Kult-Imbiss

Bochumer Bergbau-Grill behauptet sich seit 42 Jahren

Kultig im Ruhrpott: Der Bergbau geht, der Bergbau-Grill bleibt.

Kultig im Ruhrpott: Der Bergbau geht, der Bergbau-Grill bleibt.

Foto: JBS

Bochum.  Im Bergbau-Grill am Bochumer Bergbaumuseum hält Chefin Annegret Nebelung seit 42 Jahren die Stellung. Und das soll vorerst auch so bleiben.

Der Bergbau-Grill am Bochumer Bergbaumuseum ist ein Kult-Imbiss. 1977 eröffnet, umweht heute noch 70er-Jahre-Flair die Bude an der Eisenbahnbrücke, in der Annegret Nebelung seit 42 Jahren die Stellung hält. Und das soll vorerst auch so blieben.

Demnächst wird die Grill-Chefin 70, an die Rente denkt die Bochumerin aber noch nicht. Die Liebhaber von Burgern, Pommes, Currywurst und Co. wird’s freuen. Die Kundschaft kommt nicht nur von nebenan aus der Technischen Fachhochschule und aus der Nachbarschaft, sondern auch von auswärts – schließlich hat sich ‘rumgesprochen, dass hier schon Herbert Grönemeyer ein „Currywurst“-Video filmen ließ und Heiner Lauterbach während einer Drehpause vorbei schaute.

Aldi machte vor über vier Jahren zu

An Gerüchten, wonach der Bergbau-Grill demnächst dem Neubau eines Aldi-Supermarktes weichen muss, ist aktuell nichts dran. „Das Thema kocht hier immer wieder mal hoch“, sagt Nebelung, „Mit mir hat aber noch niemand gesprochen.“ Also geht sie davon aus, dass sie und ihr Büdchen bleiben.

Der Neubau eines Aldi-Marktes nahe dem Schmechtingwiesental steht als Idee schon über viereinhalb Jahre im Raum. Im Frühsommer 2014 machte der Discounter dicht, der in einem Gebäude direkt neben der Imbissbude untergebracht war. Seitdem gab es verschiedene Pächter für das Ladenlokal, zuletzt residierte dort der „Kafka“-Supermarkt. Ob das Haus an der Herner Straße 53-55 verkauft und/oder abgerissen wird, steht dahin. Tatsache ist, dass vor Wochenfrist eine Vermessungsfirma rund um das Gebäude und auf den dahinter liegenden Flächen Maß genommen hat – angeblich im Auftrag von Aldi.

Direkt neben der Eisenbahn

Der Bergbau-Grill war einst eine Trinkhalle, 1977 hatten Annegret Nebelung und ihr Mann Klaus-Dieter, der zuvor schon mit einem Pommes-Wagen in Bochum unterwegs war, die Mini-Immobilie als Pächter übernommen, später das Häuschen gekauft. Es steht auf Grund und Boden der Deutschen Bahn; die Güterzugstrecke Oberhausen-Dortmund führt in Hochlage direkt nebenan vorbei.

Der Imbiss ist in Bochum und darüber hinaus bekannt, weil er eine Urtümlichkeit bewahrt hat, wie es sie so nur noch selten im Ruhrgebiet gibt. Die orangene Lampen und der Mayonnaise-Topf aus Steingut gehörten schon vor vier Jahrzehnten zum Inventar. Ebenso wie die legendäre Schere, mit der Annegret Nebelung bis heute die Bratwurst zerteilt.

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