Literarisch

Bochum wird zur Hauptstadt des Poetry-Slam im Ruhrgebiet

Beim Poetry Slam entscheidet das Publikum, wer als Sieger des Wettbewerbs hervorgeht. Am Wochenende steigt die nächste „Städte-Battle“ in Bochum.

Beim Poetry Slam entscheidet das Publikum, wer als Sieger des Wettbewerbs hervorgeht. Am Wochenende steigt die nächste „Städte-Battle“ in Bochum.

Foto: Anna-Lisa Konrad

Bochum.  In den Kammerspielen Bochum kommt es zur „Städte-Battle“ im Poetry Slam. Wortkünstler aus dem Ruhrgebiet treffen auf Slammer aus der Schweiz.

Bochum wird am 15. Februar zur Poetry-Slam-Hauptstadt des Ruhrgebiets. In den Kammerspielen steht die nächste „Städte-Battle“ an.

Doppelt in die Offensive gegangen

Poetry Slam ist eine literarische Disziplin, bei der Sprachkunst auf Ausdruckskunst trifft, das macht den Reiz aus. Während der Schriftsteller im stillen Kämmerlein werkelt und die Kommunikation mit den Adressaten seiner Kunst über das veröffentlichte Buch läuft, gehen „Slammer“ gleich doppelt in die Offensive. Textentwicklung und -vortrag sind streng öffentlich. Sich dabei zu zeigen, und nicht etwa hinter den Texten zurückzustehen, ist des Künstlers vornehmste Pflicht.

Überall gibt es mittlerweile Poetry Slams, seit gut zehn Jahren hat diese Art Kräftemessen der Wortakrobaten Konjunktur.

Konkurrenzdruck wirkt stilbildend

In Großstädten entstanden allerorts Szenen dieser Disziplin, und Bochum ist eine der Hochburgen, weswegen auch hier die nächste „Städte-Battle“ ausgerufen wird. Slam-Literatur genügt sich nicht selbst, sondern findet ihr Ureigenes im Wettstreit mit anderen. Ähnlich wie beim Impro-Theater wirkt der gesellschaftlich sonst so verpönte Leistungs- und Konkurrenzdruck hier stilbildend. Wenn auch mit augenzwinkernder Note.

Das Schauspielhaus Bochum wird nun am Samstag zur Plattform für die zweite Runde eines solchen Kräftemessens, bei denen die besten Poet/innen aus dem Ruhrgebiet gegen Konkurrenz aus jeweils einer anderen Slam-Stadt antreten.

Gespielt wird in den Kammerspielen Bochum

Am Wochenende sind in den Kammerspielen Wortkünstler aus Zürich/Schweiz zu Gast.Bei der „Städte-Battle“ fechten per Hin- und Rückspiel die besten Slammer/innen der jeweiligen Kommune aus, wer in der Gunst des Publikums vorne liegt. Für die Künstler geht es um Ruhm und Ehre, fürs Publikum um eine unterhaltsame Show.

Alsdann! Für Zürich treten an: Etrit Haßler, Rebekka Lindauer und Joel Perrin, für das Ruhrgebiet sind Sebastian 23, Jean-Philippe Kindler, Tabea Farnbacher und Eva-Lisa Finzi am Mikrofon.

Die Moderation in den Kammerspielen übernimmt Sandra Da Vina, eine der bekanntesten Poetry-Slammerin der Region. Die Essenerin ist vor allem mit ihrem Programm „Da Vina takes it all“ bekannt geworden – ein humorvolles, literarisches Kunstwerk mit unerwarteten Wendungen.

Teams kommen aus der Szene

Veranstaltet wird die Städte-Battle vom Verein „Wort Laut Ruhr“, einer Agentur, in der Poetry-Slammer vertreten sind, die seit mehr als zehn Jahren Slams, Shows und Workshops im Ruhrgebiet veranstalten. Der Großteil des Teams kommt selbst aus der Szene und steht regelmäßig selbst noch auf der Bühne, sowohl als Slammer/innen als auch als Moderatoren.

„Wort Laut Ruhr“ in Bochum gegründet

Angefangen hat „Wort Laut Ruhr“ 2005 in Bochum. „ Mit heute etwa 150 Veranstaltungen im Jahr zählen wir zu den größten Veranstaltern in diesem Bereich in Deutschland“, so der ebenfalls in Bochum beheimatete Slammer Sebastian 23, einer der Stars der Szene.

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