Warnstreiks

Bochum: Warnstreiks sollen nächste Woche ausgeweitet werden

Mitarbeiter der Stadtwerke Bochum am Ostring sind am Freitagmorgen in den Warnstreik getreten

Mitarbeiter der Stadtwerke Bochum am Ostring sind am Freitagmorgen in den Warnstreik getreten

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Bochum.  Bochum muss sich ab nächster Woche auf massive Warnstreiks im öffentlichen Dienst einstellen. Zum Auftakt wird bei den Stadtwerken gestreikt.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden in Bochum voraussichtlich in der nächsten Woche deutlich spürbar. „Wir haben die Pläne in der Tasche“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Bettina Gantenberg am Donnerstag. Dann sei auch mit Arbeitsniederlegungen etwa bei der Stadtverwaltung oder im öffentlichen Nahverkehr zu rechnen.

Zum Auftakt sind am Donnerstag die 750 Beschäftigten der Stadtwerke zum Warnstreik aufgerufen. Seit dem Morgen ist das Kundenzentrum am Ostring geschlossen. Um den Corona-Auflagen zu genügen, postieren sich im stündlichen Wechsel jeweils 50 Mitarbeiter vor dem Haupteingang, wo ein Transparent verheißt: „Jetzt seid Ihr dran!“ Zum „Schichtwechsel“ werden alle 60 Minuten die Stehtische und Bänke desinfiziert.

Warnstreik in Bochum: Mitarbeiter fordern „faires Angebot“

Von einer „hohen Beteiligung“ spricht Vertrauensleutesprecher Dirk Schröder. 80 Prozent der Stadtwerke-Mitarbeiter seien bei Verdi organisiert. Allen gemein sei „die Verärgerung über die Sturheit“, die die öffentlichen Arbeitgeber schon vor der Tarifrunde an den Tag gelegt hätten. Bettina Gantenberg: „Wir hatten für dieses Jahr eine Einmalzahlung vorgeschlagen, über deren Höhe zu reden gewesen wäre. Die eigentlichen Verhandlungen hätten dann erst im nächsten Jahr begonnen.“ Doch die kommunalen Arbeitgeber (die auf Milliarden Steuerausfälle verweisen) hätten darauf spekuliert, dass Verdi inmitten der Corona-Krise nicht streiken werde. „Genau dazu sind wir nun gezwungen“, so Gantenberg.

Eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro monatlich, fordert Verdi. Die Pandemie stelle die Beschäftigten im öffentlichen Dienst vor besondere Herausforderungen. „Klatschen reicht nicht. Für diesen Einsatz fordern wir ein faires Angebot. Aber selbst das lässt weiter auf sich warten“, hieß es am Morgen bei den Stadtwerke-Mitarbeitern, die ihren Ausstand bis zum Nachmittag fortsetzen wollen.

Arbeitsniederlegungen gehen weiter

Kunden können sich noch bis 20 Uhr an die telefonische Kundenberatung der Stadtwerke unter 0234/960 37 37 wenden. Auch das Online-Kundencenter unter www.stadtwerke-bochum.de ist nutzbar. Bei Störungen ist die Leitstelle unter 0234/960 11 11 (Strom und öffentliche Beleuchtung), 0234/960 22 22 (Gas und Wasser) und 0234/960 33 33 (Fernwärme) erreichbar.

„Natürlich wissen wir, dass die Meinung über den Streik in der Bevölkerung geteilt ist. Dafür haben wir auch Verständnis“, sagt Bettina Gantenberg. Gleichwohl sei nach dem „betriebsnahen Streik“ bei den Stadtwerken für die nächsten Tage eine Ausweitung der Arbeitsniederlegungen vorgesehen. Ob auch in Kindergärten, lässt Verdi noch offen. Denkbar sei auch, dass vor den Kitas Streikposten mit Kollegen aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes aufziehen, der Betrieb aber weiterläuft.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben