Oasen gesucht

Bochumer Ehepaar hat sich einen tierischen Garten angelegt

Norbert Pieper inmitten seiner üppigen Garten-Oase in Bochum-Weitmar.

Norbert Pieper inmitten seiner üppigen Garten-Oase in Bochum-Weitmar.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Weitmar.  Eulen, Schafe und Hühner aus Ton und Kupfer haben ihr Zuhause im Garten der Piepers in Bochum-Weitmar. Das Meiste ist selbstgemacht.

Wer zu Ruth und Norbert Pieper in Weitmar kommt, der muss sich auf einen längeren Besuch einstellen. Zumindest, wenn er sich Zeit nimmt, den Garten des Ehepaars unter die Lupe zu nehmen. Hühner, Schweine, Pinguine, Eulen, Fische oder Gänse aus Ton, Kupfer und Stein verstecken sich im gesamten Garten unter Buchsbäumen, hinter Zinnien, rotem Federahorn oder in einer Magnolie sitzend. Und damit geht es schon im Vorgarten los: Hier begrüßen zwei Elefanten die Besucher, unweit von ihnen sitzen bunt getöpferte Hühner auf Stäben, auch Mäuse finden sich im Eingangsbereich.

„Meine Frau töpfert leidenschaftlich und ich arbeite gerne mit Kupfer“, sagt Norbert Pieper und führt in den Garten hinter dem Haus. „Außerdem trödeln wir seit 50 Jahren, da kommt so einiges zusammen“, sagt der 77-Jährige. Im Hauptgarten kann man sich davon ein Bild machen: Auf dem von einem rund geschwungenen Steinweg umlaufenen Rasen steht ein lebensgroßer Schäfer mit seinen Tieren, Delfine scheinen aus der Teichanlage zu springen.

Holzboot als Sitzfläche

Aber nicht nur Tierisches gilt es im Garten der Piepers zu entdecken, jede Menge mehr hat sich über die Jahre angesammelt. „Hauptsache außergewöhnlich“, kommentiert Norbert Pieper und präsentiert seine Lieblingsstelle im Garten: Ein senkrecht aufgestelltes, 5,50 Meter hohes Holzboot, welches er als Sitzfläche nutzt.

Fast 1200 Quadratmeter Gartenfläche in Bochum-Weitmar

„Von hier aus beobachte ich Libellen und Wasserläufer, lasse mir bei einem Bierchen neue Ideen einfallen“, sagt der ehemalige Malermeister. Ehefrau Ruth Pieper sagt: „Langsam müssen wir mal die Bremse ziehen, wir haben schon so viel im Garten“, und lacht. Ein mit Murmeln bestücktes Herz aus Stein baumelt hinter ihr von einer Buche, ein Verkehrsschild, welches vor einer unebenen Fahrbahn warnt, hängt unweit davon. „Bei manchen Sachen weiß ich gar nicht mehr, woher mein Mann sie angeschleppt hat“, sagt Pieper. Der weiß das jedoch noch ganz genau: „Das Schild haben wir aus dem Ski-Urlaub mitgebracht“, erinnert er sich. Ein Garten müsse zur eigenen Persönlichkeit passen, deshalb brauche er gar keine großartige Inspiration von außen.

„Ich schaue bloß ab und zu in Zeitungen oder habe ein paar Ideen von Veranstaltungen wie der ‚Offenen Gartenpforte‘. Das meiste kommt mir aber selbst in den Sinn“, sagt auch Ruth Pieper. Während Norbert Pieper einen Schatz nach dem nächsten auf dem Flohmarkt ausbuddelt, sorgt Ruth Pieper vor allem für Ordnung im Garten.

Aufwand unterschätzt

„Unser Garten ist groß, fast 1200 Quadratmeter machen eine Menge Arbeit“, sagt sie. Sie rät Leuten, die mit der Gartenplanung befasst sind, deshalb: „Man sollte die Arbeit nicht unterschätzen, mir würde auch die Hälfte reichen.“ Als sie sich vor 30 Jahren einen Teich anlegten, hätten sie den Arbeitsaufwand deutlich unterschätzt. „Die Laubbäume, die um den Teich herumstehen und deren Blätter nun hereinfallen, machen eine Menge Arbeit“, so Pieper weiter.

Tipp: Arbeit nicht unterschätzen

Während des Lockdowns im Zusammenhang mit der Corona-Krise und in den darauffolgenden Wochen hat sie Zeit dafür gefunden, den Garten wieder auf aufzuhübschen. „Teilweise war ich, bis es dunkel wurde, zugange“, sagt sie. Den Rasen von Moos befreien, Unkraut zupfen, den Teich reinigen oder Clematis pflanzen – immer habe es etwas zu tun gegeben. So auf Vordermann gebracht, konnten die Piepers es noch mehr genießen, zum Beispiel gemeinsam im Garten zu frühstücken. Auch echte Tiere können sie dabei beobachten: Vor allem Eichhörnchen springen immer wieder umher.

Ein tierischer Gartenbewohner – nicht aus Ton – kostet Pieper allerdings seit drei Jahren ihre Nerven: Denn der Buchsbaumzünsler treibt auf ihren Pflanzen sein Unwesen. „Ich hoffe, dass ich die Buchsbäume retten kann. Manchmal verbringe ich Stunden damit, die Tiere zu suchen und zu entfernen“, sagt sie. Der Schädling, der sich nach seinem Schlüpfen zu etwa fünf Zentimeter langen, grün schwarz gepunkteten Raupen entwickelt, ist in der Lage Buchsbäume ganz zu zerstören. Das Problem: Von Fressfeinden aus Kupfer oder Ton lässt er sich nicht verjagen.

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