Innenstadt-Festival

Bochum Total: Entspannte Party in der Rock-City

Vier Tage Party im und am Bermudadreieck: Entspannte Stimmung herrschte bei der 32. Auflage von Bochum Total. Die Polizei hatte glücklicherweise nur wenig zu tun.

Vier Tage Party im und am Bermudadreieck: Entspannte Stimmung herrschte bei der 32. Auflage von Bochum Total. Die Polizei hatte glücklicherweise nur wenig zu tun.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Nach Turbulenzen in den Vorjahren, feiern die Fans bei Bochum Total an vier Tagen und Nächten ganz entspannt. Auch die Polizei ist zufrieden.

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Rock-City Bochum: Am Wochenende verwandelte sich die Innenstadt bei Bochum Total zum 31. Mal in Europas größtes Festival-Areal. Nach den Turbulenzen in den Vorjahren mit Hitzeschlachten, Hagelstürmen, Absagen und Rassismusvorwürfen zelebrierten Fans und Macher entspannte und friedlich Tage und Nächte.

Mit 120 Bands und 450 Künstlern öffnete sich auf den neun Open-Air- und Clubbühnen eine musikalische Wundertüte.

Bochum Total ist Startrampe für Newcomer

Pohlmann, Chartsstürmerin Alice Merton („No Roots“) oder Heisskalt zählten zu den bekannten Namen 2017. Doch BO-Total: Das ist auch und vor allem eine Startrampe für Newcomer, die Casper, Seeed, Kraftklub oder Silbermond nacheifern und in Bochum für schmale Gagen ihre Karriere entscheidend befeuern wollen.

„Heute bei uns sehen, was man morgen überall hören wird“: Dieses Versprechen könnte 2017 etwa für die Singer-Songwriter Lotte und Julian Philipp David, die potenziellen Unheilig-Nachfolger Staubkind, die cool swingende Alice Francis oder die hochgehandelten bayerischen Bläser-Rapper von Moop Mama zur Verheißung werden.

Innenstadt-Festival wird kostenlos bleiben

Bei bestem Festival-Wetter waren es allein am Samstag über 220.000 Besucher, die vor den Bühnen und im Bermuda-Dreieck feierten. Die Polizei zollt ihnen ein dickes Lob.

Im Verhältnis zur Anzahl der Besucher mussten die Ordnungshüter wenige Einsätze verzeichnen. 105 Platzverweise, neun Freiheitsentziehungen, drei verletzte Personen, acht Körperverletzungsdelikte, vier Beleidigungen, 23 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, sieben Diebstahlsdelikte, 21 Fundsachen, zwei kurzfristig vermisste Kinder sowie 23 Ordnungswidrigkeitsanzeigen - so die Bilanz der Polizei .

Auch aus Sicht der Feuerwehr verlief die Veranstaltung "sehr ruhig". Bis Sonntagabend (20 Uhr) führte der Sanitätsdienst 197 Behandlungen durch, 42 Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. "Kreislaufprobleme, kleine Verletzungen mit Schürfwunden und zu viel Alkoholgenuss waren auch in diesem Jahr wieder die Ursache für die meisten Einsätze der Retter", heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr.

Am Donnerstag mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr tätig werden, als in der Plane der 1Live-Bühne ein Riss entstand, der durch den Wind immer größer wurde. Mit einer Leine und einem sehr ordentlichen Kreuzstich konnte das Loch fachmännisch gestopft werden. Beeinträchtigt wurden die Konzerte hiervon nicht.

Veranstalter Marcus Gloria mit der 31. Auflage zufrieden

Laut dem Veranstalter des Innenstadt-Festivals, Marcus Gloria, besuchten rund 700.000 Menschen Bochum Total. Polizei und Feuerwehr sprechen von 600.000. Das sind 70.000 Besucher mehr als im vergangenen Jahr. Wie auch die Polizei ist Gloria mit dem Festival-Verlauf zufrieden: "Es ist exakt so gelaufen, wie wir es uns bisher gewünscht haben."

Auch das Glasverbot, das es seit 2010 gibt, habe sich wieder bewährt. Es gab keine schlimmeren Schnittverletzungen bei der 31. Auflage, laut Feuerwehr mussten lediglich fünf Schnittverletzungen durch Rettungskräfte behandelt werden.

Marcus Gloria kündigte am Rande der Großveranstaltung an: Trotz der drastisch erhöhten Sicherheitskosten wird es bei BO-Total auch künftig keinen Eintritt geben.

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