Tierschutz

Bochum: VfL-Profi ist Vorsitzender eines Tierschutzvereins

Patrick Fabian (hier in einem Tierheim einer rumänischen Partnerorganisation in Holland) ist überzeugter Tierschützer. In Bochum ist der VfL-Profi Vorsitzender des Vereins PAU.

Patrick Fabian (hier in einem Tierheim einer rumänischen Partnerorganisation in Holland) ist überzeugter Tierschützer. In Bochum ist der VfL-Profi Vorsitzender des Vereins PAU.

Foto: Patrick Fabian

Bochum.  Das ist außergewöhnlich im Profisport: Patrick Fabian vom VfL Bochum ist Vorsitzender eines Tierschutzvereins. Mitspieler unterstützen ihn.

Es begann mit Carlos. Einer Promenadenmischung, die Patrick Fabian vor sechs Jahren bei Tierschützern erwarb, die den knuddeligen Vierbeiner aus Zypern vor dem sicheren Tod gerettet hatten. Es war sein erster eigener Hund – und der Auftakt eines Engagements, das im Profisport selten, vielleicht einzigartig ist. Denn Patrick Fabian beließ es nicht dabei, Carlos aufzunehmen. Inzwischen ist das Urgestein des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum Vorsitzender des Tierschutzvereins PAU: „People & Animals United“.

Seit 2000 spielt der heute 32-jährige Verteidiger für den VfL. Lange Jahre bestimmte die Karriere sein Leben und Denken, sagt Patrick Fabian im WAZ-Gespräch. Dann kam Carlos. Und der Profikicker, der parallel an der Fernuniversität Hagen Wirtschaftswissenschaften studierte, entdeckte den Tierschutz für sich.

VfL-Bochum-Profi als Tierschützer: Aktive Hilfe für erbarmungswürdige Hunde

Intensiv habe er sich mit dem Wohl, vor allem aber Wehe von Tieren in Europa beschäftigt. Und dabei erkannt: „Es liegt unglaublich viel im Argen. Die Probleme sind massiv.“ Es sei beschämend, welcher Verwahrlosung, Ausbeutung, oft auch brutalster Gewalt die Kreaturen in weiten Teilen des Kontinents ausgesetzt seien.

Bei einem Trainingslager des VfL lernte Patrick Fabian 2015 eine Aktivistin kennen, die in Spanien ein Hunderettungszentrum aufgebaut hatte. Fortan unterstütze er das Projekt mit Geld- und Futterspenden und knüpfte internationale Kontakte zu weiteren Tierschützern, vor allem in Rumänien. Aus dem Helfer Fabian wurde der Vermittler Fabian. Aktiv kümmerte er sich nun um neue, liebevollen Familien für die bemitleidenswerten Vierbeiner.

19 Ochsen vor dem Schlachter gerettet

Feste Strukturen mussten her. So entstand 2016 PAU, ein Verein, der mit 120 Mitgliedern einem hehren Ziel folgt, das einst Buddha vorgab: „Mögen alle Lebewesen frei sein von Leid und den Ursachen von Leid. Mögen alle Lebewesen Glück erfahren und die Ursachen von Glück.“

PAU arbeitet praktisch, indem Tierschutzprojekte europaweit unterstützt werden, 19 Paten-Ochsen vor dem Schlachter gerettet wurden (sie grasen heute im Bergischen Land) und regelmäßig die Vermittlung von Hunden aus Rumänien (bislang mehr als 100) organisiert und finanziert wird. PAU will aber auch politisch wirken: als starke Stimme für den Tierschutz, für die Rechte der Tiere mit Patrick Fabian als prominentem Protagonisten an der Spitze.

„Manu“ verzichtet auf Geschenke

Der hat seine Passion längst in seinen Alltag transferiert. Patrick Fabian ernährt sich ausschließlich vegan („Das klappt auch als Profisportler ohne Probleme“) und verzichtet auf Leder. Einzige Ausnahme: seine Fußballschuhe. „Da komme ich mit den Plastikmodellen nicht klar.“ Ob seine Engagement im ego-getriebenen Profifußball belächelt wird? „Keinesfalls“, sagt Fabian, einer der klügsten Köpfe seiner Zunft. „Im Gegenteil. ich erfahre viel Rückhalt. Als er noch beim VfL spielte, hat mich Lukas Hinterseer kräftig unterstützt.“ Und VfL-Torwart Manuel Riemann habe bei seinem Geburtstag auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden für PAU gebeten.

Die sind dringend erforderlich, arbeitet der Verein doch komplett ehrenamtlich. Dabei leisten nun ausgerechnet die Mediziner Beistand, die Patrick Fabian in seinen schwärzesten Stunden begleitet und behandelt haben. Unfassbare vier Kreuzbandrisse erlitt er in seiner Profi-Karriere. Operiert wurde er in der Orthopädischen Praxis in der Bochumer Viktoria-Klinik mit Dr. Alexander Rosenthal, Dr. Burkhard Schubert und Dr. Meike Diessner. Die haben jetzt ein eigenes Tierschutzprojekt gestartet. Sechs Tassen wurden mit Tierfotografien und Illustrationen der Künstler Christian Vieler und Peter T. Schulz bedruckt und in den Fliedner-Werkstätten produziert. Die Tassen werden in der Praxis verkauft. Der Erlös kommt zu 100 Prozent PAU zugute. Das freut Patrick Fabian „riesig“. Und Carlos ganz sicher auch..

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