Corona-Krise

Bochumer Buchhandel macht trotz Corona gute Geschäfte

Carola Mirhoff in ihrem Laden im Ehrenfeld. Die Buchhändlerin setzt die Corona-bedingten Vorgaben der Stadt um und gehen flexibel mit der Situation um.

Carola Mirhoff in ihrem Laden im Ehrenfeld. Die Buchhändlerin setzt die Corona-bedingten Vorgaben der Stadt um und gehen flexibel mit der Situation um.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Der Lockdown sorgte für Einschränkungen, aber inzwischen ist der Buchverkauf wieder in der Spur. Der Lesehunger in Bochum scheint ungebrochen.

2020 ist wegen der Corona-Pandemie auch für den Buchhandel ein herausforderndes Jahr. Zumal der Lockdown im Frühjahr stellte die Buchläden vor Probleme – wenn auch eher auf logistische. „Die Umsätze haben eigentlich nicht gelitten, wir liegen vor dem Weihnachtsgeschäft im Soll“, sagt etwa Carola Mirhoff, die im Ehrenfeld in Bochum den Buchladen Mirhoff und Fischer führt.

Ständig veränderte Situation

Die veränderte Situation bedeute trotzdem einen Lernprozess, für sie und ihr Team ebenso wie für die Kunden. „Wir haben einen gewissenhaften Umgang mit der Lage gefunden“, sagt Mirhoff. Desinfektionsmittel am Eingang, Maskentrage-Pflicht, Abstandsregeln: all das ist eingespielt, auch wenn die Entwicklung in den letzten Tagen nochmals für Unsicherheit gesorgt hat.

„Das Buch hat seine bevorzugte Stellung behalten“

Bekanntlich ist Bochum wegen des Inzidenzwertes von 50 + jetzt Risikogebiet“ und es gelten weithin verschärfte Corona-Regeln. Dennoch bleibt Carola Mirhoff optimistisch: „Das Buch wird seine bevorzugte Stellung im Freizeitverhalten der Menschen behalten“, sagt sie. Zur Not habe sie ja immer noch den Fensterverkauf, der schon beim Lockdown im Frühjahr zum Zuge kam. Der Buchladen hat ein Fenster zur Pieperstraße, durch das der Verkauf weiterging, als die Kundschaft nur stark abgezählt den Laden betreten durfte.

Die Lage im Buchhandel insgesamt bleibt gleichwohl angespannt, denn wie alle Wirtschaftsunternehmen sind Händler, aber zumal Verlage darauf angewiesen, möglicherweise verloren gegangene Einnahmen und/oder Projekte nach- und am besten aufzuholen. In dieser Hinsicht hatte man sich Einiges von der Frankfurter Buchmesse (14. bis 18 Oktober) versprochen, allerdings fand die weltgrößte Bücherschau nur eingeschränkt statt. „Es gab viele virtuelle Veranstaltungen, per Zoom-Meeting oder auf Youtube“, sagt Carola Mirhoff.

Buchmesse fand vorrangig virtuell statt

Nach ihrer Beobachtung seien diese Angebote aber nur wenig genutzt werden. „Eine Messe lebt ja gerade vom Austausch und der persönlichen Begegnung“, sagt sie. Damit war es diesmal in Covid-19-Zeiten aber nun mal nichts.

Die Buchhandlung Janssen in der Innenstadt kann sich ebenfalls nicht über mangelnden Zuspruch beklagen. „Das Interesse am Buch ist ungebrochen“, sagt Buchhändler Nils Janssen. Auch wenn die Stadt möglicherweise etwas leerer sei als sonst, seien die Barverkäufe gut.

Beim Stöbern in den Regalen und im Verkaufsgespräch herrscht Maskenpflicht, auch dürfen sich nur zehn Kunden gleichzeitig im Geschäft aufhalten. „Das ist aber kein Problem, weil wir die Eingangsregelung durch die Ausgabe von Einkaufskörben nachhalten können“, so Janssen.

Kulturgut „Buch“ in der Gesellschaft verankert

Kinderbücher, Romane, Sachbücher – alles werde querbeet nachgefragt. „Die Menschen haben vielleicht mehr Muße oder überhaupt mehr freie Zeit, und greifen deshalb zum Buch“, vermutet Nils Janssen. Das Buch sei als Kulturgut fest in der Gesellschaft verankert. Die Branche hofft nun auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft. Auch für die Bochumer Buchhändler ist es jetzt entscheidend, weiterhin breite Aufmerksamkeit für Bücher und das Lesen zu erreichen. Sie sind Schaufenster dessen, was die Branche trotz Pandemie auf die Beine stellt.

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