsentiert. Cineasten dürfen sich auf aufschlussreiche Abende freuen. Wie immer können nicht nur Filme angeschaut werden (über 30), sondern es gibt auch Filmgespräche, Treffen mit den Regisseuren und viel drumherum.

Drehorte auf der ganzen Welt

Eine Beduinenoase in der syrischen Wüste, ein Aprikosenhain in Anatolien, Koksöfen und Kohlegruben, U-Bahn-Schächte, Eckkneipen, Seifenblasenwerkstätten, Böschungen der A 45 – wie könnte man solche Orte bequemer aufsuchen als im Film? „Blicke“ macht’s möglich, wobei das Ruhrgebiet stets die Klammer auch für die entlegensten Themen/Plätze ist. Denn Festival-Voraussetzung ist, dass die Filmemacher/innen einen Bezug zum Ruhrgebiet haben. Oder gehabt haben. So bleiben sie natürlich „Ruhris“, auch wenn sie z.B. längst in New York leben.

Wandel der Region

Der Pluralismus und die Freiheit der Darstellungsform – Dokumentar- und Spielfilme, Musikclips und Videokunst, Filme von 10 Sek. bis zu 90 Min., von Profis, Studierenden und Amateuren – machen den Reiz des Festivals aus. Auch der Begegnungsaspekt spielt wieder eine große Rolle. „Wie immer, besteht die Gelegenheit des direkten Austausches mit den Filmemacher/innen im Anschluss an das Filmprogramm. Ganz im Mittelpunkt steht die gemeinsame Debatte in der Podiumsdiskussion am Freitag (27.11.) ab 18 Uhr über die Rolle des Films im Spannungsfeld zwischen Kultur und Wirtschaft“, so Gabi Hinderberger vom „Blicke“-Organisationsteam.

Kino verändert sich, auch der Blick aufs Ruhrgebiet verändert sich. Als das Festival vor über 20 Jahren startete, war der Fokus noch stark auf das sich wandelnde Revier gerichtet, Stichwort: Internationale Bauausstellung Emscherpark. Nachdem sich in den letzten Jahren kein eindeutiger Schwerpunkt in den Beiträgen ausmachen ließ, ist das in diesem Jahr anders.

Verortung im Revier

„Es ist ein Thema zu erkennen, nämlich die Verortung. Zum einen die Verortung der Künstler selbst im Ruhrgebiet, zum anderen die Ver-Ortung der Region“, sagt Hinderberger. Denn wieder ist das Ruhrgebiet einem starken Transformationsprozess ausgesetzt. Das alte, industrielle Revier schwindet mehr und mehr; manche Filmbeiträge gehen deshalb auf die Suche nach Szenarien, in denen es sich noch fassen lässt.

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