Vermisst

Bochum-Werne sucht die vermisste Seniorin Ingrid Adamczyk

Margret Berkhahn (stellvertretende Vorsitzende des Bewohner-Beirates, von links), Karin Kleinhubbert (Einrichtungsleiterin) und Kirsten Kemenes (Sozialer Dienst des Hauses) vom Awo-Seniorenzentrum auf der Kiekbast sorgen sich sehr um ihre Bewohnerin Ingrid Adamczyk.

Margret Berkhahn (stellvertretende Vorsitzende des Bewohner-Beirates, von links), Karin Kleinhubbert (Einrichtungsleiterin) und Kirsten Kemenes (Sozialer Dienst des Hauses) vom Awo-Seniorenzentrum auf der Kiekbast sorgen sich sehr um ihre Bewohnerin Ingrid Adamczyk.

Foto: Foto: Awo

Bochum-Werne. .  Die 80-jährige Ingrid Adamczyk wird noch immer vermisst. Das Seniorenheim sagt deshalb die Jubiläumsfeier ab, sucht weiter. Und ganz Werne mit.

Die Stimmung ist gedrückt im Awo-Seniorenzentrum auf der Kiekbast. Noch immer wird Bewohnerin Ingrid Adamczyk vermisst. Am Sonntag, 23, Juni, hat die an Demenz erkrankte Seniorin die Einrichtung am frühen Nachmittag verlassen und ist seither nicht wieder zurückgekehrt. Im Seniorenheim wird seitdem gehofft, gebangt, gebetet – vor allem aber gehandelt.

Denn das Team um Einrichtungsleiterin Karin Kleinhubbert will nichts unversucht lassen, Ingrid Adamczyk wiederzufinden. Dass das schwierig sein wird, ist allen bewusst. Denn die 80-Jährige kann inzwischen überall sein. „Vielleicht ist sie in einen Bus gestiegen, zum Bahnhof gefahren, hat einen Zug genommen und liegt jetzt in Stuttgart im Krankenhaus“, nennt Karin Kleinhubbert nur eines von vielen möglichen Szenarien. Deshalb wird die Suchaktion auch längst über die Stadtteil- und Stadtgrenzen hinaus erweitert.

Plakate werden aufgehängt

„Wir sind natürlich immer wieder in Werne unterwegs, hängen Plakate auf, damit das Gesicht von Ingrid Adamczyk nicht vergessen wird, und sprechen mit den Leuten, dass sie die Augen auf halten sollen“, schildert Karin Kleinhubbert, die auf breite Unterstützung aus dem Stadtteil zählen kann. „Die Bevölkerung nimmt großen Anteil an der Suchaktion, wir werden oft angesprochen, ob Ingrid Adamczyk wieder zurück sei, vom Postboten, von Lieferanten – alle haben von ihrem Verschwinden gehört.“

Kontakt nach Polen aufgenommen

Die Mitarbeiter der Senioreneinrichtung gehen auch in ihrer Freizeit immer wieder auf die Suche. Dabei wird längst regional und sogar international gedacht. „Eine Kollegin hat Kontakt zu einem polnischen TV-Nachrichtensprecher aufgenommen, weil Ingrid Adamczyk ja gebürtig aus Polen stammt“, berichtet Karin Kleinhubbert, die auch alle Verkehrsunternehmen in der Umgebung gebeten hat, Vermissten-Plakate in Bussen und Bahnen aufzuhängen. Auch die Krankenhäuser werden informiert. „Wir wollen wirklich alles versuchen.“

Angehörige sind aufgelöst

Das sei man den anderen Bewohnern, aber zunächst vor allem den Angehörigen schuldig. „Die sind natürlich aufgelöst und in großer Sorge.“ Karin Kleinhubbert beschreibt Ingrid Adamczyk, die erst seit Mai auf der Kiekbast wohnt, als „sehr nett, freundlich und hilfsbereit, aber aufgrund ihrer Demenzerkrankung auch unruhig, immer auf der Suche nach Bekanntem.“

Aufgrund der aktuellen Situation wurde das für Freitag, 5. Juli, geplante Fest zum 40-jährigen Bestehen des Seniorenzentrums abgesagt. „Wir können hier keine Sause machen, solange eine Bewohnerin von uns vermisst wird“, stellt Karin Kleinhubbert klar. Das Fest werde nachgeholt, ein Termin steht aber noch nicht fest.

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