Bochum: Zwölf Engel schmücken die Wege des Werner Parks

Kunstvoll gestaltete Engel leuchten seit Freitag im Werner Park.

Kunstvoll gestaltete Engel leuchten seit Freitag im Werner Park.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Zwölf Engel leuchten seit Freitag im Werner Park in Bochum. Vorbild für die Aktion des Stadtteilmanagements WLAB ist der Glottertäler Engelweg.

Es dämmert bereits im Werner Park an diesem Freitag. Und trotzdem ist es heller als sonst. An den Wegen der Grünanlagen leuchten und schimmern seit Freitagabend insgesamt zwölf Engel. Erdacht und kreativ gestaltet von zwölf Initiativen aus dem Stadtteil.

Die Idee dazu kam dem WLAB (Soziale Stadt Werne, Langendreer, Alter Bahnhof). „Unabhängig voneinander haben meine Kollegin und ich einen solchen Engelweg in Glottertal im Breisgau bestaunt“, sagt Karsten Höser vom Stadtteilmanagement.

Engelweg im Werner Park Bochum entstand ohne Vorgaben

Bei einem ersten Treffen wurde die Idee vorgestellt, Vereine, Schulen, Seniorenheime und Gemeinden zeigten sich von dem Vorschlag begeistert.

Vorgaben gab es keine. „Groß sollten die Engel sein“, lacht Karsten Höser. Ansonsten hatten die Initiativen freie Hand. Die Ergebnisse sind vielfältig und beeindruckend.

Rund 120 Leute sind zur Eröffnung gekommen. Darunter auch die Schülerinnen und Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule mit ihrer Kunstlehrerin Inge Nientiedt. „Ich habe der Klasse die Idee zur Gestaltung des Engels vorgestellt“, sagt sie, „alle waren sofort überzeugt.“

Das Design wurde allerdings in Kooperation mit dem Awo-Seniorenzentrum herausgearbeitet. Handwerklich umgesetzt wurde es dann von den Schülern.

„Schrottengel“ empfängt die Besucher am Eingang

„Unser Engel ist ein wenig kantiger und eckiger als normale Engel“, erklärt Avinash (14). Die Flügel sind aus Draht, der Körper des Engels ist eine schwarze Tafel.

„Hier können die Menschen mit Kreide ihre eigenen Schutzengel draufschreiben“, sagt der Schüler. Für Avinash selbst ist das seine Mama.

Direkt am Eingang des Parks „Am Born“ steht der Engel des Freizeithauses JuCon. Schrottengel wurde der getauft. „Ich könnte jetzt sagen, dass der Engel ein Zeichen für den Klimaschutz ist, aber ehrlich gesagt sind wir einfach in unsere Garage gegangen und haben geschaut, was für Materialien wir haben“, erklärt Bärbel Schäfer vom Freizeithaus. Man habe „erstmal gemacht“ und wolle jetzt schauen, was daraus wird.

Jeder Engel hat seine eigene Geschichte

Trotzdem ist dieses Upcycling alter Materialien von den Veranstaltern des WLAB aber ausdrücklich erwünscht. Eine vordergründig christliche Bedeutung habe der Weg nicht, sagt Karsten Höser vom Stadtteilmanagement. „Engel gibt es in vielen Religionen“, weiß er. Auch das spiegelt den verbindenden Charakter der Aktion wider.

Über allem steht die Gemeinschaft: „Es ist toll wie viele Leute sich an der Aktion beteiligt haben. Alleine kann man sowas nicht auf die Beine stellen“, sagt Höser. Und auch Schüler Avinash freut sich mit seinem Freund Yasin (16) über die vielen verschiedenen Beiträge: „Alle Engel sind schön. Jeder hat seine ganz eigene besondere Art“, sind die beiden sich einig.

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