Naturschutz

Bochum: Neues Naturschutzgebiet – mit Folgen für die Bürger

Der Dr.-C.-Otto-Wald in Bochum-Dahlhausen ist jetzt ein Naturschutzgebiet. Ebenso das angrenzende Hörsterholz.

Der Dr.-C.-Otto-Wald in Bochum-Dahlhausen ist jetzt ein Naturschutzgebiet. Ebenso das angrenzende Hörsterholz.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum-Dahlhausen.  Im Hörsterholz und dem Dr.-C.-Otto-Wald in Bochum-Dahlhausen gelten nun strengeren Regeln. Bürger müssen sich aber nur minimal einschränken.

Der Dr.-C.-Otto-Wald und das Hörsterhol z sind jetzt ein rechtskräftiges Naturschutzgebiet. Dies teilt die Stadt Bochum mit. Bislang sind die beiden Waldgebiete zwischen Höntrop und Dahlhausen sogenannte Landschaftsschutzgebiete und zusammen 67 Hektar groß.

Das Areal in Dahlhausen umfasst den Dr.-C.-Otto-Wald oberhalb des Dr.-C.-Otto-Werkes bis zur Stadtgrenze Essen mit seinem Wald und zahlreichen alten Bäumen, naturnahen Bachlauf sowie wertvollen Quellgebieten. Im Osten schließt sich das Hörsterholz an, mit alten Buchen in den Siepentälern und dem Hörsterholzbach.

Bochum bekommt in Dahlhausen sein sechstes Naturschutzgebiet

„Darauf können wir schon ein bisschen stolz sein“, hatte Bezirksbürgermeister Marc Gräf (SPD) seinerzeit beim Beschluss in der Bezirksvertretung Südwest gesagt. „Das ist ein Pfund, mit dem wir als Stadtbezirk wuchern können.“

Ziel der Sicherstellung als Naturschutzgebiet ist es, die wertvollen Biotope und dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten wie Feuersalamander, Geburtshelferkröte, Wasserfrosch, Waldkauz, Kleinspecht sowie Hain-Gilbweiderich, Drahtschmiele und Waldrippenfarn zu schützen und zu entwickeln. Die Waldflächen haben eine hohe Immissions- und Klimaschutzfunktion in der Großstadt.

Darüber hinaus dient das Gebiet zur Naherholung für die Bürgerinnen und Bürger im Bochumer Südwesten. Sie können weiterhin wandern, joggen und radeln – mit geringen Einschränkungen: Das Verlassen der Wege ist nicht erlaubt und Hunde müssen angeleint sein.

2015 hatten Anwohner eine Bürgerinitiative gegründet, die sich für den Erhalt der Wälder als Landschaftsschutzgebiete einsetzte, weil sie zu strenge Restriktionen und den Verlust des Naherholungsgebietes fürchteten. Vor vier Jahren dann gab es eine Bürgerbeteiligung. Auch dort regte sich Unmut gegen ein Naturschutzgebiet. Es gab aber auch den Wunsch, dieses um ein paar Hektar zu erweitern. Was dann auch geschah.

Insgesamt gibt es nun sieben Naturschutzgebiete im Bochumer Stadtgebiet, die nicht einmal ein Prozent des gesamten Stadtgebiets ausmachen. Noch in diesem Sommer soll das achte Naturschutzgebiet, „Ruhraue Stiepel“, rechtsverbindlich werden.

Die Wohnhäuser im Gebiet Dr.-C.-Otto-Wald und das Hörsterholz sind von den neuen Regelungen indes nicht betroffen, ebenso wenig die Gartengrundstücke. Neue Gebäude dürfen aber nicht errichtet werden.

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Für das Naturschutzgebiet wurde inzwischen ein Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet, den Interessierte zusammen mit einem Text, der Entwicklungs-und Festsetzungskarte sowie dem Umweltbericht im Internet auf www.bochum.de/Umwelt- und Gruenflaechenamt/Dienstleistungen- und Infos/Landschaftsplanung ab sofort einsehen können.

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