Stadtentwicklung

Bochumer City soll mit Charme der 50er Jahre auftrumpfen

Die Innenstadt steht im Blickpunkt der „Bochumer Stadtgespräche“. Was, so wird gefragt, soll die City für Bürger und Besucher ausmachen?

Die Innenstadt steht im Blickpunkt der „Bochumer Stadtgespräche“. Was, so wird gefragt, soll die City für Bürger und Besucher ausmachen?

Foto: Bastian Haumann

Bochum.   Zurück in die Zukunft? Die Bochumer Innenstadt soll sich zu ihrem 50er-Jahre-Baustil bekennen, fordert Planungsamtsleiter Eckard Kröck.

Was sind die charakteristischen Merkmale der Innenstadt? Planungsamtsleiter Eckart Kröck hat eine verblüffende Antwort: „Die Isoliergeschosse in zahlreichen Häusern mit Flachdach, etwa auf der Huestraße.“ Sie sind ein Thema der Neuauflage der „Bochumer Stadtgespräche“ am morgigen Mittwoch (15.) im Kunstmuseum an der Kortumstraße.

Sie gilt nicht eben als Aushängeschild, die Bochumer Einkaufszone. Vom „mobilitätsgetriebenen Biedermeier der 50er Jahre“ spricht Eckart Kröck beim Anblick des Stadtzentrums in der architektonischen Anmutung der Nachkriegszeit. Doch das sei kein Grund, sich schamhaft abzuwenden. Im Gegenteil: Es gelte mehr denn je, den Charme dieses Baustils schätzen zu lernen. „Nehmt die Gerüste von den Häusern!“, appelliert der Behördenchef und meint damit keine Baugerüste, sondern alles Beiwerk, das die Fassaden der 50er-Bauten verdeckt: meist Reklametafeln.

„Bling-Bling“ verdeckt Fassaden

Vor eineinhalb Jahren hat die Stadt eine Gestaltungssatzung erarbeitet, die u.a. die grelle Bling-Bling-Werbung in weiten Teilen des Zentrums eindämmen soll. Den weiteren Weg zur „Bochumer Identität“ soll ein Gestaltungshandbuch weisen. Die Initiative Bochumer City (IBO) und die BO-Marketing GmbH gemeinsam mit der Stadt haben damit das renommierte Architektenbüro farwick+grote beauftragt. In einer umfangreichen Bestandsaufnahme und Analyse haben die Experten das Herz Bochums, die Innenstadt, unter die Lupe genommen. Ziel: das Stadtbild für die Bürger und Besucher langfristig attraktiv zu gestalten.

Die Ergebnisse werden beim „Bochumer Stadtgespräch“ am Mittwoch vorgestellt. „Die Bürger erhalten einen Einblick in den laufenden Arbeitsprozess und erfahren, welche grundsätzlichen Zielsetzungen für die bauliche Gestaltung der Bochumer Innenstadt daraus folgen sollten“, wirbt Eckart Kröck. Heißt: was Bochum als Heimatstadt ausmacht, was deren Wurzel und Identität sind.

Isoliergeschosse sind ein Merkmal

Die Isoliergeschosse zählen dazu. Von den meisten Bochumern unbeachtet, seien sie typisch für die Bochumer City, weiß der Planungsamts-Chef. Ein Blick nach oben gibt Aufschluss: Etliche Flachdach-Bauten verfügen unter dem Dach über die 1,20 bis 1,80 Meter niedrigen Geschosse, die in den 50er Jahren als natürlicher Isolierschutz eingezogen wurden – in Bochum besonders häufig, weil hier der Wiederaufbau erst relativ spät begann und die Isoliergeschosse als damals aktuelle Bauweise verstärkt Einzug hielten, so Kröck.

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